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Kapselmaschine im Test : Tchibos Cafissimo dampft recht lecker

In vier Farben für 199 Euro pro Stück: Tchibos Cafissimo Latte Bild: Hersteller

Tchibo kennt sich aus mit Kaffee aus der Kapsel. Seit neun Jahren verkauft das Unternehmen solche Kaffeemaschinen. Die neue Cafissimo Latte schäumt jetzt automatisch Milch.

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          Fast hätten wir zur Cafissimo Latte von Tchibo wieder Tschüs gesagt. Denn der Werbespruch, der auf der Einführungspackung mit allen Kaffeesorten prangt, ist schwer misslungen. „Bye, bye Barista!“ steht da. No, no, Tchibo. Keine Kapselmaschine der Welt wird jemals einen gut ausgebildeten Barista ersetzen.

          Die Maschine soll trotzdem ihre Chance bekommen. Anders als Aldi, der erst vor ein paar Monaten eingestiegen ist, bietet Tchibo seit neun Jahren Kapselkaffee an. Dieser Markt wird immer attraktiver. Im vergangenen Jahr wurden laut Deutschem Kaffeeverband hierzulande 12.700 Tonnen Kapseln verkauft. Innerhalb des Einzelportionensegments, zu dem die Pads zählen, ist das ein Zuwachs von 27 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

          Trend geht zum Automatik-Schäumer

          Bei der neuen Cafissimo Latte von Tchibo hat erstmals Saeco die Herstellung der Maschine übernommen. Milch lässt sich nun mit einem Aufschäumsystem zubereiten, sodass ein Knopfdruck genügt, um einen Cappuccino zu machen. Mit dieser Funktion setzt sich Tchibo von Aldis Expressi ab und folgt einem Trend, der bei Konkurrenten wie Nespresso, aber auch Herstellern von Vollautomaten zu erkennen ist. Die Kunden sollen möglichst einfach ihre Milchkreation zubereiten können. Ein Knopfdruck, und der Cappuccino ist fertig.

          Nicht nur bei Tchibo sieht die aufgeschäumte Milch auf dem Foto besser aus als in der Realität
          Nicht nur bei Tchibo sieht die aufgeschäumte Milch auf dem Foto besser aus als in der Realität : Bild: Hersteller

          Das funktioniert mit der Cafissimo gut. Der Prozess dauert zwar recht lang, auch dröhnt und dampft die Maschine vor sich hin. Doch das Ergebnis ist ein Milchschaum, der die Löffel- und Fingerprobe besteht und sich bis zum letzten Schluck relativ gut hält. Die Dichte des Schaums lässt sich nicht variieren. Richtig heiß wird das Getränk erst nach dem zweiten oder dritten Lauf. Nach jeder Milchzubereitung fordert die Maschine auf, den Reinigungsknopf zu drücken. Es empfiehlt sich, jeden Abend das Aufschäumsystem zu zerlegen und ordentlich zu spülen.

          Drei verschiedene Brüharten

          Wer sich einen Latte Macchiato machen will, kann das auch tun. Allerdings muss er dann zweimal drücken: für den Milchschaum und für den Kaffee. Das ist praktisch für Eigenkreationen. So ist ein Espresso Macchiato ebenso denkbar wie ein Milchkaffee. Denn Tchibo bietet drei verschiedene Kaffeearten an: Espresso, Caffè Crema und Kaffee. Für jeden gibt es einen Knopf und entsprechende Kapseln. Auf dem Bedienfeld sind drei Tassen in Weiß, Orange und Blau untereinander angeordnet. Die obere ist kleiner als die zwei unteren, sodass man sich noch denken kann, dass man damit Espresso macht. Um die beiden unteren richtig zu wählen, muss man schon die Bedienungsanleitung lesen. Das könnte besser gemacht sein. Auch ist der Druckpunkt der Tasten nicht immer zuverlässig, so dass manchmal ein zweiter Druck erforderlich wird.

          Dies ist exemplarisch für den Umgang mit der Cafissimo Latte: Die Maschine funktioniert verlässlich, aber an manchen Stellen könnte Tchibo nachbessern, damit sie bei jedem Handgriff hundertprozentig überzeugt.

          Die spezielle Zubereitung von Espresso, Caffè Crema und Kaffee funktioniert wie beim Vollautomaten auch. Durch unterschiedlichen Druck und angepasste Wassermenge entstehen unterschiedliche Geschmacksnuancen und Cremaqualitäten. So bildet sich etwa bei Kaffee gar keine Crema.

          Tchibo bietet 12 Sorten plus Sondereditionen an
          Tchibo bietet 12 Sorten plus Sondereditionen an : Bild: Hersteller

          Was die Auswahl der Kaffeesorten betrifft, hat Tchibo einiges zu bieten. Der Werbespruch „Für jeden Geschmack das Richtige“ ist dieses Mal nicht so falsch. Es gibt zwölf Sorten, die ähnlich wie bei anderen Herstellern nach Art, Intensität und Geschmacksnote geordnet sind. Das Angebot ist im Vergleich zu Aldis Expressi-Kapseln vielfältiger, kann aber mit dem sehr breiten Sortiment von Nespresso noch nicht ganz mithalten. Tchibo punktet aber mit dem Preis. Eine Kapsel aus dem Standardsortiment kostet 25 Cent, als Länderkaffee 29 Cent. Erst mit den Grand-Classé-Kapseln befindet sich Tchibo preislich etwa auf dem Niveau von Nespresso. Sie kosten 40 Cent je Stück.

          Das Standardsortiment beginnt bei 25 Cent pro Kapsel
          Das Standardsortiment beginnt bei 25 Cent pro Kapsel : Bild: Rüchel, Dieter

          Geschmacklich eröffnet sich ein ebenso großes Spektrum. Es ist in der Tat für jeden etwas dabei. Wer seinen Geschmack im Standardsortiment oder bei den Länderkaffees wiederfindet, spart im Vergleich zu Nespresso auf lange Sicht einige Euro. Dann lohnt sich die Cafissimo auf jeden Fall - und besonders für Cappuccino-Trinker.

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