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Düsseldorfer Messe Boot : Die Macht am Rhein

  • -Aktualisiert am

Hermes Speedster von Seven Seas Yacht Bild: Hersteller

Die Düsseldorfer Boot wird 50. Das Mutterschiff der Bootsmessen erfreut sich bester Gesundheit – allen Krisen und Orakeln zum Trotz. Ein Blick auf die Neuerscheinungen.

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          Von einer Fachmesse der 60er Jahre ist die Boot 2019 zu einer umfassenden Veranstaltung geworden, die jede Strömung am, auf, nahe dem oder unter Wasser versucht abzubilden. Damit hat sie sich den Titel der größten Boots- und Wassersportmesse der Welt redlich verdient. Mehr als 220.000 Quadratmeter Fläche sollen es vom 19. bis 27. Januar sein, es gibt ein Tauchbecken, Yoga auf Stand-up-Paddle-Boards, Wellenreiten auf einer künstlichen Welle oder Segeln mit künstlichem Wind. Und Boote, große Boote.

          Der benachbarte Rhein macht es möglich. Denn in den vergangenen Jahren erlebte auch das Kaufverhalten der Wassersportler eine Trendwende: weg von kleinen Seglern und hin zu großen Yachten oder Motorbooten. Die Branche folgt dieser Bewegung, die sich auch im Chartergeschäft zeigt. Nach wie vor steigt bei Segelbooten die Nachfrage nach Katamaranen mit viel Platz stärker als die nach Einrumpfschiffen, wobei die in absoluten Zahlen immer noch deutlich in der Mehrzahl sind. Wohl auch, weil es für die Mehrrümpfer schlicht an Liegeplätzen fehlt. In den beliebten Buchten der Karibik zum Beispiel muss man nach einem guten Ankerplatz geradezu suchen.

          Bei den großen Seglern zeigt die in Finnland ansässige Nautor-Werft ihre neue Swan 65. Das über 20 Meter lange Schiff mit seinem kompromisslos schlanken Bug und tiefem Kiel soll sich sowohl als Familienschiff als auch als echte Rennyacht mit großer Crew eignen. Seit jeher ist das die Kernkompetenz der Swan, die für ihre Fangemeinde auch gleich die passenden Regattaevents anbietet.

          Katamaran K2X von Topcat Bilderstrecke

          Unter neuer Führung ist die französische Werft Alubat wieder in Düsseldorf vertreten. Mit der Ovni 400 setzt sie auf Langfahrtyachten aus Aluminium. Segelperformance steht dabei nicht an erster Stelle. Wie gewohnt lässt sich der Tiefgang reduzieren, für einen größeren Wohnraum fällt das Vorschiff fülliger aus als bei den Vorgängerschiffen. Ebenfalls die Fahrtensegler hat die Bente 39 im Blick. Die junge deutsche Werft fiel in den vergangenen Jahren durch ihr offensives Marketing sowie ungewöhnliche Details bei der Bente 24 auf. Auch die knapp 12 Meter lange Bente 39 strahlt das aus. Sie möchte polarisieren und anders sein, lehnt sich optisch und konzeptionell an moderne Offshore-Racer an.

          Nicht polarisieren soll der neue Strandkatamaran K2X der bayrischen Topcat-Werft. Zwar kann er mit Rollgennaker geordert und sportlich gesegelt werden, versteht sich aber als Allroundboot. Topcat widersteht damit dem gegenwärtigen Hype ums Foiling. Wer sein Boot gleich mitnehmen möchte, könnte das mit der Tiwal 2 tun. Sie lässt sich in zwei Taschen verstauen und wie ein SUP-Board aufblasen. 2,80 Meter lang ist das Boot in fertigem Zustand. Motorboote boomen derzeit geradezu, sie sind der Garant, schnell aufs Wasser zu kommen. Der Markt entwickelt sich ebenso schnell mit.

          Auf eine Nische zielt Nimbus mit seiner 11 Series. Das gut 12 Meter lange und mit knapp 3,50 Meter schlanke Boot setzt vor allem auf Geschwindigkeit. Bis zu 900 PS sind als Motorisierung möglich. Die in drei Ausstattungsvarianten erhältliche Nimbus soll damit über 40 Knoten schnell sein. Traditionalisten dürfen sich dagegen über die Boston Whaler 170 Mountak freuen. Sie sieht aus wie aus einem Flipper-Film entlaufen. Ebenfalls Retro: der Hermes Speedster von Seven Seas Yacht. Optisch soll er nach dem Willen seiner Erbauer die Runabouts der 1930er Jahre zitieren, das Heck gar an einen Porsche 356 Speedster erinnern.

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