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Luxusuhren : Niemals stillstehen

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Für die Ehre: Der Tourbograph Perpetual pour le Mérite als überdimensionales Modell am Stand von A. Lang & Söhne. Bild: Häußermann

In den Markt der Luxusuhren ist Bewegung gekommen. Die Preise ändern sich, aber auch die Ausrichtung der einzelnen Marken. Die Modelle sind kreativ und innovativ.

          Ein wesentliches Merkmal einer guten Uhr ist der regelmäßige Gang. „Niemals stillstehen“ war daher auch der Leitspruch von Walter Lange, einem Mann, dem die deutsche Uhrenindustrie, speziell die am Standort Glashütte in Sachsen, viel verdankt. Er trat in die Fußstapfen seines Urgroßvaters Ferdinand Adolph Lange und hauchte der Marke A.

          Lange & Söhne neues Leben ein, indem er das von den DDR-Oberen zerschlagene Unternehmen nach der Wende 1990 wieder gründete. Seither geht es aufwärts, und entsprechend gedrückt war die Stimmung in der vergangenen Woche auf der Uhrenmesse SIHH (Salon International de la Haute Horlogerie), als die Nachricht von Langes Tod im Alter von 92 Jahren in den Genfer Messehallen die Runde machte.

          Überfluss wird uninteressant

          Niemals stillstehen. Ganz im Sinne ihres Gründers setzt das Lange-Team seine Arbeit fort. Das Erbe ist beim derzeitigen Management mit Geschäftsführer Wilhelm Schmid und Technikchef Anthony de Haas an der Spitze in besten Händen, das zeigen auch die Messeneuheiten. Höhepunkt ist der Tourbograph pour le Mérite, eine hochkomplizierte Uhr, die unter anderem ein Tourbillon, einen Chronographen mit Schleppzeigerfunktion sowie einen Ewigen Kalender in sich vereinigt. Schlanke 480 000 Euro verlangt A. Lange & Söhne für dieses Sammlerstück, von dem 50 Exemplare gebaut werden.

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          Dagegen muten die aufgerufenen 37 500 Euro für den neuen 1815 Jahreskalender, wahlweise in Weiß- oder Rotgold, schon fast wie ein Schnäppchen an. Das ist es natürlich nicht, doch der wahnsinnige Aufwand, den die Manufaktur in Forschung und Entwicklung ebenso wie in der Fertigung betreibt, wird nur auf kleine Stückzahlen umgelegt. Das lässt sich Lange gut bezahlen und ist auch ein Teil der Firmenpolitik, wie Schmid unumwunden einräumt: „Alles, was es im Überfluss gibt, wird mit der Zeit uninteressant.“

          Stolze Preise für technische Neuheiten

          Darin ist er sich mit einigen anderen Kollegen einig, etwa Juan Carlos Torres von Vacheron Constantin, der stolz sowohl eine Grande Complication mit 23 Zusatzfunktionen als auch eine Grande Sonnerie, eine dezent erscheinende Uhr, welche die Zeit auch mit zartem Klang verkündet, präsentiert. Beide Neuheiten, die ausschließlich solvente Uhrensammler ansprechen, reißen die Millionengrenze. Die schlichteste Neuheit ist die Overseas Automatic im Edelstahlgehäuse für 17 000 Euro, die fein gezeichnete traditionelle Patrimony mit Mondphase und retrograder Datumsanzeige ist für 42 000 Euro wohlfeil.

          Um Traditionen schert sich Richard Mille nicht, schließlich gründete er seine Uhrenmanufaktur erst zur Jahrtausendwende. Der Massenmarkt, sagt er ganz ungeniert, sei ihm ein Grauen: „Meine Kundschaft schätzt Exklusivität.“ Die schafft Richard Mille ganz sicher durch seine Preisgestaltung, aber auch durch immer wieder überraschende Kooperationen. So präsentierte er dieses Jahr Mitarbeiter der Formel-1-Schmiede McLaren und der Universität Manchester. Die beiden Letzteren haben für den Rennwagenbau den superleichten, aus Kohlenstoff bestehenden Werkstoff Graphene entwickelt, den Richard Mille nun zur Herstellung von Gehäusen und Bändern einsetzt. Heraus kommt die RM 50-03, eine Uhr, die gerade mal 40 Gramm wiegt. Das Uhrwerk mit Tourbillon und Schleppzeiger bringt es nach Angaben des Herstellers auf nur 7,5 Gramm. Damit hat Mille sein Ziel wohl erreicht, den leichtesten Chronographen aller Zeiten zu bauen und mit Sicherheit auch einen der teuersten. Er kostet rund 30 000 Euro. Je Gramm.

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