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Arbeitserleichterung : Ein Henkel fürs Brennholz

Am Haken: Ab geht’s zum Spalten. Der HolzUp ist da ein zuverlässiger Helfer. Bild: Weber

Irgendjemand entwickelt immer etwas angeblich ganz Neues und verspricht Erleichterungen. Das Gerät namens HolzUp hilft beim Heben von Baumstämmen.

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          Man sollte meinen, dass an einfachen Werkzeugen schon längst alles erfunden ist, das sich sinnvoll verwenden lässt. Und dann taucht doch wieder jemand auf, der angeblich etwas ganz Neues entwickelt hat und damit eine wesentliche Arbeitserleichterung verspricht. Das Gerät namens HolzUp soll beim Heben von Stücken aus Baumstämmen helfen. Es ist für Forstleute gedacht und für Menschen, die sich ihr Kaminholz aus dem Wald holen, die große und rasch wachsende Schar von Selbstwerbern also. Und zwar speziell für solche, die bei dieser Tätigkeit Rückenprobleme haben oder künftig keine bekommen wollen – also für alle.

          Lukas Weber
          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Die Entlastung habe er nach einer Rückenoperation gebraucht, erzählt Erfinder Siegfried Schmutz, der HolzUp sei ganz neu auf dem Markt und patentiert. Das zwei Kilogramm schwere Stahlteil von 75 Zentimeter Länge hat am oberen Ende einen als offenes Ohr ausgebildeten und mit rutschfestem Kunststoff überzogenen Griff, am unteren ist ein T-Stück angeschweißt, in das zwei spitze Zähne geschraubt sind. In der Mitte des Rohres sitzt ein Haken, der in die Schnittfläche des Holzes gerammt wird. Durch Anheben des Griffs beißen die Spitzen in den Stamm. Das Ganze verkantet sich so, dass man den Brocken (etwa zum Spalten) aufrichten und mit wenig Kraft ziehen kann. Die Idee fanden wir sogleich gut.

          Deutlich weniger Kraftaufwand

          Nach einigen Tagen harter Arbeit finden wir sie noch besser. Wie es der Zufall will, haben wir gerade 54 Buchenstämme auf einem Polter zur Hand, da kam der HolzUp wie gerufen. Einen großen Teil der mehr als zehn Festmeter haben wir inzwischen verarbeitet und stellen fest, dass der HolzUp eine feine Sache ist. Der Anbieter verspricht durch die Hebelwirkung etwa 35 Prozent weniger Kraftaufwand. Dass er deutlich geringer ist, können wir bestätigen.

          Und der HolzUp erspart in vielen Fällen das Bücken. Wenn der Haken fest eingerammt wird, hält er sicher, obwohl er nur wenige Millimeter tief eindringt. Falls nicht, rutscht er ab. Das richtige Maß zu erwischen erfordert etwas Übung. Das Gleiche kann passieren, wenn das Holz morsch ist. In der Praxis spielt das wohl keine Rolle – wer verbrennt schon vergammelte Bäume? Da das Holz angehoben nur noch mit der hinteren Kante auf dem Boden aufliegt, kann man es locker hinter sich herziehen. Wir haben damit ohne große Mühe Meterstücke von mehr als 30 Zentimeter Durchmesser bewältigt. Das Lösen des HolzUp geht ohne Schwierigkeit, der Handgriff wird einfach nach unten gedrückt und die Verkantung so aufgelöst.

          Er ist sein Geld wert

          Ebenso praktisch finden wir die Möglichkeit, das Gerät als Ersatz für Hebehaken, Sappie (eine Art Schnabel am Stiel) oder Stammwender einzusetzen, in vielen Fällen reicht es dafür völlig aus. Die beiden Enden des Querstücks sind zugespitzt, man kann sie einschlagen und den Stamm daran nach oben ziehen, oder man hebelt das Rundholz über den rechten Winkel in die Höhe und kann dann sägen, ohne dass die Kette dem Boden zu nahe kommt. Zähne und Haken lassen sich bei Bedarf nachschärfen.

          Am Griff gibt es nichts zu verbessern, er liegt satt in der Hand. Den Knubbel für die Linke, die beim Einschlagen unterstützen soll, finden wir etwas klein, man könnte ihn durch einen T-Griff ersetzen. Wenn es unser Gerät wäre, würden wir an den Haken ein Stück Flacheisen schweißen, damit man ihn auch mal mit dem Hammer oder der Stiefelspitze (mit Stahlkappe) eintreiben kann. Dem mitgelieferten Plastikschutz, der die Spitzen abdecken soll, sagen wir kein langes Leben voraus. Der HolzUp kostet vom Hersteller 87,50 Euro (www.holzup.de). Wir meinen, er ist das Geld wert.

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