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Flair Espresso Maker im Test : Ein Espresso aus erneuerbarer Energie

Vor der ersten Tasse steht die Montage. Bild: Hersteller

Wer auf einen selbstgezapften Espresso, weit ab von einer 230-Volt-Steckdose, nicht verzichten mag, der kann mit einem Flair Espresso Maker glücklich werden.

          Was für ein schönes Köfferchen. Etwa A4-groß, zehn Zentimeter mächtig und mit 2,4 Kilogramm nicht eben so leicht, um es neben Laptop-Tasche stets mit sich herumzuschleppen. Doch wer auf einen selbstgezapften Espresso, weit ab von einer 230-Volt-Steckdose, nicht verzichten mag, der kann mit einem Flair Espresso Maker glücklich werden. In seine Einzelteile zerlegt, steckt der in besagter Hartschalenbox mit textiler Haptik, einem Tragegriff und umlaufendem roten Reißverschluss. Und entscheidend, den Brühdruck baut keine Elektropumpe auf. Den erzeugt der Kaffeeliebhaber durch Niederdrücken eines Hebels selbst. Also mit Muskelkraft.

          Georg Küffner

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Doch bevor an das Nippen am kleinen Tässchen auch nur zu denken ist, muss zusammengebaut werden. Zwar weiß man nach einigem Ausprobieren, wie die Teile zusammenzufügen sind und wie der Handapparat prinzipiell funktioniert. Doch so richtig selbsterklärend ist das Gerät nicht. Gut also, dass es eine bebilderte Anleitung gibt, mit deren Hilfe erst einmal zwei, drei Trockenläufe durchgezogen werden sollten. Herzstück des von Flairespresso aus dem kalifornischen Laguna Niguel angebotenen (in Deutschland von der Bonner Brewcompany vertriebenen) Geräts ist ein Edelstahlzylinder, in den ein Kolben gesteckt werden will. Und wie beim Zusammenspiel von Zylinder und Kolben üblich, sorgt auch hier ein stramm sitzender Dichtring dafür, dass das heiß eingefüllte Kaffeewasser nicht auf Abwege gelangt. Vielmehr den Weg nach unten nimmt, in die mit Kaffeepulver gefüllte Brühkammer, auf die die Zylinder-Kolben-Einheit gesteckt wird, nachdem man das Ganze an der richtigen Stelle im metallenen Geräteträger plaziert hat.

          Jetzt nur noch den Hebel langsam, empfohlen werden 25 bis 45 Sekunden, nach unten drücken, und schon läuft der Espresso in die untergestellte Tasse. Hat man einen ordentlichen Kaffee gewählt und die Bohnen nicht zu fein und auch nicht zu grob gemahlen, entsteht recht zuverlässig eine belastbare Crema, auf die eingefleischte Espressotrinker nicht verzichten mögen.

          So weit, so gut. Natürlich ist richtig, dass man sich mit diesem Gerät auch einen energiefreien Espresso zubereiten kann. Doch ganz ohne geht es eben auch nicht. So ist man, soll es ohne elektrischen Strom gehen, fürs Heißmachen des Kaffeewassers alternativ auf Gas angewiesen, was überzeugte Puristen lieber meiden. Ihnen bleibt der Kohle- oder Holzofen, auf dem dann aber nicht nur die wenigen Eierbecher voll Wasser zum Kochen gebracht werden sollten, die man für die angepeilte Zahl an Espressi benötigt.

          Denn um einen wirklich heißen Espresso hinzubekommen, müssen Zylinder und Kolben ausgiebig vorgewärmt werden, was man besten erledigt, indem man beides einige Minuten in heißes Wasser legt. Bleibt noch die Frage nach den Kosten: 219 Euro. Den Luxus, weitab der Zivilisation nicht auf den geliebten Espresso verzichten zu müssen, dafür kann man schon etwas Geld auf den Tisch legen. Oder?

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