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GPS-Systeme : Und der Himmel zeigt den Weg

Mit dem Outdoor Forerunner 201 ist man auch im Skigebiet bestens informiert Bild: Spehr

Immer günstiger, leistungsfähiger und kleiner: Empfänger für das GPS-System sind schwer gefragt und die Auswahl ist groß, ob für bloße Navigation oder den Einsatz in Sport und Freizeit. Wir haben uns verschiedene Systeme angeschaut.

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          Ein GPS-Empfänger, das muss es jetzt vor Weihnachten unbedingt sein. „Aber was soll man kaufen?“, fragt der Kollege. Ein Nachrüstsystem fürs Auto oder eine Handy-Navigation? Oder ein Kombigerät, das auch beim Wandern und auf der Radtour funktioniert? Was ist für wen empfehlenswert? Apparate für das Global Positioning System empfangen Signale von Satelliten, welche die Erde umkreisen und ihre sich ändernde Position sowie die genaue Uhrzeit senden. Ist der Kontakt zu mindestens vier der insgesamt mehr als 30 Erdtrabanten hergestellt, kann das Gerät auf der Erde aus der Signallaufzeit die eigene Position und Geschwindigkeit berechnen. Voraussetzung für einen guten GPS-Empfang ist also die Sichtverbindung zum Himmel. In Gebäuden funktioniert das System schlecht, meist nur am Fenster. In den vergangenen fünf Jahren wurden GPS-Empfänger immer kompakter und empfindlicher.

          Michael Spehr
          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Die kleinsten Einheiten befinden sich direkt auf der Leiterbahn elektronischer Geräte und haben nur noch eine Größe von 4 × 4 Millimeter. In Zukunft wird jedes Oberklasse-Handy mit GPS ausgestattet sein. Die meisten Begehrlichkeiten weckt zweifellos die Fahrzeugnavigation. In der fremden Großstadt wird man sicher und präzise zum Ziel geführt. Das lästige Hantieren mit gedruckten Karten entfällt. Aber muss es gleich das teure System in der Werksausstattung des Autoherstellers sein? Hier gilt folgende Faustregel: Wer den elektronischen Kopiloten oft einsetzt, beispielsweise sich jede Woche mehrfach zu neuen Zielen führen lassen will, sollte den Festeinbau nehmen. Für rund 2000 Euro bekommt man in der Regel eine nahtlose Integration in das Bedienkonzept des Fahrzeugs und damit eine einfachere Handhabung, ferner einen großen Bildschirm und besseren GPS-Empfang dank optimaler Anbringung der Antenne.

          Im Tunnel ist Schluss

          Die Systeme arbeiten zuverlässiger als solche zur Nachrüstung, und die Sprachansagen kommen laut und klar über die HiFi-Anlage des Fahrzeugs. Nicht zuletzt sind die einzelnen Komponenten vom Hersteller geprüft, und es gibt jahrelang Ersatzteile, falls doch mal etwas kaputtgeht. Mit dem Navi-System ab Werk erhält man meist auch eine etwas bessere HiFi-Anlage und kann gegebenenfalls das CD- oder DVD-Laufwerk für die elektronischen Landkarten zusätzlich im Musikbetrieb nutzen. Soll nur gelegentlich auf den Routenführer zurückgegriffen werden, empfehlen wir an zweiter Stelle einen Kombi mit Radio, CD-Spieler und Navigation für den DIN-Schacht, sofern dieser im Fahrzeug vorhanden ist. Auch hier gilt: einfache Bedienung, solide Unterbringung und exzellente Navi-Qualitäten. Sehr gute Produkte von Markenherstellern wie Blaupunkt, Becker und VDO Dayton sind bereits von 500 Euro an zu haben. Ein Nachrüstsystem für die Windschutzscheibe mit Saugnapfhalterung ist noch günstiger. Hier liegt die untere Grenze bei etwa 200 Euro.

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          Top-Modell von Tom Tom: Der 920er kommt in diesen Tagen in den Handel : Bild: Hersteller

          Mittlerweile arbeiten fast alle Apparate der etablierten Hersteller sehr ordentlich, was die Führung während der Fahrt betrifft. Empfehlenswert sind auch hier Blaupunkt, Becker, VDO Dayton, aber auch Navigon oder Tom Tom. Einige Nachteile liegen indes klar auf der Hand: Die wackelige Anbringung vor der Scheibe stört ebenso wie der Kabelsalat für die Stromversorgung. Die Geräte werden mit einem Stift oder Finger bedient, was kompliziert sein kann und jedenfalls nichts für den Fahrer während der Fahrt ist. Im Tunnel stellen sie meist ihren Betrieb ein, und es gibt Probleme bei bedampfter Windschutzscheibe. Also eine Lösung für technikaffine Menschen, die gewillt sind, kleine Kompromisse einzugehen. Zusatzausstattung wie ein MP3-Spieler oder eine Bluetooth-Freisprechanlage fürs Handy kann man sich bei dieser Gerätegattung getrost schenken. Das alles ist nur Schnickschnack.

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