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Energieversorgung : Leben in der Unterwelt

Tunnelblick: Fernwärme durchzieht die Mainmetropole auf von oben unsichtbaren Wegen. Bild: Daniel Vogl

Das Herz einer Metropole schlägt auch unter dem Asphalt. Doch ein Blick auf Kabel, Rohre und Tunnel in Frankfurt offenbart: Im Untergrund wird es langsam eng.

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          Der Eingang zur Frankfurter Unterwelt liegt in Niederrad. Wer hier zu lange in den Himmel starrt, dem droht der tiefe Fall. Die Luke liegt unscheinbar zwischen einer Bahntrasse und einem Parkhaus. Oben platte Wiese, unten geht es zum sogenannten Maindüker. Das Stahlgerüst der Treppen klirrt ganz leicht bei jedem Schritt abwärts. Es geht 24 Meter in die Tiefe, der Himmel oben verengt sich von Etage zu Etage zu einem kleiner werdenden Quadrat. Wer da runter will, muss aber erst mal am Hausherrn dieses unterirdischen Gebildes vorbei: Matthias Dartsch. Frei von Höhenschwindel und Platzangst ist er, in jedem Fall lässt er sich nichts anmerken, weder beim Abstieg in den Schacht noch im Tunnel.

          Der 38 Jahre alte Ingenieur ist Sachgebietsleiter bei dem Energieversorger Mainova. Seit 2016 ist er der Mann für die Betriebsführung im Fernwärmenetz, also kurz bevor der Maindüker in Betrieb genommen wurde. Die Druckleitungen verbinden das Müllheizkraftwerk Nordweststadt mit dem Heizkraftwerk Niederrad im Süden der Stadt. Zwei Fernwärmeleitungen liegen in dem Tunnel, eine für den Rücklauf, eine für den Vorlauf. Das Kraftwerk soll dadurch effizienter ausgelastet werden, Heizkurven je nach Tages- und Jahreszeit lassen sich ausgleichen. Die Mainova rechnet damit, durch den Ausbau der Fernwärme jährlich rund 100 000 Tonnen CO2 einzusparen.

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