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Kaffeevollautomat im Test : Die ist manchmal etwas grob

Der zweite Schritt heißt: Mahlgrad verändern. In der Regel ist dieser zu grob eingestellt, so dass das Wasser zu schnell durch das Mehl schießt. Das führt zur Unterextraktion: Das Wasser hat zu wenig Zeit, um alle Aromen aus dem Kaffee herauszuholen. Zudem bildet sich keine ordentliche Crema. Also muss man dafür sorgen, dass die Mühle die Bohnen feiner mahlt. Wie die meisten Vollautomaten auch hat die EQ.3 dafür einen Mechanismus im Bohnenbehälter. Beim Anfassen des Rädchens hat man allerdings die Sorge, dass es unter Druck brechen könnte. Daran ändert sich auch nichts, wenn man wie üblich den Mahlgrad feiner stellt, während die Mühle mahlt. Das Rädchen bewegt sich kaum. Der Kurzrecherche im Internet ist der Hinweis eines Testers zu entnehmen, dass der Bohnenbehälter leer sein muss, damit sich etwas bewegt. Dieses Verfahren ist ungewöhnlich, führte aber dazu, dass sich die Mühle fast auf den feinsten Mahlgrad stellen lässt. Doch der Espresso oder der Caffè Crema läuft immer noch zu schnell in die Tasse.

Der „feine“ Mahlgrad ist zu grob

Leider hat Siemens nur eine grobe Vorstellung von „fein“. Andere Hersteller machen das besser. Wie sich beim Benutzen einer De-Longhi- und einer Jura-Maschine im Frühjahr zeigte, ist das kein systematisches Problem von Vollautomaten. An der De-Longhi-Maschine ließ sich der Mahlgrad sogar so fein einstellen, dass der Kaffee die schöne Form des anzustrebenden Mäuseschwänzchens annahm. Wegen dieser nicht zu verhindernden Unterextraktion fehlt es gerade dem Espresso an Körper und länger anhaltenden Aromen. Er hat wenig Abgang. Man sieht es ihm auch an. Die Crema ist hell, bildet keine feste Schicht. Nimmt man einen gepressten Puck aus dem Auffangbehälter, zerbröselt er sehr schnell, was zwischen den Finger an feuchtem Mehl zurückbleibt, ist zu grob. Bei dem Caffè Crema fällt dies weniger ins Gewicht, weil das Wasser sowieso länger durchläuft.

Es ist schade, dass sich das Mahlwerk der EQ.3 nicht feiner einstellen lässt. Die Maschine ist ansonsten ein attraktiver Vollautomat. Zwar zischt, röhrt, rattert und dampft er vor sich hin, sobald auf eine der vier Getränketasten gedrückt wird. Aber das gehört nun mal zu den Eigenschaften dieser Maschinen. Die individuelle Milchschaumzubereitung hat sich als nicht ganz so praktisch herausgestellt wie erwartet, gefällt aber immer noch mehr als die Behälter-Ansaug-Methode anderer Produkte. Man füllt die Tasse oder das Glas mit Milch, schiebt die Düse herunter, bis sie in die Flüssigkeit taucht, und drückt das Milchgetränk seiner Wahl. Der Schaum bekommt eine gute Konsistenz. Das lästige Spülen lässt sich allerdings nicht so stark reduzieren wie erhofft. Das Röhrchen muss jedes Mal unter fließend Wasser abgespült werden, damit sich die Milchreste nicht festsetzen. Bei der Düse eines Siebträgers geht das mit einem feuchten Tuch schneller. Dennoch sind es bei der EQ.3 nur zwei Teile, die gesäubert werden müssen.

Kompakter Vollautomat mit Schwächen

Wenn es unbedingt ein Kaffeevollautomat sein muss, bietet ein kompaktes Modell wie das von Siemens alle notwendigen Funktionen, die ein Flaggschiff mit App, Farbdisplay und unnötiger Artenvielfalt auch hat. Dass das Mahlwerk nicht hinreichend fein eingestellt werden kann, sie sich hin und wieder erst nach abermaligem Drücken anschaltet und die Anzeige meldet, man solle den Satzbehälter leeren, obwohl der frisch aus der Spülmaschine kommt, sind individuelle Schwächen dieser Maschine, die nicht alle Kaffeetrinker verzeihen werden. Und Freunde von Siebträgern wird Siemens mit der EQ.3 immer noch nicht zum Wechsel bewegen können.

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