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Neuigkeiten für den Haushalt : Sauber gemacht!

Fast zum Standard geworden: Staubsauger mit Frontscheinwerfer Bild: Dettweiler

Niemand reinigt gerne im Haushalt. Deswegen sollten das Maschinen übernehmen. Diese neuen Produkte tun es auf ihre Art.

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          Es gibt zwei Begriffe, die im Haushalt nichts verloren haben. Das sind „Künstliche Intelligenz“ und „Smart Home“. Jedenfalls jetzt noch nicht. Die Hersteller täten gut daran, sich auf die Weiterentwicklung jener Funktionen zu konzentrieren, die den Nutzer wirklich weiterbringen. Apps für den Kühlschrank, die Kaffeemaschine und den Backofen sowie vermeintlich schlaue Algorithmen hindern eher die flüssige Bedienung, als dass sie Mann und Frau im Haushalt die Arbeit abnehmen.

          Glücklicherweise haben in einigen Unternehmen noch Ingenieure etwas mitzureden, die an den analogen und elektronischen Bestandteilen der Geräte forschen. Auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin sind etliche Produkte zu finden, deren Innovationen jenseits von Künstlicher Intelligenz und Smart Home liegen. Zum Beispiel, wenn es um das Reinigen geht.

          Obwohl gerade die Ingenieure von LG einen Hang dazu haben, die Geräte mit Apps und anderem Firlefanz auszustatten, haben die Koreaner beim „Styler“ eher an die harte Realität gedacht. Der Styler sieht aus wie ein schmaler Kühlschrank. In ihm liegen keine kühlen Lebensmittel, sondern hängen bis zu sechs Kleidungsstücke wie Sakkos, Hemden, Kleider oder Hosen. Sie wackeln 180 mal pro Minute hin und her. Das geht mit einem Geräuschpegel von 40 Dezibel recht leise vonstatten. Kleidung, die nicht gewaschen werden kann oder soll, wird dadurch von Schweißgeruch und Knitterfalten befreit.

          Aufhängen, bedampfen und schütteln: LG mit einer außergewöhnlichen Reinigungsmethode Bilderstrecke

          Gelingen soll das mit dem bis zu 70 Grad heißen Dampf, der die Geruchsmoleküle löst und in kondensierter Form über einen Ablauf am Boden des Gerätes abtransportiert. Laut LG werden dadurch 99 Prozent der Allergene und Bakterien entfernt. In Korea ist man sich natürlich auch klar, dass in den wenigsten deutschen Wohnungen Platz für einen solchen Styler ist. Deshalb sieht LG sein Produkt in Hotels oder Büros. Außerdem lässt sich für 2800 Euro die Kleidung einige Male in die Reinigung tragen.

          Wäsche reinlegen und Start drücken

          Alltagsrelevanter, 1200 Euro günstiger und für den Endkonsumenten gedacht ist der neue Waschtrockner von Bosch. Es ist der erste Waschtrockner des Unternehmens, der automatisch das Waschmittel dosiert. Die Technik nennt Bosch „I-Dos“ und verwendet sie seit Jahren bei Waschmaschinen der Oberklasse. Der Weg zu sauberer und trockener Wäsche, die dann direkt im Schrank verstaut werden kann, wird einfacher. Das Gerät hält das Flüssigwaschmittel vor, ein Automatikprogramm erkennt mit Hilfe von Sensoren Verschmutzungsgrad, Beladungsmenge und Textilart.

          Das heißt: Wäsche reinlegen, Start drücken und nach ein paar Stunden wieder herausnehmen. Nur vorab wiegen kann der Waschtrockner nicht. Die maximale Menge von zehn Kilogramm für Waschen und sechs Kilogramm für Trocknen muss der Nutzer selbst abschätzen. Die automatische Dosierung soll für etwa 20 Waschgänge reichen, bevor die Maschine nach neuem Flüssigwaschmittel verlangt. Neben Komfort verspricht Bosch auch Ersparnis. Dank I-Dos im neuen Waschtrockner spare der Nutzer 7000 Liter Wasser pro Jahr und 30 Prozent Flüssigwaschmittel.

          Geschirr reinstellen und kein Start drücken

          Miele hat bei seinen Waschmaschinen mit Twindos schon lange die automatische Dosierung im Einsatz, die zudem mit einem speziell für diese Technik entwickelten Waschmittel arbeitet. Nun hat man es in Gütersloh nach jahrelanger Forschung geschafft, die automatische Dosierung in einem anderen Bereich einzusetzen. Auf der IFA hat Miele den Geschirrspüler G 7000 vorgestellt. Bei der neuen Technik dreht sich alles um die sogenannte Powerdisk. Diesen mit Granulat gefüllten Kunststoffbehälter legt man in eine Halterung, die in der Türinnenseite angebracht ist. Das Pulver ist von Miele entwickelt und wird nur von dieser Marke verkauft. Die Menge einer Powerdisk hält für etwa 20 Spülgänge. Eine Packung kostet neun Euro, ein Sechserpack ist für 50 Euro zu haben.

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