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Renaissance des Filterkaffees : Ein Kaffee mal ganz ohne Druck

Bild: Johannes Krenzer

Der Filterkaffee ist zurück. Cafés bieten ihn immer häufiger an als Alternative zum Schwarzen aus der Espresso-Maschine. Das geht auch zu Hause. So brühen Sie sich mit etwas Geduld einen Kaffee mit feinen Aromen auf.

          Eigentlich macht Oma alles richtig. Papierfilter einlegen, Kaffeepulver rein, heißes Wasser drauf. Fertig ist der Kaffee. Oma macht aber längst nicht alles perfekt. Wie man gebrühten Kaffee zelebrieren kann, zeigen hippe junge Menschen in Berlin, New York oder Tokio. Wer in ein modernes Café geht, kommt am Filterkaffee nicht mehr vorbei. Es gibt einige Unterschiede zwischen Omas Aufguss und frisch gebrühtem Kaffee. Mit den richtigen Utensilien für weniger als hundert Euro kann das jeder zu Hause hinkriegen. Es wartet dann jeden Morgen ein Geschmackserlebnis, das den Lungo, Cappuccino oder Latte Macchiato aus dem Vollautomaten schnell vergessen lässt.

          Die Bohnen verlieren nach dem Mahlen relativ schnell ihr Aroma. Deshalb sollte man für jeden Kaffee, den man zubereitet, die Bohnen erst kurz vorher mahlen. Wer bequem ist, benutzt eine elektrische Kaffeemühle. Während unserer Testwochen haben wir mit einem Produkt von Krups für zirka 50 Euro gearbeitet. Die GVX242 fasst bis zu 200 Gramm, der Mahlgrad ist in zwölf Stufen unterteilt. Ganz zufrieden waren wir nicht. Im Auffangbehälter verteilt sich das zu fein gemahlene Mehl am oberen Rand und setzt sich dort fest. Häufiger bleiben Bohnen auf ihrem Weg ins Scheibenmahlwerk hängen. Schütteln hilft.

          Gibt man ein paar Euro mehr aus, warten solidere Mühlen, etwa von Graef, Macap oder Mahlkönig, auf ihren Einsatz. Solche Modelle haben häufig ein stufenloses Mahlwerk aus Stahl oder Keramik und produzieren weniger „Feinstaub“. Weil der Mahlgrad nicht so exakt sein muss wie bei Espresso, lassen sich Kaffeebohnen auch gut mit Handmühlen mahlen. Dadurch wird auch der Wechsel zwischen verschiedenen Sorten vereinfacht. Das Mehl sollte weder zu fein noch zu grob gemahlen werden. Am besten kann man den Grad überprüfen, indem man es zwischen den Fingern reibt. Lassen Sie sich vom Profi ein bisschen Mehl mit dem richtigen Mahlgrad mit nach Hause geben, um es vergleichen zu können. Die Grobheit von Salz ist eine erste Referenzgröße.

          Für einen Preis um 50 Euro gibt es eine gute Auswahl unter Handmühlen. Der Behälter sollte bis zirka 30 bis 35 Gramm Bohnen mahlen können. Das ist nämlich das Gewicht, mit dem man einen halben Liter Kaffee brüht. Mit etwas Übung dauert das Mahlen für zwei Becher Kaffee rund vier Minuten.

          Die klassische Variante mit modernen Gerätschaften: Kessel, Porzellanfilter und Kännchen von Hario

          Seit Omas Porzellanfilter hat sich einiges getan. Den Klassiker von Melitta gibt es immer noch. Doch der Lieblingsfilter der Brüh-Barista kommt aus Japan. Hario hat mit seinen Produkten die Renaissance des Filterkaffees vorangetrieben und hält nahezu eine Monopolstellung.

          Den Filter V 60 gibt es für ein oder zwei Tassen. Er unterscheidet sich vom klassischen Filter durch die Form der Rillen an der Innenseite des Trichters. Sie verlaufen von oben leicht spiralförmig nach unten. Der Kaffee sickert konzentrisch ein. Dadurch verlängert sich die Kontaktzeit des Gemischs von Wasser und Kaffeepulver.

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