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Laserschwerter im Test : In jedem von uns steckt ein Jedi

So weit die Fiktion. Ob es irgendwann einmal ein Laserschwert in der Realität geben könnte, wollten wir von Professor Peter Hommelhoff wissen, der den Lehrstuhl für Laserphysik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg innehat. Die gute Nachricht für alle „Star Wars“-Fans: Die Möglichkeit einer Umsetzung liegt nicht in einer weit entfernten Galaxis. Am kniffligsten ist seit jeher das technische Detail, dass bei einem Laserschwert die Klinge eine begrenzte Ausdehnung von etwa einem Meter hat. Schließlich breitet sich Licht unendlich aus. Das gelte allerdings nur für Vakuum, sagt Hommelhoff und erklärt seine Idee für den Einsatz in der Atmosphäre auf Planeten, wo praktischerweise das Laserschwert meist zum Einsatz kommt. Die Ingenieure könnten mit Plasmaspiegeln arbeiten, sagt Hommelhoff. Stößt ein sehr starker Laserpuls auf Moleküle, reißen diese auseinander und erzeugen ein Plasma. Der Laser hätte sich dann sozusagen selbst einen Spiegel gebaut, von dem er gestreut oder reflektiert würde. Hommelhoff schränkt den Einsatz einer solchen Lasertechnik allerdings ein: „Im Wasser könnte das funktionieren, in der Luft wird es schwierig.“

Optimistischer ist der Wissenschaftler, was die Energiequelle betrifft. Moderne Laser, wie sie die Industrie einsetzt, sind sehr effizient. Daher sei es denkbar, dass ein kleiner Akku im Griff des Laserschwertes Platz findet, dessen Zellen für ein paar Minuten hinreichend viel Energie spenden. Dabei könnte man mit einem sogenannten Faserlaser arbeiten. Der Laser durchläuft eng gewickelte Glasfasern, die das Licht verstärken. Auch eine Färbung des Laserstrahls könne man hinbekommen, erklärt Hommelhoff. Und zwar – wer hätte es gedacht – mit Kristallen. Für starke Laserstrahlen haben sie nichtlineare Eigenschaften. Farben im Infrarotbereich würden durch den Kristall in ihrer Frequenz verdoppelt und grün erstrahlen.

Was die Schneide- und Widerstandsfähigkeit der Klinge betrifft, müssen „Star Wars“-Fans jetzt tapfer sein: Das kann nicht funktionieren. Wenn sich zwei Laser kreuzen, bleiben sie nicht aufeinander stehen, sondern setzen ihre Bewegung ungehindert fort. Die Klinge kann auch nicht an der Kante schneiden, sondern nur an der Stelle, wo der Laser auf Materie trifft. Darth Vader könnte mit einem irdischen Laserschwert dennoch Luke Skywalker die Hand abtrennen. Nur würde der Strahl an der „Schnittstelle“ absorbiert werden, so dass sich das Laserschwert dort verkürzen würde.

Laserschwert der Extraklasse: Kylo Ren kämpft mit dieser Waffe Bilderstrecke

Jenseits der Existenz im Film und der Spekulation in der Physik ist die Realität des Laserschwerts aus Plastik, dafür aber in vielfältiger Form. Wer im Netz nach Laserschwert sucht, findet die „elegante Waffe aus zivilisierten Tagen“ auch als Taschenlampe oder Regenschirm. Solche wenig ehrwürdigen Auswüchse der Branche interessieren den Fan nicht. Deshalb haben wir das Laserschwert als solches getestet. Hasbro als offizieller Lizenznehmer bietet sie in allen relevanten Farben an, als rein mechanisches Spielzeug ohne Elektronik von etwa 10 Euro an und als Variante mit leuchtender und brummender Klinge. Der Test begann mit den „Basislichtschwertern“ in Rot, Grün und Blau, also denen von Darth Vader, Luke Skywalker und Kanan Jarrus. Das Spielzeug ist laut Hersteller für Kinder ab vier Jahren geeignet.

Hasbro hat die Griffe ziemlich originalgetreu nachgebaut, daher haben sie auch einen ordentlichen Durchmesser. Kinderhände können sie zwar halten, richtig fest liegen sie aber nur Erwachsenen in der Hand. Was erstaunlich gut funktioniert, ist das Ausfahren der Klinge. Wie bei einem Teleskopschlagstock schwingt man den Griff nach unten, woraufhin die vier ineinandergeschobenen Teile sich entfalten. Dafür ist etwas Kraft notwendig, aber mit etwas Übung bekommen das auch Kinder hin. Dann kann der Kampf beginnen. Die Laserschwerter halten erstaunlich viel aus. Ordentliche Hiebe auf die Klinge machen dem Hasbro-Produkt wenig aus. Sie ist aus weichem Kunststoff, der nachgibt und nicht splittert. Um die Klinge wieder einzuziehen, schiebt man sie einfach mit der Hand zurück. Das sieht nicht immer elegant aus, weil manchmal das letzte Teil nicht versinken will. Dann hilft nur der Boden als Widerstandsfläche.

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