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Gesundheitsdaten in der Cloud : Fitness-Falle Smartphone

Smartphones speichern sämtlich Gesundheitsdaten und geben diese an die Cloud weiter. Bild: Illustration André Laame

Was kommt nach den Fitness-Trackern? Die Gesundheitsdaten wandern in die Cloud. Sie werden zentral ausgewertet und geprüft. So gläsern war der Mensch noch nie.

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          Der Mensch hinterlässt nicht nur eine soziale, sondern auch eine medizinische Datenspur, die fortwährend breiter wird. Bestand das medizinische Jahrestagebuch eines jungen Mannes vor 20 Jahren aus zwei Blutdruckmessungen beim Hausarzt, hat er heute als aktiver Sportler, der sein regelmäßiges Training aufzeichnet, einige Gigabyte auf der Festplatte, die beispielsweise akribisch dokumentieren, wie lang oder kurz die Erholungszeit der Herzfrequenz nach intensiver Belastung ist: ein wichtiger Indikator für Trainingszustand und Gesundheit.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Viele dieser Daten liegen brach. Sie sind in proprietären Formaten und in Apps gespeichert, sie sind nur nach wenigen Kriterien und Fragestellungen auswertbar. Diese Daten bleiben also Fragmente, obwohl man aus ihnen manchen Schatz heben könnte. Man müsste einen offenen und wissenschaftlichen Zugriff auf alle Körperdaten möglichst vieler Menschen haben, man müsste quasi die Informationsökonomie des Digitalen auf den Menschen anwenden: Das ist in etwa die Idee, die Google mit seinen beiden Projekten Calico und Google X vorantreibt. Calico ist ein Biotech-Unternehmen, das im Jahr 2013 unter der Leitung von Arthur D. Levinson gegründet wurde, um Methoden zur Bekämpfung altersbedingter Krankheiten zu entwickeln. Google X ist eine Forschungsabteilung für „die Suche nach dem Unbekannten“. Bisherige Projekte waren und sind unter anderem die mäßig erfolgreiche Google-Glass-Brille, eine digitale Kontaktlinse zur Messung des Blutzuckers oder die Entwicklung autonomer Fahrzeuge.

          Bis ins kleinste Detail: Die Daten der Fitness-Tracker sind überaus beeindruckend. Hier wurde mit der Garmin-Sportuhr das Lauftraining einer Triathletin erfasst.

          Was Google im medizinischen Bereich antreibt, ist die Idee, die maximale Lebenserwartung des Menschen hinauszuschieben, also die Grenzen der bisherigen Medizin und Wissenschaft zu überwinden. Big Data, Stammzellen, Genomanalysen, Genchirurgie und Nanomedizin sind die wichtigsten Stichworte. In fünf Jahren würden die Menschen ein Armband tragen, sagt Google, das magnetische Nanopartikel erfasst, die wiederum in der Blutbahn fließen und zum frühestmöglichen Zeitpunkt über das Auftreten der ersten Krebszellen im Körper informieren. Die Medizin soll aus ihrer reaktiven Rolle in eine aktive überführt werden, und dabei spielt die Erfassung aller Körperdaten die Hauptrolle. Mit Big Data wird Gesundheit zum Informationsmanagement des Körpers. Der Ansatz hat für Google vor allem den bestechenden Vorteil, dass ein gesellschaftlicher Konsens bereits vorhanden ist, weil jeder gesünder älter werden will. Wie der Mensch im Internet für Google ein gläserner ist, wird nun auch der reale komplett durchschaubar. Im Interesse der Gesundheit und Prävention will Google Abweichungen von der medizinischen Norm detektieren.

          Während die Nanopartikel in der Blutbahn noch Zukunftsmusik sind, ist Google Fit bereits auf den Smartphones angekommen. Die App ist eine Gesundheitszentrale für Android, die alle nur denkbaren Fitness-Aktivitäten aufzeichnet und Auswertungen verspricht. Die Daten können vom Smartphone oder Tablet kommen, aber auch von der Android Wear genannten Armbanduhr, und sämtliche Betätigungen sind mit dabei, es geht also nicht nur um Gehen, Laufen und Rad fahren. Die Liste reicht von A wie Aerobic bis Z wie Zirkeltraining. Als Pluspunkt stellt Google heraus, dass sämtliche Daten anderer Fitness-Geräte und Fitness-Apps abgegriffen werden. Google Fit will also die von Dritten gesammelten Informationen unter einem Dach bündeln, zu einem Ganzen zusammensetzen und auswerten.

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