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Haussanierung : So renovieren Sie richtig

  • -Aktualisiert am

Ein Hausbesitzer in Münster zeigt den Zustand seines Gebäudes während und nach der Sanierung Bild: dpa

Energiewende? Neubauten geben sich mit geringen Energiemengen zufrieden - das ist schön und gut. Den großen Sprung nach vorn schafft man aber nur durch Sanieren im Bestand. Eine teure, komplexe Aufgabe.

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          Jetzt flattern sie wieder ins Haus, die Nebenkostenabrechnungen. Dank des vergleichsweise milden Winters 2013/14 und nur moderat gestiegenen Brennstoffpreisen halten sich diesmal die Überraschungen in Grenzen. Doch die jährlichen Kostenaufstellungen zu Wasserverbrauch, Wärmebedarf und Kellerlicht sind immer wieder lehrreiche Hinweise, dass ein immer größerer Teil des Familienbudgets vor allem für das Erzeugen von Warmwasser, das durch Heizungsrohre strömt und aus Duschköpfen spritzt, abgezweigt werden muss. Die Kosten für Müllabfuhr und Hausmeisterdienste spielen im Vergleich dazu eine eher untergeordnete Rolle.

          Kein Wunder also, dass intensiv über Möglichkeiten zur Verbrauchsreduzierung nachgedacht wird - nicht erst seit man allenthalben von der Energiewende redet. Rund ein Viertel der in Deutschland eingesetzten Primärenergie wird für das Erzeugen von Hauswärme, Warmwasser und Beleuchtung genutzt. Daher steht mit dem häuslichen Energieverbrauch ein viel größerer Sparhebel zur Verfügung, als er durch technische Veränderungen in der Stromerzeugung und im Bereich der Mobilität gegeben ist.

          Dass in der Diskussion über Möglichkeiten, Maßnahmen und Geschwindigkeit der Energiewende fast ausschließlich über den Strommarkt gesprochen wird, liegt wohl hauptsächlich an der starken Präsenz von Windrädern und Solarparks. Doch im Vergleich zu Zeiten, als Heizkessel noch graue, unansehnliche Stahlkästen waren, die in dunklen Kellern vor sich hin schafften, hat sich viel getan. Heute ist es keine Ausnahme mehr, dass während einer Abendeinladung die Gäste über Brennwertkessel, Wärmepumpen, Holzpelletlager und -förderschnecken fachsimpeln. Gerne wird bei diesen Gelegenheiten über die grassierende Dämmwut hergezogen. Befürworter einer maßvollen Wärmeisolierung haben es dann schwer, sich Gehör zu verschaffen. Bleibt der dritte Faktor im Bunde: das Fenster. Das wird meist eher am Rande abgehandelt.

          Heizung, Dämmung und Fenster als Schlüsselfaktoren

          Genau drei Stellschrauben sind es, an denen man drehen kann, um den Energiebedarf von Häusern und Fabrikgebäuden zu senken: Heizung, Dämmung, Fenster. Damit sich die Wirkung jeweils voll entfalten kann, ist es unerlässlich, dass Nutzer und Bewohner mitspielen, sich „vorschriftsmäßig“ verhalten. Wie beim Auto sind Verbrauchswerte nur Normangaben, die durch den Fahrstil üblicherweise deutlich nach oben abweichen. Das Gleiche gilt für die Werte zum Energiebedarf von Immobilien, die in Kilowattstunden je Quadratmeter und Jahr (kWh/m2a) angegeben werden. Altbauten mit schlechter Dämmung, Normalverglasung und einer betagten Heizungsanlage erreichen schnell Werte von bis zu 300 kWh/m2a und mehr, während sich Neubauten mit 40 kWh/m2a zufriedengeben.

          So sieht das Dämmmaterial aus

          Es geht natürlich noch besser. Auch Energie-Plus-Häuser kann man heute bauen, die dank guter Isolierung und üppiger Solarzellen-Ausstattung mehr Energie produzieren, als ihre Bewohner benötigen. Nur rentieren sich solche Hightech-Häuser (noch) nicht. Das gelingt jedoch ansatzweise Passivhäusern, die laut Definition mit 15 kWh/m2a auskommen. Die Investitionen für diese vor rund zwanzig Jahren vom Darmstädter Institut für Wohnen und Umwelt erfundenen Sparhäuser sind rund zehn Prozent höher, die Betriebskosten entsprechend niedriger.

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