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Ab in den Garten : Das richtige Werkzeug für die Gartenarbeit

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Aufgehängt: Neu sehen die Geräte alle schön aus. Wer möchte, dass das auch nach ein paar Jahren noch so ist, greift am besten zu Edelstahl. Bild: Peter Thomas

Rein in die Beete: Wir wagen den Einstieg in die Gärtnerei. Aber welches Werkzeug brauchen wir als Novize zum Buddeln und Rechen, zum Säen, Düngen und Ernten?

          Hobbygärtners erste Grundsatzfrage kommt nach fünf Minuten: Wechselstiel oder nicht? Und falls ja – soll es das System mit Schraub- oder Klickverschluss sein? Aber vor allem: Welche Vorsatzgeräte braucht der Kunde dazu? Während ringsumher die Gärtnerinnen und Gärtner das Verbrauchsmaterial für die neue Saison gleich kisten- und sackweise zum Auto tragen, bekommen wir eine gründliche Stielberatung.

          Dabei klang alles noch so einfach im vergangenen Winter: Endlich dem Jucken im grünen Daumen nachgeben und einen Gemüse- und Obstgarten anlegen. An Impulsen für die Planung würde es ja nicht fehlen. Denn die Anzahl der Gartenzeitschrift-Titel im Bahnhofskiosk hat mittlerweile derart zugenommen, dass man eine ausgewachsene Schubkarre (dazu später mehr) zum Abtransport des gesamten Angebotes brauchte.

          Während der Winter seine letzten frostigen Rückzugsgefechte verliert, ist schließlich der Plan gemacht: Mit klassischen Gemüsebeeten geht es in diesem Frühjahr los, später wollen wir ein Hochbeet anlegen, dazu für das kommende Jahr zwei Frühbeete und eine Kräuterspirale aus örtlichen Sandsteinbrocken. Die auf dem ausgewählten Grundstück der Familie stehenden Obstbäume sollen um eine zwischen den Stämmen sprießende Wiese ergänzt werden.

          Eingestochen: Klassischer Spaten mit langem Blatt Bilderstrecke

          Doch vor dem ersten Griff in die duftende Krume brauchen wir eine Grundausstattung an Werkzeugen für das Gärtnern. Das führt uns zum Landhandel am Rande der Stadt. „Mindestens sollte es ein Spaten oder eine Grabgabel sein, dazu Rechen, Hacke, Gartenschere, Gießkanne und Handschuhe“, zählt Horst Guthmann auf. Seit 40 Jahren verkauft der Geschäftsführer der Raiffeisen-Warengenossenschaft in Rüsselsheim-Bauschheim den Menschen in der Region Gartenzubehör. So manche Familie ist bei ihm schon in der dritten Generation Kunde – da bekommt man Übung in der Beratung von Gartennovizen.

          Qualität steckt im Edelstahl

          Wer neu in das Hobby einsteigt, rät Guthmann, solle mit einer Investition von gut Hundert Euro für die solide Erstausrüstung rechnen. Dabei geht an einem Grabwerkzeug kein Weg vorbei. Je nach Boden und Ausrichtung des Gartens wählt man hier einen klassischen Spaten (mit breitem oder schmalem, mit rechteckigem oder schildförmigem Blatt) oder eine Grabgabel. Wer auf dauerhaft gutes Aussehen Wert legt, kann Exemplare aus Edelstahl wählen. Die Gabel ist etwas schonender, auch für den Wurmbestand.

          Beide Werkzeuge werden mit dem Fuß in die Erde gestochen, die Scholle aus dem Boden gehebelt und schließlich durch seitliches Kippen um die Längsachse wieder abgelegt. Für diesen letzten Arbeitsschritt besitzen Grabgabel wie Spaten den typischen, querliegenden Griff am Ende ihres Stiels. Je nach Ausführung kosten diese Werkzeuge 20 bis 45 Euro.

          Der wohl nächstwichtige Gartenhelfer ist die Hacke – entweder mit mehreren Zinken als Grubber ausgeformt, mit einem scharfen Blatt ausgestattet oder einzinkig als Sauzahn. Hacken dienen nicht nur dazu, Unkraut zu jäten und für Sauberkeit zwischen den Pflanzreihen zu sorgen, sondern tragen auch entscheidend zum Feuchtigkeitshaushalt der oberen Bodenschichten bei. Denn wer regelmäßig die Krume des Beetes lockert, der stört die in tiefere Schichten führenden Risse, bringt Luft in die Erde und vergrößert die Oberfläche der Krume. Das alles lässt den Boden mehr Wasser speichern und an die Wurzeln abgeben.

          Vor dem Kauf der Hacke gilt es, sich für ein System zu entscheiden: Entweder der Gärtner wählt die klassische Version mit Holzstiel und fest angebautem Metallwerkzeug. Oder er kauft ein Wechselsystem, bei dem verschieden lange und unterschiedlich geformte Stiele mit einer großen Auswahl an Vorsatzgeräten bestückt werden können. Marktführer bei diesen Wechselsystemen sind Wolf Garten („Multistar“ mit Klickverbindung und Kraftschluss durch einen flachen Metallstab mit Öse) sowie Gardena („Combisystem“ mit Schraubfixierung und Kraftschluss durch einem Sechskantstab mit Nut). Insbesondere bei vorwiegend ziehenden Arbeiten mit Hacke, Rechen und Ähnlichem halten diese Schnittstellen den Belastungen auf Zug und Druck sowie der Torsion in Längsachse des Stiels zuverlässig stand. Bei der schwereren Bodenbearbeitung, vor allem bei stoßenden Arbeitsprozessen wie dem Umgraben, bewähren sich eher Geräte mit durchgehendem, massivem Stiel.

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