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Schutz für Fahrräder : Das Zelt kann eine Dauerlösung sein

  • -Aktualisiert am

Die Fahrradgarage, eigentlich fürs Camping gedacht, kann eine feste Box ersetzen. Bild: Pardey

Um Fahrräder zu schützen, müssen nicht teure kleine Garagen gekauft werden. So lässt sich in weniger als zehn Minuten ein Zelt aufbauen, das mit seinem handlichen Packmaß auch auf den Campingplatz mitreisen könnte.

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          Nicht erst seit die Elektroräder mit Akku und Motor rund das Doppelte von unmotorisierten Fahrrädern auf die Waage bringen, wird die Kellertreppe zum Problem. Auch das beliebte Kompaktmodell mit den kleineren Rädern tut sich an den wenigen steilen Stufen besonders schwer, gleichgültig, ob es hinauf- oder hinuntergeht. Die Autogarage liegt auch im Keller. Es muss also eine Möglichkeit zum Unterstellen her, eine Fahrradgarage. Wer Platz dafür hat und das nötige Kleingeld, findet unter diesem Stichwort sehr solide Angebote.

          Nur ein erstes Beispiel: Storemax 190 von Biohort (1,90 × 0,97 × 1,36 Meter) für 1500 Euro ohne Montage. Die Seitenwände und der Boden sind aus feuerverzinktem und lackiertem Stahlblech, der zweiteilige, regendichte und abschließbare Rollladen sowie die Profile aus beschichtetem Aluminium. Drei 120-Liter-Mülltonnen passen nebeneinander hinein. Und wie viele Fahrräder? Maximal zwei und ein Kinderrädchen. Auch wenn das Werbebild des österreichischen Anbieters die Sache so aussehen lässt, drei sind schwierig, und von pedalbetriebenen Familienkutschen mit montiertem Kindersitz und Einkaufstaschen vorn und hinten wollen wir erst gar nicht reden.

          Bei aller Liebe zu den teuren Fahrrädern: Eine Box wie der Storemax oder die einem sich auf vier oder fünf Quadratmeter 1,45 Meter hoch erhebenden Brotkasten nicht unähnliche Fahrradgarage von Streicher (je nach Ausführung zwischen rund 2000 und knapp 3000 Euro) konnte in unserem Fall weder vor das Haus noch hinten in den Garten. Nachmessen mit dem Zollstock im Baumarkt ergab: Die Gerätehäuschen aus Holz haben meist Innen- und Türmaße, die mit der Sperrigkeit von Fahrrädern schlecht harmonieren. Und da es auf dem Dorf nicht primär um Sicherheit ging, ergab sich als Ausweg: ein Zelt an der Hauswand.

          Sie ist in jeder Hinsicht sehr kompakt und bietet zwei Pedelecs Platz.

          Mit dem Gedanken „Wenn es einen Sommer lang hält, ist es genug“ wurde für rund 70 Euro ein einfaches Kreuzbogenzelt (Fiberglasgestänge) mit den Maßen 2,00 × 0,80 ×1,60 Meter aus China, angeboten unter dem Namen „Rolektro RL-01“, einem Anbieter von Elektrorollern, gekauft. Heute, nach rund zwei Jahren, erhielte irgendein anders heißendes, ähnliches und 20 Euro günstigeres Angebot den Zuschlag. Vor allem würde nach den gemachten Erfahrungen darauf geachtet, dass der lange Reißverschluss – eine Schwachstelle – nicht am Boden endet, sondern oben, damit man nicht über die aufgeklappte Vorderplane die Räder hinein- und hinausschieben muss. Das in weniger als zehn Minuten für dauernd aufgebaute Zelt, das mit seinem handlichen Packmaß aber auch auf den Campingplatz mitreisen könnte, hat ordentlich abgespannt etlichen Starkregen und Winterstürmen getrotzt, auch dem, der nebenan den Holzzaun umlegte.

          Es verträgt die Schneelast milder Winter und hält zwei ausgewachsene, mit Gepäcktaschen behängte Fahrräder weitgehend trocken. Das heißt: Durch anhaltend starken Regen rinnt im Verlauf mehrerer Tage weniger als eine Tasse Wasser entlang der Stangen auf den Boden. Und: Ein tropfnass im Zelt abgestelltes Fahrrad trocknet nicht wie in einem geschlossenen Raum, sondern bleibt nass. Gesichert werden die Räder an einem Erdanker, der durch einen in den Boden geschnittenen Schlitz geführt wurde.

          Das Fazit: Die Abspannschnüre verlieren ihre Farbe, die Metallösen rosten, zwei Triangel mussten mit Klebeband geheilt werden. Das war keine Materialermüdung, aber Fahrradschutzbleche können scharfkantiger sein, als sie sein sollten. Es sieht nicht so aus, als müsse die preisgünstige, Sicht- und Nässeschutz bietende Fahrradgarage bald ausgetauscht werden.

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