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Cannondale CAAD 13 : Ruhig Blut

Bergwertung bestanden: Cannondale CAAD 13 Bild: Appel

Cannondale zielt mit dem leichten CAAD 13 auf preisbewusste Einsteiger in die Rennradwelt. Was kann das Alu-Rad aus Amerika?

          2 Min.

          Es ist doch erfreulich, wenn die Nomenklatur so schön passt. Aluminium ist das 13. Element im Periodensystem, und das jüngste Aluminium-Rad von Cannondale heißt wie? Genau, CAAD 13. Die Zahl folgt freilich eher einer Reihe, deutet fast schon auf Tradition, die CAAD-Modelle markieren seit mehr als einem Jahrzehnt den Einstieg in die Rennradwelt der Marke. Cannondale meint denn auch, das CAAD 13 sei der vorläufige Höhepunkt dieser Geschichte, weil der fortschrittlichste und am besten fahrende Alu-Renner, den die Amerikaner je gebaut hätten.

          Holger  Appel

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

          Man muss sich dem Rad nähern mit dem Gedanken, dass hier keine 10.000-Euro-Carbonmaschine am Start steht, sondern etwas für den alltäglicheren Geldbeutel und für den alltäglicheren Betrieb. Es passen den Komfort erhöhende und das Einsatzgebiet erweiternde, bis zu 30 Millimeter breite Reifen drauf, sogar Schutzbleche sind keine Schande. Man kann es aber auch recht nackt auf die flinke Fahrt mitnehmen. Und es empfiehlt sich als eine Art Familienmitglied, denn es gibt zwei Versionen für Männer und eine für Frauen. Die Preisspanne reicht von unverbindlichen 2000 bis 2700 Euro.

          Der Rahmen folgt Vorgaben aus dem Windkanal, die verkürzte Profilrohrform soll das gleiche Gewicht und die gleiche Steifigkeit wie Rundrohre aufweisen, den Luftwiderstand aber um bis zu 30 Prozent reduzieren. Die abgesenkten Sitzstreben fallen sofort ins Auge, ansonsten setzen die Designer eher auf Understatement. Weder Farbgebung noch Logo sind aufdringlich, was so ganz im Gegensatz zu vielem amerikanischem Gehabe dieser Tage steht und deshalb doppelt angenehm auffällt. Extravaganzen verbieten sich auch in den Komponenten, die Tarife sollen schließlich niedrig gehalten werden. Es gibt die Möglichkeit zu Ultegra für Schalthebel und Umwerfer, aber an unserem Mittelklassemodell dominierte die 105er-Gruppe aus dem Hause Shimano, auch die 11/30-Kassette entstammt dieser gezügelten Preisklasse. Am Testrad hatte sich die Justierung der Gänge verstellt, es wollte am Berg partout nicht niedriger als im dritten Gang fahren und wechselte zudem noch selbsttätig hin und her. Deswegen darauf zu schließen, Shimano liefere hier mangelhafte Qualität, verbietet sich aber. Die Komponenten aus dem Hause sind grundsätzlich gut, auch die günstigeren Versionen, und dieser Einzelfall ist Einstellungssache.

          Der längere Radstand des CAAD 13 ist kaum zu sehen, aber zu spüren. Das Rad fährt sicher, ruhig, vielleicht einen Hauch zu unspektakulär. Es folgt willig dem Vorwärtsdrang des Fahrers, ohne dabei zu explodieren, wer Spaß an exaltierten Rennpferden hat, sitzt hier im falschen Sattel. Es ist von der unaufgeregteren Sorte, stabil geradeaus und solide in den Kurven. Anstiege erklimmt es recht locker, aber auch ohne den letzten Kick. Cannondale will mit dem CAAD 13 das Rennradfahren zugänglicher machen, Mission gelungen, der Preis stimmt. Aber uns fehlte es ein wenig an Erregung.

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