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Geocaching : Ganzjähriges Eiersuchen

Geocache mit Logbuch: Wer den Schatz entdeckt hat, hinterlässt seinen Namen und versteckt ihn wieder. Bild: Michael Kretzer

Mit dem GPS-Gerät in der Natur auf Eiersuche gehen: Wer Ostern origineller gestalten will, geht zum Geocaching. Die digitalen Schatzjäger sind längst keine Sonderlinge mehr.

          Nur noch eine Woche bis Ostern. Jetzt wird es höchste Zeit, wenn in diesem Jahr die Eiersuche originell werden soll. Unsere Idee: Am Ostersonntag hinaus in die Natur, digitale Hilfs- und Ortungsmittel sind mit dabei, und es geht nicht nur um Eier, sondern gleich um Größeres, nämlich um Schätze. Das Stichwort heißt Geocaching, eine Art digitaler Schnitzeljagd. Geocaching ist ein gut 15 Jahre altes Hobby, nicht nur von Nerds. Ausgerüstet mit Smartphone oder GPS-Empfänger, geht man in Wald und Flur auf Schatzsuche. Die Schätze, Caches, findet man über ihre GPS-Koordinaten. Das ist nicht immer einfach. Denn sie sind gut getarnt, oft erst auf den zweiten Blick zu entdecken, sie werden mit Kreativität und bisweilen auch Humor angelegt.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Die satellitengestützte Schatzsuche startet mit einem Internetbesuch auf Geocaching.com, wo drei Millionen Orte in aller Welt verzeichnet sind. Sie lassen sich auch gleich mit der passenden Smartphone-App anzeigen. Die Schätze sind kleine Behälter mit Logbuch oder Tauschgegenständen. Ist der Cache gefunden, kann man sich in das Logbuch eintragen, um seine Entdeckung zu dokumentieren. Anschließend wird der Cache wieder dort versteckt, wo er gefunden wurde. Den Fund kann man auch im Internet oder in der App dokumentieren sowie mit Fotos ergänzen. So erhalten die Besitzer, Owner, die das Versteck angelegt haben, eine Rückmeldung.

          Die Ursprünge liegen in Amerika

          Beliebt ist der Tausch der Gegenstände im Cache: Man entnimmt einen der kleinen Schätze, etwa einen Sticker oder einen Kugelschreiber, und hinterlegt für den Nächsten etwas anderes. Einen Tauschzwang gibt es nicht, aber die entnommenen und eingebrachten Gegenstände sollen in einem ähnlichen Wertverhältnis stehen. Der erste Geocache wurde im Jahr 2000 von dem Amerikaner Dave Ulmer in der Nähe von Portland angelegt. In einem schwarzen Plastikeimer verbarg er diverse Gegenstände von der Musik-CD bis zur Steinschleuder und sogar eine Konservendose mit Bohnen. Anschließend veröffentlichte er die GPS-Koordinaten im Internet. Das Versteck wurde binnen eines Tages gefunden. Daraus entstand das Geocaching mitsamt der Internetseite. Weitere Geocache-Datenbanken sind Navicache. com, Opencaching.de oder Terracaching. com.

          Zeig mir den Weg zum Schatz: GPS-Ortung im Wald. Allein die Koordinaten des Ziels sind bekannt. Alles andere muss der Sportfreund selbst finden. Bilderstrecke

          Geocaching gibt es mittlerweile in zahlreichen Varianten. Eine davon heißt Mystery Caches. Hier gelangen die Sucher nicht auf direktem Wege zu den verborgenen Objekten, sondern müssen sie durch das Lösen von Rätseln finden. Für den Ostersonntag sind schon etliche Osterei-Verstecke angelegt. Der kluge Hase stellt also am kommenden Sonntag die Löffel auf und holt sein Smartphone raus.

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