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Stevens Gavere : Eines für drei

  • -Aktualisiert am

Rennrad für alle Tage: Stevens Gavere Bild: Häußermann

Der Hamburger Fahrradhersteller Stevens bietet mit dem Gavere einen Allrounder für das ganze Jahr. Mit solider Ausstattung meistert es Feld-, Wald- und Asphaltwege.

          2 Min.

          Wie viele Fahrräder braucht der Mensch? Man kann gar nicht genug haben, sagt der enthusiastische Biker. Man braucht mindestens drei, sagt der ambitionierte: ein Mountainbike fürs Gelände, ein Rennrad für die Straße und ein Rad mit Schutzblechen für den Alltag. Der pragmatische Zweiradreiter jedoch meint: Eins muss reichen.

          Solche Menschen landen dann unter anderem auf der Homepage der Hamburger Fahrradmarke Stevens und schauen sich dort das Modell Gavere an, das dort als Cyclocrosser geführt wird. Das Bike mit Rennbügel wird als „Ganzjahres-Allrounder“ bezeichnet und mit der Versprechung beworben: „Waldweg oder Radweg? Wintertraining mit Schutzblechen oder Sommerausflug mit Gepäckträger? Das 2019er Gavere macht alles mit.“

          Verlockendes Angebot

          Das Angebot wirkt wirklich verlockend, erst recht angesichts des aufgerufenen Preises. Rund 1300 Euro soll das Gavere – bis auf die Pedale fahrfertig – kosten. Dafür wird ein rundherum tadellos verarbeitetes Fahrrad geliefert. Der Aluminiumrahmen (6061 TB) mit geglätteten Schweißnähten und grauer Pulverbeschichtung wirkt gleichermaßen elegant wie robust. Aber nicht nur. Dank integrierter Schraub-Ösen lassen sich problemlos Schutzbleche und sogar ein solider Gepäckträger montieren. Damit löst Stevens schon mal einen Teil des Werbeversprechens ein.

          Variabel: Schnellmontage-Schutz mit teleskopierbarem Hinterrad-Fender.

          Die Ausstattung ist mehr als solide. Als Antrieb dient die 2018 erneuerte Shimano-105-Gruppe, vorne ist die Kompaktkurbel (50/34) montiert, hinten eine 11-fach-Kassette (11/32). Mit diesem Übersetzungsspektrum waren wir auch auf welligem Gelände gut bedient. Und weil hinten ein Schaltwerk mit mittellangem Käfig eingebaut ist, lässt sich notfalls auch noch eine Kassette mit 34er-Rettungsring montieren. Dann darf es auch noch etwas steiler werden. Am Schaltkomfort gibt es nichts zu meckern. Ist die 105er einmal sauber eingestellt, schaltet sie sauber rauf wie runter.

          Mit den Shimano-Schaltbremsgriffen werden über Seilzüge auch die beiden Tektro-Scheibenbremsen betätigt, die stets sicher verzögern. Die Dosierung mag etwas weniger feinfühlig sein als bei einer hydraulisch betätigten Bremse, die Bremsleistung ist jedoch ohne Fehl und Tadel. Für die Seilzugbremse spricht die Servicefreundlichkeit. Es gibt nicht wenige Langstreckenfahrer, die auf Seilzugbremsen schwören, weil eben ein Zug schneller gewechselt ist als eine hydraulische Bremse abgedichtet, befüllt und entlüftet. Den Kontakt zur Straße stellen Schwalbe-Reifen des Typs G-One Bite Race Guard her. Das sind 40 Millimeter breite, mit feinen Noppen profilierte Reifen, die mit einer Pannenschutzeinlage ausgerüstet sind. Die Wahl dieser Pneus erweitert den Einsatzbereich des Fahrrads. Geschotterte Wald- und Wirtschaftswege sind damit problemlos zu bewältigen, selbst Ausflüge auf Singletrails haben wir damit gemeistert. Und auf der Straße zeigt der G-One weniger Rollwiderstand, als man ihm angesichts des Profils zutrauen würde. Und wenn man ihn nicht bis an die Grenze der erlaubten fünf bar aufpumpt, bietet er auch noch gute Dämpfung.

          Schon ab Rahmengröße 47 verfügbar

          Der Testfahrer, der selbst nur 1,70 Meter misst, freut sich, dass Stevens auch an Menschen mit kurzen Beinen gedacht hat. Denn das Gavere ist schon ab Rahmengröße 47 (und bis 62) zu haben. Unser Testrad war ein 50er, wog inklusive Pedale 10,5 Kilogramm und passte wie angegossen. Einzig beim Steuern muss man ein wenig aufpassen, denn da kann die Schuhspitze schon mal am Reifen streifen. Ansonsten hat uns die mäßig gestreckte Sitzposition sehr gut gefallen.

          Das Gavere bietet ein gelungenes Gesamtpaket und ein wirklich sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Erst recht, wenn man bedenkt, dass man für rund 1300 Euro im Prinzip gleich drei Fahrräder bekommt.

          So kein Dreck

          Schutzbleche machen ein Rennrad selten schöner, aber immer praktischer. Denn wer ohne Spritzschutz nur 500 Meter auf nassen Wegen rollt, hat Sommersprossen, sieht bereits nach ein bis zwei Kilometern aus wie ein Ferkel und ist obendrein pitschnass. Der Zubehörspezialist SKS hat aber für Rennräder und Gravelbikes das dreiteilige Set Speedrocker im Angebot. Fürs Vorderrad werden ein langer und ein kurzer Fender zur Montage beidseits der Gabel geliefert, hinten kommt ein einteiliges Blech, das natürlich aus Kunststoff besteht, zum Einsatz.

          Wir haben sie am Stevens Gavere ausprobiert. Für die Erstmontage muss man sich etwa eine halbe Stunde Zeit nehmen, die Streben mit einem Seitenschneider auf die richtige Länge kürzen, Schutzfolien an Rahmen und Gabel anbringen, fertig. Natürlich könnte man auch noch die zur Montage notwendigen Klett- und Gummibänder ablängen, das muss aber nicht sein. Einmal richtig montiert, lassen sich die Speedrocker in fünf Minuten abnehmen und wieder anbringen. Die Bleche sind so breit, dass sie auch 40-Millimeter-Reifen gut abdecken, dementsprechend gut ist auch der Spritzschutz. Das Set kostet rund 50 Euro.

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