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Espressomaschinen : Welchen Kaffee hätten Sie gern?

Finden Sie den Fehler: Nein, mit dem Keramikfilter links oben kann man natürlich nur Kaffee machen Bild: Hersteller

Die Vollautomaten boomen. Der Filterkaffee kommt zurück. Perfektionisten kaufen trotzdem Siebträgermaschinen. Was denn nun? Kaffee eben ist nicht gleich Kaffee.

          5 Min.

          Es ist die einfachste Art, Kaffee zu machen: Filter mit Pulver füllen und fast kochendes Wasser langsam eingießen. Als Latte Macchiato, Cappuccino, Espresso und Caffè Lungo noch ausschließlich dem italienischen Wortschatz angehörten, war diese Art der Zubereitung ein Standardverfahren im deutschen Haushalt. Nun kommt der Filterkaffee mit neuem Selbstbewusstsein zurück. In New York ist er zurzeit hip, in deutschen Gourmetrestaurants wird er als Alternative zum Espresso serviert.

          Der Keramikfilter von Hario mit den „besonderen“ Rillen. Kosten: zirka 25 Euro

          Das japanische Unternehmen Hario hat dem klassischen Keramikfilter eine kleine Änderung mitgegeben, die zusammen mit dem entsprechenden Papierfilter das Aroma des Kaffees erheblich verbessern soll. An der Innenseite des Trichters sind Rillen angebracht, die von oben leicht spiralförmig nach unten verlaufen, um den noch ungefilterten Kaffee konzentrisch einsickern zu lassen. Dadurch verlängert sich die Kontaktzeit des Gemischs von Wasser und Kaffeepulver, bevor es gefiltert wird. Zudem verhindern die Rillen, dass das Papier nicht an der Innenwand der Keramik festklebt.

          Kaffee aus der Kapsel

          Das Filterverfahren ist aufwendig. Und weil sich viele an Espresso und Cappuccino gewöhnt haben, verbreiten sich Nespressomaschinen in deutschen Haushalten und Büros. Man legt einfach eine Kapsel ein und drückt den Knopf. Dann wird automatisch heißes Wasser in die Kapsel gepresst. Der Druck steigt solange, bis die Aluminiummembran aufreißt. Das Wasser schießt nun wie bei anderen Espressomaschinen durch das Pulver und landet in der Tasse. Die Vorteile liegen auf der Hand. Jeder hat seine eigene Geschmacksrichtung, die Bedienung ist umkompliziert und die Pflege überschaubar. Über die Nachteile sind sich offensichtlich nicht alle Nespressofreunde bewusst. Das Pulver in Kapselform kostet - etwa auf 500 Gramm hochgerechnet - mindestens drei Mal so viel wie bester Espresso aus Italien. Zudem sorgen die verbrauchten Kapseln in Deutschland für mehrere tausend Tonnen Plastik- und Aluminiummüll. Eine Alternative wären Pads, weil sie kompostierbar sind. Doch diese Maschinen arbeiten mit weniger Druck und machen daher nur normalen Kaffee.

          DeLonghi hat bei seiner Umilk einen Milchaufschäumer integriert. Kosten: zirka 200 Euro

          Die Kapselmaschinen werden von den Herstellern aufgewertet, indem man mit ihnen auch Cappuccino machen kann. So hat DeLonghis neues Modell einen integrierten Milchaufschäumer. Diese gibt es auch separat zu kaufen. Dann sollte man darauf achten, dass genügend Milch - wie etwa bei dem Gerät von Philips Saeco bis zu 160 Milliliter - aufgeschäumt werden kann - wahlweise kalt oder warm.

          Praktisch, wenn man keine ordentliche Milchaufschaumdüse hat: ein separates Gerät für das Schäumen von warmer und kalter Milch. Kosten: zirka 100 Euro

          Vollautomaten für alles

          Vieltrinker und größere Familien kommen am Vollautomaten nicht vorbei. Mit „One Touch“ locken Hersteller wie Jura und Krups. Sie setzen das Prinzip jeweils anders um. Bei Jura-Maschinen, wie etwa beim neuen Topmodell Impressa J9.3, gibt es einen doppelten Auslauf für Espresso und einen kombinierten Auslauf für Espresso und Milchschaum. Stellt man darunter die Tasse, reicht in der Tat ein Knopfdruck und der Cappuccino oder Latte Macchiato wird zubereitet, ohne dass man das Behältnis verschieben muss.

          Jura Impressa J9.3 mit Karbonfront: kostet fast 2000 Euro

          Krups löst das One-Touch-Prinzip anders. Hinter dem doppelten Espressoauslauf wartet eine klassische Milchaufschaumdüse, die sich in die schon mit Milch gefüllte Tasse senkt. Dampf erhitzt die Milch und schäumt sie allmählich auf. Strenggenommen ist das kein echtes One-Touch. Den meisten dürfte sowieso reichen, wenn ein Vollautomat neben einer zuverlässigen Espressozubereitung die Milch optimal erhitzt und einen ordentlichen Milchschaum produziert. Den Herstellern genügt das nicht. Krups wirbt mit „17 voreingestellten Kaffee-Milch-Spezialitäten“. Da gehen sogar die italienischen Fachtermini aus. „Red Eye Coffee“ oder „Flat White“ kann man mit der neuen EA 9010 zubereiten. Saeco hat 16 Kreationen im Angebot. DeLonghi wirbt bei seiner gerade erst auf der IFA vorgestellten Eletta Cappuccino angenehmerweise nur mit „noch cremigeren, feinporigem und löffelfestem Milchschaum“.

          Erst kürzlich auf der IFA vorgestellt: DeLonghi Eletta Cappuccino

          Da ein Vollautomat häufig Milch erhitzt und Reste in den Schläuchen und Aufsätzen hängen bleiben, reinigen sich die Maschinen automatisch, indem sie nach jedem Gebrauch die Leitungen mit Dampf spülen. Es schadet allerdings auch nichts, die milchführenden Elemente täglich zu pflegen. Am hygienischsten sind somit Aufschäummodule, die separat an der Maschine hängen, und an denen der Milchbehälter steht außerhalb des Vollautomaten. Das Connector-System von Jura ist beispielsweise komplett abnehmbar und lässt sich gut zerlegen. Das funktioniert auch bei der Krups EA 9010, obwohl die Düse nach dem Aufschäumen im Gerät verschwindet.

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