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Fahrradtaschen von Ortlieb : Da kannst du einpacken

  • -Aktualisiert am

Die drei Packing Cubes (links) samt Commuter Insert von Ortlieb, bevor sie in der Fahrradtasche verschwinden. Bild: Pardey

Seine Siebensachen stopft man besser nicht lose in einen Seesack, Rucksack oder eben in Fahrradtaschen. Ortlieb hat sich für das Ordnunghalten etwas ausgedacht.

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          Eine Neuheit mag man es eigentlich kaum nennen, was sich Gepäcktaschenspezialist Ortlieb da nun wieder ausgedacht hat. Es wäre wohl eher die Frage, warum die Packing Cubes und das Commuter Insert erst jetzt kommen. Schließlich ist es keine neue Einsicht: dass man seine Siebensachen besser nicht lose in einen Seesack, Rucksack oder eben in Fahrradtaschen stopft. Daher herrschte längst im Outdoorhandel auch kein Mangel an Beuteln, die das Waschzeug zusammenhalten und Zahnbürste und Kamm trocken und sauber vom guten Hemd und der warmen Hose trennen. Also auf den ersten Blick sind dieser Office-Organizer für Radtaschen von Ortlieb und das dreiteilige Set besonders leichter Beutel ein klarer Fall von „Brauche ich das wirklich auch noch?“. Nicht nur Sparbrötchen schütteln angesichts von jeweils rund 40 Euro für dieses Zubehör den Kopf.

          Gewiss, wer nicht mehr als einen Ausflug am Sonntagmittag vorhat, der ist mit zwei, drei Einkaufstüten fürs Ordnunghalten in seiner Fahrradtasche bestens ausgerüstet. Aber diese Beutel geraten schon bei einer Tour über ein längeres Wochenende an ihre Grenzen. Man macht sich erst die richtige Vorstellung vom Walten und Walken der Reibungskräfte in einer Fahrradtasche, wenn man mal sein Smartphone ungeschützt mit einem Schlüsselbund für 150 Kilometer locker in die Lenkertasche gelegt hat. Fast wie sandgestrahlt ist das Handy danach kaum wiederzuerkennen. Das Rütteln mit unterschiedlich harten Dingen, die Wärme und eine in den äußerlich wasserdichten Packtaschen fast unvermeidliche Restfeuchte setzen dem Transportgut zu: Oberflächen werden abgerieben, der Lack von Dosen oder Flaschenetiketten zum Beispiel blank geschmirgelt, das Futter und das Laminat von Funktionskleidung bis zum buchstäblichen Zerbröseln belastet. Das ist alles nur eine Frage der Zeit: Radreisende und Pendler, die tagtäglich mit derselben Ausrüstung unterwegs sind, erleben das Zerstörungswerk. Das separate Verpacken innerhalb der größeren Tasche hilft. Und weil mit dem Namen Ortlieb immer nur das Abweisen von Wasser verbunden wird, soll es nicht unerwähnt bleiben: Ein ähnlich großes Problem wie das Trockenhalten des Gepäcks bei Regen ist auf Reisen mit dem Rad der mehlfeine Staub – und das nicht nur für die Kameraausrüstung. Auch dagegen hilft der Beutel im Sack – oder wie der Outdoorhandel das nennt: die Bag-in-Bag-Lösung. Es geht also nicht nur um Ordnung und bessere Übersichtlichkeit in der Fahrradtasche.

          Die Cubes sind rund 300 Gramm leicht.

          Ob man als Schutz einer unzerknitterten Hemdbrust nun ein spezielles Behältnis mit angeformtem Buckel für den Kragen braucht, wenn man den Donauradweg entlangradelt, das bleibe jedem überlassen. Es gibt das alles, vom höchst praktischen Nassbeutel fürs Schwimmzeug oder das zweite Paar Schuhe bis zum Miniaturgewürzschränkchen mit Streuern und Fläschchen im Reißverschlusstäschchen. Wenn man für alles und jedes einen superleichten und dazu dank unsichtbarer Armierung schneidsicher gegen Diebstahl geschützten Beutel hat, erhebt sich die Frage: Wie passen die alle zusammen in die Fahrradtasche? Genau da setzt Ortlieb mit den Packing Cubes und dem Commuter Insert an. Die sind gemacht dafür, in Ortliebs Fahrradtaschen (Back-Roller, Bike-Packer, Velo-Shopper) perfekt zu passen. Besonders deutlich ist das bei dem gepolsterten Innenteil, mit dem die Praktikantin, am Büro angekommen, mit einem Handgriff vom Laptop bis zur Lunchbox alles auf einmal aus der Fahrradtasche zieht, ohne Schlüssel, Handy, Stifte, Portemonnaie oder Wasserflaschen zu vergessen. Das findet alles in dem Insert seinen Platz, und das rutscht, dank der Belastung, auch einigermaßen geschmeidig in die sich unten verjüngende Fahrradtasche. Da diese Form auch von anderen Herstellern angeboten wird, passt Ortliebs Innenleben auch in deren Taschen. Hinter der gepolsterten Rückwand des Einsatzes bleibt das Innenfach der Fahrradtasche zugänglich. Das sträubte sich immer wieder gegen das Hineinschieben des Inserts, bis ein glattes passgenau zugeschnittenes Stück Hartpappe den störenden Reißverschluss abdeckte.

          Die drei „Cubes“ machen überhaupt keine Mühe, sich den Fahrradtaschen gleich welcher Provenienz und Form anzupassen. Warum ausgerechnet der kleinste und daher zu unterst kommende Reißverschlussbeutel (5 Liter Volumen) Henkel erhalten hat und nicht der oberste größte, erschloss sich nicht so recht: mutmaßlich, weil die schwersten Sachen nach unten kommen. Die beiden oberen Beutel haben jeweils ein Volumen von 6 Liter. Die seitlichen Schlaufen erlauben es, einen alten Trick der Kajakfahrer anzuwenden: die Packbeutel mit Schnüren untereinander so zu verbinden, dass man sie am Stück bequem hochziehen kann. Die Cubes sind rund 300 Gramm leicht und so klein verstaubar, dass sie häufig leer mitfahren, um unterwegs beispielsweise Einkäufe separat zu verstauen. Wie von Ortlieb nicht anders zu erwarten, sind das Material, die Reißverschlüsse und die Verarbeitung der Beutel tadellos. Das gilt für den Pendler-Einsatz genauso. Nachdem Ortlieb lange für besondere Wünsche unterschiedliche Taschen offeriert hat, passen der Einsatz und die Beutel nun auch die universellen Gepäcktaschen wechselnder Nutzung an: für die große Reise wie für die Fahrt ins Büro.

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