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Ein Plädoyer fürs Kochen : Rührt euch!

Dunkle Machenschaften: Mit den Kochkünsten der Deutschen sieht es häufig schwarz aus. Bild: www.plainpicture.com

Viele Deutsche haben das Kochen verlernt. Jetzt nehmen ihnen auch noch automatisierte Kochassistenten die Arbeit ab. Höchste Zeit für einen flammenden Aufruf.

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          Liebe Deutsche, wir müssen reden: Ist es wirklich so schwer, zu Hause richtig zu kochen? Macht es so viel Mühe, Messer, Topf und Pfanne in die Hand zu nehmen, um eine kleingeschnittene Zwiebel zu dünsten, Kartoffeln, Nudeln oder Reis zu kochen, Gemüse zu garen und ein Stück Fleisch anzubraten? Nein? Es sieht aber ganz so aus! Die Deutschen haben offenbar schon länger ein Problem damit. Sie haben das Kochen verlernt. „Seit Jahren weisen wir darauf hin, dass die Kochkompetenz der Deutschen drastisch sinkt“, sagte Christoph Minhoff, Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE), vor kurzem.

          Die Corona-Beschränkungen hätten die Misere noch klarer gezeigt. „Der Wegfall des Angebots von Schnellrestaurants, Pommesbuden und dem Italiener um die Ecke wirft die Leute dramatisch zurück auf ihre eigenen Kochkünste.“ Und die lassen oft zu wünschen übrig, weil die Übung fehlt. Laut einer Studie des Arzneimittelherstellers Stada kochen nur 46 Prozent der Deutschen täglich frisch. In Europa wird demnach lediglich in Großbritannien seltener gekocht.

          Deswegen flutet die Industrie seit Jahren die Küche mit maschinellen Kochgehilfen jeder Art. Wo früher der Schnellkochtopf im Einsatz war, steht heute die multifunktionale Küchenmaschine mit Warmhaltefunktion, die gerne mit Thermomix abgekürzt wird, auch wenn sie von Bosch, Krups, Lidl oder Aldi ist. Einige davon kosten weit mehr als 1000 Euro. Mit Sätzen wie „Schließen Sie den Deckel“, die fortwährend auf dem kleinen Display erscheinen, werden ihre Nutzer entmündigt. Es bleibt kaum Platz für eigene Gedanken oder Ideen. Wer jeden Tag mit Thermomix & Co. kocht, lernt nichts dazu, er lernt also auch nicht kochen. Dennoch sind Deutschlands Küchen überfüllt mit den Kochrobotern. Sie übernehmen die Kontrolle.

          Dann lernen Sie es doch einfach!

          Ihre Anhänger verteidigen die Geräte mit drei Argumenten. Erstens: Wenn ich schon nicht kochen kann, mache ich mir wenigstens mit dem Thermomix (oder Produkten der Konkurrenz) etwas Frisches zu essen. Zweitens: Ich habe keine Zeit, mich werktags an den Herd zu stellen, um zu kochen. Drittens: Gerichte wie Risotto oder Püree kann ich nebenbei laufen lassen, während ich mich dem Braten des Fleischs zuwende.

          Zu erstens: Dann lernen Sie es doch einfach! Zu zweitens: Doch, gerade im Homeoffice geht das! Zu drittens: Nein, das geht auch so nebenbei!

          Wie mit der Wetter-App

          Nun will auch noch Miele den Menschen beim Kochen helfen. Aber nicht mit einer multifunktionalen Küchenmaschine mit Warmhaltefunktion. Der CookAssist ist eine App, die weiß, was das Kochfeld gerade macht, und die den Nutzer lenkt. Hilfsbedürftige stehen also vor der Pfanne, schauen aber nicht in sie hinein, sondern auf ihr Smartphone, um dort abzulesen, wie heiß sie ist. Das ist in etwa so, als würde man die Außentemperatur mit der Wetter-App prüfen, ohne vor die Tür zu gehen.

          Miele nutzt dabei ganz smart die Technik TempControl seiner Induktionskochfelder der Serie KM 7000. Unterhalb der Oberfläche sitzen Sensoren, die das Material der Pfanne oder des Topfes analysieren, um die Temperatur des Kochgeschirrs konstant halten zu können. Denn die ändert sich während der Nutzung, wenn darin etwas gekocht, gegart oder gebraten wird. Der übliche Weg, in der angezeigten Skala einen Wert zwischen 0 und 9 auszuwählen, führt nur dazu, dass das Induktionskochfeld eine bestimmte Temperatur hält. Das bedeutet aber nicht, dass das Kochgeschirr dies auch tut. Schließlich erwärmen sich die Lebensmittel, nehmen mit der Zeit weniger Energie auf und drohen anzubrennen, weil das Induktionskochfeld weiter die gleiche Hitze wie am Anfang zur Verfügung stellt. Mit TempControl lassen sich drei Bratstufen einstellen: 160, 200 und 220 Grad.

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