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Unkrautentferner von Stihl : Gerüttelt, nicht gesenst

Der Unkrautentferner arbeitet mit zwei gegeneinander oszillierenden Scheiben. Ein Kontakt mit Steinen schadet den Schneiden nicht. Bild: Hersteller

In Ritzen und zwischen Steinen ist Unkraut nur schwer zu entfernen. Für diesen Zweck hat Stihl einen neuen Aufsatz für die Motorsense entwickelt.

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          Unkraut ist nicht wohlgelitten, es hat das Pech, dass es an Stellen wächst, wo niemand es haben will. Also sucht der Mensch seit jeher nach Möglichkeiten, es zu entfernen – am besten schnell, radikal und nachhaltig. Dazu stehen verschiedene Methoden zur Wahl, die alle ihre Vorzüge und Nachteile haben. Auszupfen ist umweltfreundlich, und so bald kommt das Kraut nicht wieder. Aber das Jäten ist ein mühsames Geschäft, und viele unerwünschte Pflanzen sind so innig mit dem Boden verbunden, dass die Wurzel nicht herauskommen möchte. Zumindest auf Steinen kann der Gasbrenner zum Einsatz kommen.

          Lukas Weber

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Trockenheit und empfindlicher Untergrund begrenzen den Einsatz, außerdem muss die Flamme recht lang auf das Objekt gehalten werden. Über die Möglichkeit, das Pflänzlein zu vergiften, hüllen wir hier den Mantel des Schweigens – falls überhaupt, sollte das die allerletzte Wahl sein. Wenn Verhexen nicht hilft, bleibt also oft nur das Abschneiden.

          Das funktioniert verlässlich mit der Motorsense, aber nur, wenn dem Faden oder dem Messer keine Steine und andere harten Hindernisse im Wege stehen – dieser reißt dann ständig ab, jenes wird in Sekundenschnelle stumpf. Das schnell rotierende Werkzeug schleudert außerdem gern Brocken herum, vollständige Schutzkleidung ist Pflicht. Und am Ende bleiben stets ein paar Zentimeter stehen.

          Störendes Gras wird direkt am Bordstein entfernt.

          Damit muss man leben, dachten wir, bis uns ein neues Gerät in die Hände gefallen ist, das speziell in solchen Fällen Abhilfe schaffen soll und seit kurzem zum heftigen Preis von rund 300 Euro im Handel ist. Stihl nennt es schlicht Schneidwerkzeug, Kreiselschere oder RG-Unkrautentferner, und es arbeitet ganz anders als alles, was man bisher auf die Motorsense schrauben konnte. Statt der rotierenden Fäden, Messer oder Sägeblätter gibt es zwei Scheiben mit 23 Zentimeter Durchmesser, die gegenläufig oszillieren, an ihrem Ende sind jeweils 21 Zähne mit scharfen Klingen angebracht.

          Das Ganze sieht aus wie ein rund gewordener Heckenschneider und funktioniert auch so. Der Hersteller verspricht, das Werkzeug sei ideal für das Entfernen von Unkraut und Gras entlang von Wegen, Straßen und Bordsteinkanten für sämtliche Untergründe, sei es Schotter, Asphalt oder Pflaster, also dort, wo die herkömmliche Motorsense an ihre Grenzen stößt.

          Für Motorsense und Kombigerät

          Der Unkrautentferner passt an die starken Freischneider von Stihl und wohl auch an viele Fremdfabrikate, wir haben allerdings wegen der geringeren Geräuschentwicklung die Ausführung für das akkubetriebene Kombigerät KMA 130 gewählt. Dessen Leistung wird gar nicht gebraucht, wir waren fast immer in der ersten oder zweiten der drei Stufen unterwegs, der kompakte Akku 300 hält dann ein bis zwei Stunden. Motor und Schneider arbeiten so leise, dass sie von knackenden Zweigen und Ästen übertönt werden. Die nehmen die Messer bis etwa ein Zentimeter Stärke im Vorübergehen, an dickeren müssen sie etwas nagen. Dickicht damit niederzuringen geht, der Gestrüppschneider aus dem gleichen Haus ist für solche Arbeiten aber tauglicher.

          Es fliegen keine Steine, trotzdem ist Sicherheitskleidung zu empfehlen.

          Was überraschend gut und ohne große Anstrengung funktioniert, ist das Beseitigen von Bewuchs in Fugen zwischen Steinen und an deren Rändern oder auch um Zaunpfähle. Anstoßen schadet weder den Scheiben noch dem Hindernis, da sich nichts dreht. Eine Freude ist es, sich ein paar Zentimeter unter der Oberfläche durch Schotter, Kiesel oder Erdreich zu rütteln, dabei fliegt nichts durch die Gegend. Die Grasnabe wird locker unterwandert, die Sode dann einfach mit der Scheibe abgehoben und beiseite abgelegt.

          Die Messer lassen sich mit der Flachfeile nachschärfen, sie verschleißen allmählich, wenngleich weniger schnell als erwartet. Damit sich die Scheiben gleichmäßig abnutzen, können sie gedreht werden. Unkraut, das nur abgeschnitten und nicht mit rigideren Mitteln vernichtet wurde, wächst freilich rasch wieder nach. Auch das garantiert dem RG Unkrautentferner eine lange Einsatzzeit.

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