https://www.faz.net/-gy9-92scf

Flexible Schreibtische : Stehplatz auf der Arbeit bevorzugt

Exemplarisch den Masterlift 4 von Inwerk getestet

Um sich das Sitzen abzugewöhnen, gibt es mehrere Möglichkeiten. Der Stehtisch zum Telefonieren oder Lesen ist eine. Praktizieren lässt sich dies kaum noch, weil der Computer das zentrale Arbeitsmittel ist. Deshalb gibt es elektrisch höhenverstellbare Schreibtische. Wir haben exemplarisch den Masterlift 4 von Inwerk getestet. Das Unternehmen sitzt in Meerbusch bei Düsseldorf und produziert ausschließlich in Deutschland. An diesem Produkt lassen sich die wichtigen Funktionen eines solchen Schreibtisches aufzeigen, die andere Hersteller ebenfalls anbieten. Im Vergleich zum großen Teil der Konkurrenz sind die Inwerk-Produkte allerdings etwas günstiger.

Mehrere Wochen ging es werktäglich mehrmals pro Stunde hoch und runter. Dass der Masterlift 4 recht leise seine Position ändert, liegt an den zwei Motoren von Linak – jedes Bein hat seinen eigenen. Das Brummen bleibt unter 47 Dezibel, die Motoren mit insgesamt 300 Watt Leistung sind sehr laufruhig. Im Standby verbraucht der Tisch weniger als 0,1 Watt. Die Platte lässt sich auf 65 Zentimeter senken und auf 128 Zentimeter heben. Eher ungewöhnlich ist die maximale Belastbarkeit von 100 Kilogramm, man kann sich also selbst mal hochnehmen. Damit beim Auf und Ab nichts passiert, hat der Motor eine Schutzschaltung integriert. Zu starke oder ungleichmäßig Belastung führen dazu, dass die Tischplatte herunterfährt oder gar nichts mehr macht. Wie viele andere höhenverstellbare Schreibtische auch hat der Masterlift 4 ein kleines Steuerelement, das an der Vorderkante der Tischplatte angebracht ist. In dieser Ausführung lässt sich der Tisch durch einen Wippmechanismus mit einem Finger in Stellung bringen. Auf dem kleinen Display wird die Höhe in Zentimetern angezeigt.

Das Steuerelement hat drei weitere Funktionen. Ein Wecker erinnert den Nutzer in regelmäßigen Abständen ans Aufstehen. Vier Positionen können gespeichert werden. Und eine Bluetooth-Taste verbindet mit dem Smartphone, wenn die App „Desk Control“ von Linak installiert ist. Sie hat etwas mehr Funktionen wie etwa die Definition eines Tagesziels, „alle 45 Minuten für 15 Minuten aufzustehen“. Im Alltag hat sich gezeigt, dass das Steuerelement praktischer ist, weil der Griff zum Smartphone und das Öffnen der App zu lange dauern. Linak wird bald eine App für den Computer veröffentlichen. Dann wäre die Tischsteuerung nur zwei Mausklicks entfernt.

Beim Masterlift 4 dient die Traverse unterhalb der Tischplatte auch als Leerraum, in dem Kabel versteckt werden können. Sie ist fest angeschraubt, so dass sich Kabel oder Steckdosenleisten nur etwas umständlich wechseln lassen. Zukünftig wird es optional einen weiteren Kabelschacht geben, der aufklappbar ist. Etwas altbacken wirkt die Vorrichtung zum Festschnallen eines Desktop-Computers unterhalb der Tischplatte, damit dieser mit hoch- und runterfahren kann. Die meisten Nutzer werden Rechner in dieser Größe gar nicht mehr einsetzen.

Man sollte bei der Auswahl der Hersteller darauf achten, dass sie Tische in unterschiedlichen Plattengrößen im Programm haben. Inwerk bietet für den Masterlift 4 Breiten von 160, 180 und 200 Zentimeter an, die Tiefe ist immer 80 Zentimeter. Der Tisch ist ab 832 Euro zu bekommen. Steuerelemente mit Höhenanzeige oder Kabelsammler kosten noch einmal extra. Die günstigste Variante ist der Masterlift 2, der bei knapp 600 Euro beginnt. Wer sich für die Arbeit privat einen Tisch kauft, kann bei der Rentenversicherung einen Zuschuss beantragen. Wie das funktioniert, steht im folgendem Kasten.

So beantragt man einen Zuschuss

Die Deutsche Rentenversicherung bezuschusst „technische Hilfsmittel“ für den Arbeitsplatz. Das können orthopädische Bürostühle, Stehpulte und eben höhenverstellbare Schreibtische sein.

Voraussetzung für eine Bewilligung ist eine gesundheitliche Einschränkung wie etwa ein Rückenleiden. Eine solche „Behinderung“, wie sie in den Unterlagen der Deutschen Rentenversicherung etwas missverständlich genannt wird, muss beispielsweise durch ein ärztliches Attest belegt werden.

Es gibt keine festgelegte Höhe der Förderung, sie hängt vom Einzelfall ab. Als empirische Grundlage gibt die Deutsche Rentenversicherung bei höhenverstellbaren Schreibtischen einen maximalen Zuschuss von 800 Euro an. Ein Kostenvoranschlag muss nicht vorgelegt werden.

Auf deutsche-rentenversicherung.de finden sich zwei Formulare, die ausgefüllt werden müssen. Das ist das Antragsformular G0100 und die Anlage zum Antrag auf Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben G0133.

Weitere Themen

Blitzer erkennt Handys am Steuer Video-Seite öffnen

Sydney : Blitzer erkennt Handys am Steuer

Wer in Australien am Steuer telefoniert, wird seit Sonntag geblitzt, denn Kameras erkennen Handys beim Fahrer. Damit soll die Zahl der Verkehrstoten über zwei Jahre um ein Drittel gesenkt werden.

Topmeldungen

 „Mit diesen Leuten haben wir nichts zu tun“: Michael Kretschmer über die AfD

Tabubruch in Sachsen : CDU für Koalition mit Grünen und SPD

Auf einem Sonderparteitag stimmt Sachsens CDU mit großer Mehrheit für ein Regierungsbündnis mit Grünen und SPD. Nicht immer erntet Michael Kretschmer dabei so viel Beifall wie für seine Attacke gegen die AfD.
Unser Sprinter-Autor: Cai Tore Philippsen

F.A.Z.-Sprinter : „Lügner“ gegen „Marxist“

Großbritannien wählt, der Maut-Untersuchungsausschuss nimmt Scheuer in die Zange – und der EU-Gipfel in Brüssel berät über Von der Leyens „Green Deal“. Das Wichtigste des Tages steht im F.A.Z.-Sprinter.

Newsletter

Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.