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Photokina 2018 : Die Wende

  • -Aktualisiert am

Panasonic kündigte seine Spiegellosen S1 und S1 R in Köln an. Bild: Hersteller

Ohne wirklich revolutionäre Durchbrüche technischer Art hat die Photokina 2018 einen deutlichen Wandel markiert. Doch ihre Reduziertheit ist kein Grund, am grundsätzlichen Wert dieser Weltmesse des Bildes zu zweifeln.

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          Die Photokina 2018 war nicht mehr das, was die Photokina noch zwei oder vier Jahre zuvor gewesen ist. Um das festzustellen, brauchte man keinen Hallenplan, auch kein Ausstellerverzeichnis oder einen Zollstock, ja man musste nicht einmal über die Messe gehen. Es genügte, am Kölner Messegelände mit dem Auto oder zu Fuß vorbeizukommen, um diesen Befund zu erheben. Wo in der Vergangenheit ein Name wie Samsung (aktuell nicht mehr zur Riege der Anbieter von Kameras und Objektiven zählend) geradezu formatsprengend ins Blickfeld geklotzt worden war, fehlte jetzt so gut wie jeglicher Hinweis auf die Bilderindustrie. Auch die einschlägigen Branchengrößen sprangen nicht in die Lücken: Wandflächen blieben leer, Banner fehlten. Und drinnen schien die Weltmesse des „Imaging unlimited“ gar nicht einmal unsympathisch arrondiert: übersichtlicher, bequemer zu erwandern als in zurückliegenden Jahren und doch gemütlich wimmelnd.

          Dass es keine leichten Jahre vor allem für Kamerahersteller sind, wurde zwar nicht laut gesagt, war aber unübersehbar. Um noch einmal den Namen Samsung zu bemühen: In Ermangelung einer blühenden Smartphone/Tablet-Sparte können sich andere als die Koreaner zwar vielleicht aus dem zusammengebrochenen Geschäft mit Kompaktkameras zurückziehen, aber doch nicht ihr entschlossenes Weitermachen unter der Flagge mit der Aufschrift „Mehr Bildqualität!“ aufgeben. Und so geht die Entwicklung zu aufwendigeren und teuereren Kamera-Systemen mit größeren Sensoren und raffinierteren Funktionen munter weiter. Dabei wird es immer schwieriger, der breiten Kundschaft die Notwendigkeit einer zusätzlichen Kamera zu der im Taschentelefon jederzeit und überall verfügbaren begreiflich zu machen. Jedes Billig-Smartphone vom Discounter erfüllt technisch einwandfrei durchschnittliche Ansprüche an die Abbildung bequem, ja geradezu mühelos, von der sofortigen Verbreitung der Aufnahmen mal ganz zu schweigen. Mehr Bildqualität als Kaufanreiz setzt daher Kunden voraus, die neue Bildideen überhaupt zu schätzen wissen. Darum sind die aktuellen Ausgaben der Fachmagazine voll von großformatigen Anregungen und Schritt-für-Schritt-Anleitungen, wie man die technischen Möglichkeiten der Apparate, der mit ihnen genutzten Apps und der Nachbearbeitungs-Software auf dem heimischen Rechner wenigstens ansatzweise nutzen kann. Das immer gleiche Versprechen: Eingebaut ist in die Apparate, was den Benutzern fehlt, die eigene, unverwechselbare Kreativität.

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