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Zehn Modelle ausprobiert : Das müssen Sie über Grillzangen wissen

Für jeden etwas: Große Zangen links von Weber und Landmann, daneben ein altes Monster aus China und in der Mitte der Lulatsch Cago XXL, kleine von Fackelmann, Leifheit und der Grill Chef (von links). Außerdem die Swoho mit Kapselheber, daneben die Tonglite mit Licht sowie das Rexon-Faltbesteck unter einer Grillmachete Bild: Bäuml, Lucas

Ein Grillsteak mit dem Finger wenden mag nicht jeder. Besser geeignet ist eine Zange. Wir haben uns aus einem verwirrenden Angebot ein paar Modelle herausgegriffen.

          Wer eine Antwort darauf sucht, warum Männer gern grillen und Frauen nicht einparken können – die Frage ist reiner Humbug, wir kennen Frauen, die exzellent einparken. Manche stehen sogar gern am Grill, dann aber, soweit dem Autor dieser Zeilen bekannt ist, mit einer eher nüchternen Arbeitsweise; das Feuer als Mittel zum Zweck, irgendwie fehlt der maskuline Spieltrieb.

          Lukas Weber

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Der lässt sich mit allerlei Ausstattung befriedigen, die ihren Besitzer zum Meister der Zeremonie macht. Wir reden hier nicht von albernen Schürzen mit Sixpack-Aufdruck und meist sinnfreien Sprüchen oder Brandeisen mit dem Schriftzug „Chef“, sondern von richtigem Werkzeug. Wie Mann es auch dreht oder wendet, Rost und Grillgut wollen bedient werden. Dazu gibt es praktische Koffer mit mehr oder weniger notwendigen Utensilien, von denen die meisten nach unserer Ansicht eher weniger notwendig sind. Messer, Spieße und Pinsel sind in der Küche ohnehin vorhanden, der Letztgenannte ist manchmal zum Marinieren ganz brauchbar, sollte dann aber Borsten aus Silikon haben, weil Naturborsten schnell unansehnlich werden.

          Grillköfferchen sind ein beliebtes Geschenk, mit dem man den Enthusiasten beglücken kann, und so hat sich im Hause mit der Zeit eine bunte Mischung angesammelt. Im Set dabei ist oft eine Bürste, die dazu dienen soll, den Rost zu reinigen. Nur funktioniert das mit den beigelegten Teilen nicht recht, weil die Borsten zu weich sind. Das gilt für solche aus Kupfer immer und für Stahldraht in den meisten Fällen, außerdem lässt sich mit den zarten Stielen kein Druck ausüben. Für wenige Euro gibt es im Handel Edelstahlbürsten, mit denen sich trefflich über den Rost schrubben lässt. Jener besteht am besten ebenfalls aus Edelstahl und wird nach Gebrauch tief über die Glut gehängt, die verkokelten Speisereste gehen dann leichter ab.

          Dreifaltigkeit Fleischgabel, Wender und Zange

          Im engeren Sinn besteht ein Grillbesteck aus der Dreifaltigkeit Fleischgabel, Wender und Zange. Die Erstgenannte dünkt manchem unentbehrlich, wir sehen das nicht so. Denn wer mit den Spitzen sein Fleisch perforiert, darf sich nicht wundern, wenn durch die Löcher der Saft austritt und das Schweinesteak ledrig wird. In der Küche kann eine solche Gabel freilich gute Dienste leisten, falls sie nicht zu lang und einigermaßen stabil ist, zum Beispiel, wenn auf einem Holzbrett das Grillhuhn zerlegt wird. Der Wender in Form einer flachen Schaufel ist am Grill schon eher zu gebrauchen, um unter Hamburger, Fisch und Käse zu fahren. Mit einem guter Wender lässt sich jenseits der eigentlichen Bestimmung auch mal der Rost abschaben oder anheben.

          Das Königswerkzeug des Grillmeisters ist indessen die Zange. Sie wird für fast alles benötigt und sollte in mindestens zwei Exemplaren vorhanden sein – eine für das frische und eine für das fertige Grillgut, denn Marinadeglibber und verkeimter Fleischsaft am T-Bone-Steak sind eklig. Wer eingeladen, aber nicht sicher ist, dass der Gastgeber diese Regel beherzigt, kann eine Zange von zu Hause mitnehmen, bevorzugt ein ausgefallenes Modell, das dann auch noch Gesprächsstoff bietet. Welches das sein könnte, kommt noch. Wir haben uns aus der unübersehbaren Fülle des Angebots eine Auswahl besorgt und ausprobiert, schauen uns zuvor aber erst einmal an, welche Bauformen und Materialien es gibt.

          Lebensmittel dürfen nicht gequetscht werden

          Vervielfacht wird des Mannes Kraft, wenn er mit dem Hebel schafft. Deshalb hat eine normale Zange zwei lange Schenkel hinter dem Gelenk und ein kurzes Maul davor zum festen Zupacken. Eine Grillzange ist das Gegenteil davon, denn Lebensmittel müssen vor dem Verzehr nicht gequetscht werden, aber Reichweite ist gefragt. Falls es ein Gelenk vor dem Griff gibt, ist der Hebel kurz wie bei einer Papierschere, in den meisten Fällen ist aber die Grillzange eher eine große Pinzette. Sie spreizt sich auseinander, weil das Material elastisch ist, oder im Gelenk am hinteren Ende sitzt eine Feder. Die zweite Bauform ist verbreitet, aber wegen der Verwinkelungen schwieriger zu reinigen.

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