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Dyson Lightcycle : Heller Kopf

Es ward Licht: Die smarte Leuchte Lightcycle von Dyson. Bild: Hersteller

Lange hat die Firma Dyson an der neuen Leuchte getüftelt. Der Wurf ist gelungen. Lightcycle spendet nicht nur reichlich Licht, es folgt auch in seiner Farbe dem Tagesverlauf.

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          Bei Lichte gesehen, sind manche Innovationen vor allem deswegen genial, weil vorhandene Lösungen weiterentwickelt und intelligent zu neuen Produkten zusammengestellt werden. Meister im Schwergewicht ist hier das englische Unternehmen Dyson, das gerne seinen Forschungsaufwand vorführt und gewiss sein kann, dass jedermann zusammenströmt, um die neueste Kreation zu bewundern – auch ohne zu wissen, worum es genau geht. So vor ein paar Monaten, als es hieß, fast eine Hundertschaft Ingenieure hätte zwei Jahre lang getüftelt, um gleichsam die Leuchte neu zu erfinden.

          Lukas Weber

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Nun brennt das Lightcycle genannte Licht also schon eine Weile im Dienste der Redaktion, wo es die Schreibtischarbeit erhellt. Und wir bestätigen gerne: Der Wurf ist gelungen. Wenngleich der unternehmenstypisch selbstbewusste Preis von fast 500 Euro für ein Tischexemplar und noch einmal 250 Euro obendrauf für eines mit langem Standbein auf viele Interessenten abschreckend wirken könnte. Da hilfhat l es auch nichts, dass die Leuchte in Schwarz und Weiß erhältlich ist und der Besitzer langfristig Leuchtmittel spart. Schade, den so verhinderten Kunden entgeht etwas. Die Lightcycle ersetzt die zwei Jahre zuvor vorgestellte CSYS, das war das erste Licht aus dem Hause Dyson. Die Neue ist im Vergleich ein Schnäppchen, denn sie kostet nicht nur etwas weniger, sondern sie kann auch viel mehr als ihre Vorgängerin.

          So spendet sie nicht nur reichlich Licht, es folgt auch in seiner Farbe dem Tagesverlauf. Das soll das Wohl des Benutzers fördern, und tatsächlich ist das subjektive Befinden unter dieser Leuchte höchst angenehm. Wie geht das? In dem kleinen Kopf sitzen sechs LED, die Farbtemperaturen des Tageslichts von sanften 2700 bis zu kühlen 6500 Kelvin simulieren können. Damit sie wissen, was sie gerade machen sollen, steckt im Gerät ein Mikroprozessor, der sich wiederum eines Algorithmus bedient, in den offensichtlich viel Grips investiert wurde. Damit er die rechte Farbtemperatur und Helligkeit für den jeweiligen Ort, Jahres- und Tageszeit auswählen kann, stützt sich seine Berechnung nach Angaben des Herstellers auf mehr als eine Million satellitengestützte Messungen der Lichtbedingungen. Das LED-Licht wird über einen siebeneckigen Reflektor gemixt und fokussiert, es fällt dorthin, wo es hin soll, ohne zu blenden. Von 100 bis zu 1000 Lux sollen zur Verfügung stehen; das mag sein, wir fanden es jederzeit hell genug.

          Heat-Pipe-Technologie

          Problem starker LED ist die Hitzeentwicklung, sie verlieren mit der Zeit an Kraft. Dem wirkt Dyson wie schon im Vorgängermodell mit einem geschlossenen Kühlsystem entgegen, das als Heat-Pipe-Technologie bekannt ist. Ein Kupferrohr, in dem sich außer einem Vakuum ein Wassertropfen befindet, leitet die Wärme ab. Das Wasser verdampft, kondensiert am anderen Ende des Rohres und fließt wieder zurück. Die Lichtqualität soll so mehr als 175 000 Stunden erhalten bleiben – ausreichend für 60 Jahre täglicher Arbeit von acht Stunden, die Chancen stehen also gut, dass die Lightcycle ihrem Besitzer bis ins Grab leuchtet.

          Das geschlossene Kühlsystem hat einen zunächst etwas irritierenden Nebeneffekt: Der Arm, an dem der Leuchtkopf sitzt, muss waagerecht stehen, schrägstellen geht nicht. Stattdessen bewegt sich die Leuchte mit einem Fingerstips um alle Achsen, hoch und hinunter. Dennoch hätten wir gerne zumindest einen verstellbaren Kopf. Der Arm lässt sich mit einem Handgriff abnehmen und wieder montieren. Mit ihrem schweren Fuß steht die Lightcycle sicher, unten befindet sich ein USB-Stecker zum Laden des Handys.

          Die Leuchte lässt sich über ein paar Knöpfchen am Kopf bedienen, so richtig individuell wird es jedoch erst über App, mit der die Lichtleistung an den Wohnort, das Alter des Benutzers (mit den Jahren braucht der Mensch mehr Licht), der Arbeit, dem Tagesablauf und der übrigen Beleuchtung angepasst werden kann. Eine Steuerung über Alexa und deren Verwandte geht freilich noch nicht. Vorerst gibt es ein paar virtuelle Schieberegler, die Möglichkeit, bis zu 20 Einstellungen zu programmieren, und eine Handvoll voreingestellte Modi: etwa für Schreibstischarbeit (Study), Lesen (Relax), präzise Farbwiedergabe (Precision) und hellstes Licht für maximal 20 Minuten (Boost). Aber die Leuchte kann noch mehr: Sie hat einen Bewegungssensor, der sensibel reagiert und sie anschaltet, einen für Umgebungslicht, der sie über die Hintergrundbeleuchtung informiert, sowie einen Away-Modus, der im Fall einer Abwesenheit das Licht selbständig ein und aus schaltet und so Einbrecher irritieren soll. Wer möchte, kann die Lightcycle auch als Lichtwecker benutzen – ist der Büroschlaf zu Ende, hellt sie sich automatisch auf.

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