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Für ein paar Dollar mehr : Die teuersten Golfschläger der Welt

  • -Aktualisiert am

Parsons verlangte von seinem Team, dass die Schläger „sexy“ sein müssen Bild: Hersteller

Der Milliardär Bob Parsons baut die vermutlich teuersten Golfschläger der Welt. Im Hohlraum hinter der Schlagfläche steckt ein bestimmter Kunststoff. Sind die Schläger auch die besten?

          Mindestens 400 Euro für ein Eisen von PXG (Parsons Xtreme Golf), Metallhölzer kosten mehr als doppelt so viel, und einen kompletten Satz mit 14 Schlägern des amerikanischen Herstellers gibt es ab 5000 Euro aufwärts - das ist mehr als das Zweifache von dem, was selbst japanische Golf-Manufakturen wie Miura verlangen. Gegen den Strom zu schwimmen, unkonventionelle Wege zu gehen, das kann als Lebensmotto von Bob Parsons gelten. Der 65 Jahre alte Amerikaner, dessen Vermögen „Forbes“ auf 2,3 Milliarden Dollar schätzt, wirkt mit tätowierten Oberarmen und einem Ohrstecker mit dem Logo von PXG nicht wie ein erfolgreicher Unternehmer - und auch seine Lebensgeschichte weist selbst für einen Selfmade-Milliardär viele ungewöhnliche Stationen und Wendungen auf.

          Er wuchs in Baltimore nach eigener Aussage arm wie eine Kirchenmaus auf, verpflichtete sich mit 17 Jahren nach der High-school als Freiwilliger bei U.S. Marine Corps. Er diente in Vietnam und wurde nach einer schweren Verwundung ehrenhaft mit vielen Auszeichnungen aus dem Militärdienst entlassen. Anschließend studierte Parsons Buchhaltung, brachte sich selbst das Programmieren bei und gründete eine Firma, die Steuer-Software vertrieb. Die verkaufte er für 64 Millionen Dollar und wagte während des Internetbooms mit „GoDaddy“ einen Neuanfang. Die Firma bekam einen Riesenschub, als er 2005 während des Endspiels um die amerikanische Football-Meisterschaft (Super Bowl) einen Werbespot für GoDaddy plazierte, der so anzüglich war, dass der Sender Fox die zweite Ausstrahlung während des Spiels verweigerte - für Parsons und GoDaddy die beste Reklame und der erste Schritt, als Webhoster und Register der größte der Welt zu werden.

          Mittlerweile hat Parsons den größten Anteil verkauft und hält nur noch 30 Prozent. Dafür hat er sich auf vielen anderen Gebieten engagiert, so zum Beispiel mit seinem zweiten Hobby, Motorräder von Harley-Davidson. Er hat eine Stiftung gegründet und sich der von Bill Gates und Warren Buffett ins Leben gerufenen Initiative Giving Pledge angeschlossen, deren Mitglieder sich verpflichten, die Hälfte ihres Vermögens für wohltätige Zwecke zu spenden.

          Der Lächler mit den Löchern: Bob Parsons zeigt, worauf es ankommt

          Parsons größte Passion ist allerdings Golf. Er bezeichnet sich selbst als Golf-Verrückten und besitzt mit dem Scottsdale National Golf Club in seinem Wohnort in Arizona einen eigenen exklusiven Platz. Nach eigenen Angaben hat er pro Jahr zwischen 250 000 und 300 000 Dollar für Golfschläger ausgegeben, jeden Schläger, jeden Schaft auf dem Markt gekauft. Nur die Ausrüstung, die ihm mehr Erfolg und Freude am Spiel bescherte, war nicht dabei. Da traf es sich gut, dass er bei einer Golfrunde Mike Nicoletti kennenlernte, der als Designer beim Schlägerhersteller Ping arbeitete. Er überredete Nicoletti und Brad Schweigert, einen weiteren Ingenieur von Ping, Ende 2013 ihm bei seinem neuesten Unternehmen zu helfen: dem Bau der besten Golfschläger der Welt.

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