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Konsequenzen aus der Dürre : Wertvolles Wasser

Das Frankfurter Mainufer ist eigentlich von grünen Wiesen gesäumt. In diesem Sommer findet sich dort vor allem Staub. Bild: Tom Wesse

Aus der akuten Dürre müssen auch Städte ihre Konsequenzen ziehen. Es braucht weitsichtige Konzepte, wie Regenwasser im urbanen Raum gehalten werden kann.

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          Die Dürre liefert ihre eindrücklichsten Bilder gerade von den Sohlen vertrockneter Flüsse. Sie sollte aber auch in den Städten Anlass sein, über lange Trockenheit nachzudenken. In den Frankfurter Parks sieht es seit Wochen aus wie in der kalifornischen Wüste, der Sommer ist ockerfarben, nicht grün. Akute Dürre bedeutet nicht zwangsläufig, dass es übers Jahr gerechnet weniger Niederschläge gibt, doch sie verteilen sich deutlich extremer.

          Darauf müssen Städte mit passender blau-grüner In­frastruktur reagieren. Die Lösung ist eben nicht, in Entwässerungskonzepten zu denken und beim nächsten Starkregen – dem Pendant zur Dürre – zuerst nach einer leistungsfähigeren Kanalisation zu rufen. Breite Abwasserkanäle führen in Zeiten wie jetzt nämlich vor allem zu stinkenden Gullys. Die Kanalisation leitet Regenwasser aus den Städten heraus, wir müssen aber dafür sorgen, dass der Regen möglichst dort gesammelt wird, wo er fällt. Weniger asphaltieren, mehr bepflanzen ist ein logischer Ansatz. Zudem gibt es technische Lösungen, angefangen bei verbuddelten Regenwassertanks bis zu innovativen Dachkonstruktionen.

          Berlin leistet sich zum Beispiel eine Regenwasseragentur, die ein Verfahren entwickelt hat, um Flachdächer zu Schwämmen zu machen. Unter einer begrünten Dachfläche liegt ein Gestell, das Getränkekisten ähnelt und dessen Hohlräume sich bei Regen mit Wasser füllen, bevor überschüssiges in die Rinne fließt. So etwas verhindert nicht jede Notlage, es gibt Dürren, für die reicht auch der gesammelte Regen vergangener Wochen nicht. Doch Vorratshaltung war früher oft eine Selbstverständlichkeit, genau wie sparsam mit wertvollen Ressourcen umzugehen. Regenwasser, so viel ist spätestens jetzt klar, muss dazugehören.

          Anna-Lena Niemann
          Redakteurin im Ressort „Technik und Motor“.

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