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Hondas neue Prototypen : Ein Roboter will Butler werden

  • -Aktualisiert am

Asimo und der fahrende Hocker Bild: Hersteller

Asimo hat er noch einen weiten Weg vor sich. Dennoch hat der Roboter seit der ersten Konstruktion einiges dazugelernt. Honda zeigt nun neue Prototypen, darunter auch einen rollenden Hocker.

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          Ob automatischer Staubsauger oder Rasenmäher, kleine Roboter können schon eng umrissene Aufgaben im Alltag übernehmen. Eines Tages soll Asimo, ein Hausroboter, solche Geräte vollständig ersetzen. Wie man sich das neue Leben vorzustellen hat, das zeigt ein Besuch in der Entwicklungsabteilung von Honda.

          Roboter Asimo sieht mit seinen rundlichen Formen aus wie ein kleiner Astronaut. Angefangen hat die Entwicklung des Hausroboters schon 1986. Seit der ersten Konstruktion vor 14 Jahren hat er einiges dazugelernt: Heute steigt er Treppen hinauf und hinunter, hüpft auf einem oder zwei Beinen und rennt mit 9 km/h so schnell wie ein Mensch. Seine Finger können Symbole der Gebärdensprache formen und Gegenstände greifen. Asimo ist 50 Kilogramm schwer, 130 Zentimeter kurz und hat zwei Arme, Hände, Beine mit Füßen und einen Kopf. Hinter seinem Visier lassen sich zwei Kamera-Augen erkennen, darunter ein Schlitz wie ein lächelnder Mund.

          Satoshi Shigemi, der Entwicklungsleiter für Asimo bei Honda, möchte ihn aber keinesfalls an einem Menschen messen: „Er ist ein Roboter und soll auch so aussehen.“ Zwar erhält dieser schrittweise menschenähnliche motorische Fähigkeiten - aber er stellt nach dem Willen der Entwickler keine Persönlichkeit dar. Wenn von „ihm“ die Rede ist, liegt das an der von Roboter abgeleiteten Genusbildung im Deutschen. „Asimo hat kein Geschlecht“, sagt Shigemi.

          Erst - oder schon? - 14 Jahre alt: Asimo

          Die kindliche Stimme und das Zwergenmaß des Roboters haben die Konstrukteure bewusst gewählt. Frühere Prototypen waren größer und sperriger. Wenn Asimo am Tisch sitzende Personen bedient, soll er aber nicht als übermächtiger Androide erscheinen. Zunächst sollen sich Menschen erst einmal an humanoide Roboter gewöhnen, und daher muss der kleine Kerl möglichst harmlos wirken. Die Entwickler halten bei verkaufsreifen Nachfolgern in fernerer Zukunft Erwachsenengröße für denkbar, einfach, damit die beispielsweise eine Tasse aus dem Küchenschrank nehmen können.

          Laut Chefingenieur Shigemi sei denkbar, Asimo zunächst kleine Dienstleistungen übernehmen zu lassen. So könnte er am Flughafen Passagiere zum richtigen Gate führen. Niemand muss Angst haben, mit dem Roboter zusammenzustoßen. Der reagiert auf Bewegungen von Menschen, berechnet die Laufwege und tritt zur Seite. Auch um ihr Gepäck brauchen sich die Reisenden dann nicht mehr zu kümmern. Asimo kann einen Kofferkuli schieben oder zwei Kilogramm Last an jedem Arm tragen. Geht nach solch einer energiezehrenden Aufgabe die Akku-Ladung zur Neige, läuft der Roboter eigenständig zur Ladestation.

          Selbst als Kellner macht Asimo eine gute Figur. Auf Kommando eine Thermoskanne aufzuschrauben ist bereits heute für ihn kein Problem. Er gießt in den Deckelbecher ein und reicht diesen weiter. Zudem unterscheidet Asimo Personen visuell oder anhand der Stimme. Bestellen also mehrere Menschen bei ihm Getränke, bringt er jedem das gewünschte. Wer jetzt schon von einem automatischen Butler träumt, sei vorgewarnt. Der zukünftige Helfer im Haushalt ist noch immer in der Entwicklung. Asimo kann zwar einen Pappbecher aufnehmen, ohne ihn zu zerdrücken. Aber den Becher in der Hand drehen, das kann er noch nicht. Die menschliche Hand mit ihrer präzisen Feinmotorik und dem Tastsinn stellt eine der größten Herausforderungen dar. Asimo bewältigt Aufgaben nicht von allein, sondern er kann nur das, was Programmierer ihm beigebracht haben. Sicher wäre es praktisch, wenn später die Besitzer den Roboter neue Fertigkeiten lehren könnten. Auch er sehe die Notwendigkeit, Asimo für den Hausgebrauch individualisieren zu können, sagt Shigemi. Doch dies sei noch Zukunftsmusik.

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