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68er-Revolution der Bahn : Sieben auf einen Streich

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Goldjubilar: Zwei Dieselloks der Baureihe 218 in der Morgendämmerung am Frankfurter Südbahnhof. Diese Variante der Lokomotivfamilie V160 wurde ab 1968 in Dienst gestellt. So galt von Anfang an das neue Nummernschema. Bild: Peter Thomas

Vor 50 Jahren trat der Umzeichnungsplan der Deutschen Bundesbahn in Kraft. Künftig sollten alle Loks nur noch sieben Ziffern als computerlesbare Bezeichnung tragen.

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          Die 68er-Revolution der Bahn war vor allem Zahlensache: Vor 50 Jahren krempelte die damalige Deutsche Bundesbahn (DB) die Beschreibung ihrer Lokomotivtypen gründlich um. Von Anfang Januar bis Ende März 1968 wurde das neue, EDV-gerechte Baureihenschema für fast alle Triebfahrzeuge im Bestand umgesetzt. So sollte das Anfang der zwanziger Jahre von der damals neu gegründeten Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft eingeführte Prinzip der Baureihenbezeichnung entstaubt und fit für die Zukunft gemacht werden.

          Die Bezeichnung einer Lok oder eines Triebwagens bestand künftig immer aus sieben Ziffern: Aus der dreistelligen Baureihennummer, gefolgt von der ebenfalls dreistelligen Ordnungsnummer und – durch einen Spiegelstrich getrennt – der neuen Selbstkontrollziffer. Diese erlaubte es der Digitaltechnik, schnell und automatisch zu prüfen, ob es einen Übertragungsfehler bei der Erfassung der Bezeichnung gegeben hatte. Errechnet wird diese Ziffer, indem die ersten sechs Ziffern abwechselnd mit 1 und 2 multipliziert werden. Aus den entstehenden Zahlen wird die Quersumme der einzelnen Ziffern gebildet, das Ergebnis anschließend vom nächsthöheren Zehnerwert abgezogen.

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          Rechenkunst brauchte man aber nicht nur, um die Kontrollziffer auszuknobeln. Auch die lange vertrauten Baureihenbezeichnungen veränderten sich. Besonders deutlich war der Unterschied bei Elloks und Dieselloks. Denn die Buchstaben, die bisher zur Kennzeichnung der Traktionsarten den Baureihen vorangestellt wurden (E und V, respektive VT, ET und ETA für die verschiedenen Triebwagen), fielen künftig weg. Stattdessen begannen nun die Dampflok-Baureihen mit einer 0, Ellok-Typen mit 1 und Dieselloks mit 2. Aus der mächtigen V 200 wurde so die Baureihe 220, und die ikonische E 03 tat vor hochwertigen Fernzügen als Baureihe 103 ihren Dienst.

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          Die weiteren Ziffern waren künftig Kleinlokomotiven (3), Elektrotriebwagen (4), Akkutriebwagen (5), Dieseltriebwagen (6), Bahndienstfahrzeugen (7) sowie Steuerwagen, Beiwagen und Mittelwagen zu E- und Dieseltriebwagen (8 und 9) vorbehalten. Bis heute lässt sich so an der ersten Ziffer einer Bezeichnung ablesen, um welchen Fahrzeugtyp es geht.

          Loktypen, die in besonders großer Zahl gebaut worden waren, teilte die Bundesbahn auf verschiedene Baureihen auf. Waren zum Beispiel die Varianten der dieselhydraulischen Streckendiesellok V 100 vorher durch verschiedene Bereiche der Ordnungsnummern gekennzeichnet, erhielten diese Spielarten nun eigene Baureihen (211, 212 und 213 sowie die 214 der Tunnelrettungszüge – heute Baureihe 714 der Rettungszüge). Auch bei den Dampfloks wurden bisher einheitlich bezeichnete Baureihen ab 1968 nach Art der Feuerung (Kohle oder Öl) unterschieden.

          Im ersten Vierteljahr 1968 setzte die Bundesbahn nicht nur das neue Nummernschema um. In diesem Quartal endete auch die Ära der massiven Lokschilder mit ihren erhabenen Ziffern auf schwarzem Grund. Seither sind die Bezeichnungen meist aufgemalt oder aufgeklebt. Erleben lassen sich die mächtigen Kennzeichen aber heute noch immer. Denn sie zieren viele Schienen-Oldtimer, die in Museen ausgestellt sind oder auf Museumseisenbahnen eingesetzt werden.

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