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Neues Dosierungssystem : Jetzt werden auch die Geschirrspüler autonom

Die Preise für den G 7000 beginnen bei 1150 Euro. Bild: Dettweiler

Die Internationale Funkausstellung (IFA) beginnt offiziell erst am Freitag. Doch auf den Pressetagen zuvor verkünden die Hersteller bereits ihre Neuigkeiten. Ein Unternehmen hat schon einmal vorgelegt, indem es eine Technik seiner Waschmaschinen auf Geschirrspüler überträgt.

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          Die Internationale Funkausstellung in Berlin hat jedes Jahr eine festgelegte Choreografie. Am Mittwoch und Donnerstag geben die Hersteller ihre Pressekonferenzen, bevor am Freitag das Publikum die Hallen flutet. Da auch deren Zeiten alljährlich die gleichen sind, fängt auch hier der frühe Vogel den Wurm. Miele hat sich mit einer Pressekonferenz gleich um 11 Uhr eine gute Ausgangsposition verschafft, um während der IFA im Gespräch zu bleiben.

          Letztes Jahr hat Miele mit dem Dialoggarer (Hier geht’s zum Test) eine „absolute Weltneuheit“ vorgestellt und den innovativen Backofen zum Messe-Highlight gemacht. In diesem Jahr bringen die Gütersloher wieder eine „Weltneuheit“ mit: den G 7000, einen Geschirrspüler mit automatischem Dosiersystem. Der Preis für ein Einstiegsgerät liegt bei 1150 Euro und endet bei 2600 Euro für die Luxusvariante. Dazu wird eine sogenannte Powerdisk in eine Halterung in den Türinnenseite eingesetzt. Sie enthält ein Granulat, das von Miele entwickelt und verkauft wird. Eine Packung kostet 9 Euro, ein Sechserpack ist für 50 Euro zu haben.

          Der neue Geschirrspüler wird über diese Powerdisk versorgt, die sich während des Spülprogramms um 360 Grad dreht und pro Rotation etwa sieben Gramm Pulver freigibt. Eine Füllung hält für etwa 20 Spülgänge - wenn das Standardprogramm „Normal 60 Grad“ eingesetzt wird. Ist die Powerdisk leer, setzt man einfach eine neue ein. Die Menge der Dosierung wird nicht nur statisch ans Programm angepasst, sondern auch dynamisch variiert, indem ein Sensor den Grad der Verschmutzung misst. Die Vorteile des autonomen Dosierens sind klar: Der G 7000 setzt nicht zu viel Geschirrspülmittel ein, und wenn er bei hartnäckiger Verschmutzung mehr benötigen sollte, holt er es sich.

          Die Powerdisk-Halterung ist in die Innentür integriert. Bilderstrecke

          Nun gibt es auch mögliche Nachteile. Es sind die gleichen, die in Zusammenhang mit den Dosiersystemen der Waschmaschinen diskutiert werden. Ein solches hatte Bosch/Siemens 2010 als erster Hersteller eingeführt. Miele kam dann mit Twindos auf die Idee, für die Technik auch ein eigenes Waschmittel anzubieten. Im Vergleich zu herkömmlichen Waschmitteln sind die von den Herstellern vorgeschriebenen teurer - und ihre Wirkung ist nicht immer eindeutig besser. So bewertete die Stiftung Warentest in manchen Tests die Reinigungswirkung eines herkömmlichen Produkts als wirkungsvoller.

          Dieser Nachteil dürfte sich beim G 7000 nicht ergeben, weil Miele sich bewusst für Granulat im Gegensatz zu einem flüssigen Spülmittel entschieden, das gerade bei niedrigen Temperaturen eine bessere Reinigungswirkung hat. Enthalten in dem Granulat sind auch Substanzen, die die Funktion des Klarspülers und Salzes übernehmen. Im Übrigen lässt sich der neue Geschirrspüler auch mit herkömmlichen Geschirrspülmittel anderer Hersteller bedienen. Dafür sind zwei übliche Kammern vorgesehen.

          Der G 7000 hat eine weitere Funktion, die Miele und anderer Hersteller auf der IFA seit Jahren im Kontext des Smart Home vorantreiben. So kann der Geschirrspüler ins heimische Netz eingebunden und per App gesteuert werden. In manchen Ländern kann man sogar Amazons Alexa beauftragen, dass sie den G 7000 anschaltet. Aus der Ferne kann kontrolliert werden, ob noch genügend Granulat in der Powerdisk ist, und dieses kann bei Bedarf online nachbestellt werden. Auch hier gilt wie bei anderen Geräten: Das braucht man nicht unbedingt. Wie Miele in seiner Pressemitteilung schreibt: „Be- und Entladen muss der Nutzer noch selbst“.

          Da ist eine andere Funktion praktischer, weil sie ohne die automatische Dosierung nicht möglich wäre. Mit Autostart lässt sich ein Wecker für den G 7000 stellen, sodass er zum Beispiel jeden Morgen zu einer bestimmten Uhrzeit das Geschirr wäscht. Wird zwischen zwei Waschgängen die Tür nicht geöffnet, setzt er aus. Die Auswahl der Tage und der Uhrzeit ist beliebig. Während der Pressekonferenz schlug einer der Chefs von Miele, nämlich Markus Miele, wohl die geeigneste Zeit für den Autostart vor: In der Nacht.

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