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Brooks B17 Imperial : Im Schritt der Fortschritt von vorgestern

  • -Aktualisiert am

Der Brooks B17 Imperial ist ab Werk weicher. Bild: Pardey

Der Brooks B17 Imperial mit dem Schlitz ist der komfortable Ledersattel für Retrofahrräder. Er ist allerdings noch etwas unpraktischer als andere Ledersättel.

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          Das Leben kann ganz schön kompliziert sein, wie man an diesem mittlerweile bald sechs Jahre alten Hilferuf im Internet sehen kann: „Ich möchte mir einen Brooks-Sattel zulegen und hatte mich eigentlich auf den Brooks B17 Select (alternativ zu Standard) festgelegt. Nach einigen Forenbeiträgen, wo der Imperial diskutiert und von einigen als super Sattel angepriesen wurde, bin ich jetzt unsicher geworden und stelle mir folgende Frage: Ist der Brooks B17 Imperial eine wirklich sinnvolle Weiterentwicklung des Standard, und sollte man diesen nicht bezüglich der Beschwerdefreiheit auf jeden Fall dem Standard vorziehen? Wann ist es denn zwingend notwendig, den Imperial zu verwenden?“

          Um mit dem letzten Punkt zu beginnen: Zwingend notwendig ist es überhaupt nicht, den Ledersattel mit dem Schlitz auf seinem Rad zu montieren, nicht einmal, wenn man schlimme Sitzbeschwerden hat. Denn längst gibt es eine Fülle von leichteren und robusten Fahrradsätteln, die mit weichen Gel-Zonen, Aussparungen und echten Längsteilungen Druck vom Perineum des radelnden Mannes nehmen oder der Radlerin unangenehme Taubheitsgefühle auf großer Fahrt ersparen wollen.

          1890, denn so alt ist der Brooks mit dem Schlitz, konnte diese Modifikation des noch älteren B17 als sensationell gelten. Heute ist der Imperial allenfalls der i-Punkt auf dem Retrorad. Technisch gesprochen, handelt es sich um den in allerlei Varianten, schmaler und kürzer, mit großen und mit kleinen Nieten und mit verschieden gefärbten und bearbeiteten Oberflächen gebauten B 17 – nur eben mit einer Aussparung.

          Heute ist der Imperial allenfalls der i-Punkt auf dem Retrorad.

          Ja, der Imperial ist bequem, einfach weil er von Anfang an weicher ist. Ja, durch den Schlitz zieht kühlend der Fahrtwind. Und ja, der Imperial ist noch etwas unpraktischer als andere Ledersättel, denn entlang der Schnittkanten ist er empfindlicher gegen Nässe und verlangt dementsprechend etwas mehr Pflege und besonders behutsames Nachspannen. Die Löcher an den Flanken erlauben eine Schnürung, damit er nicht unschön in die Breite geht. Wenn der Imperial die nötige Zuwendung bekommt, neigt er weniger als andere Brooks-Modelle dazu, sich in der Längsachse aufzuwölben.

          Im Übrigen muss man sich darauf gefasst machen, dass das kleine Mädchen, das sich schon von des Kaisers neuen Kleidern nicht täuschen ließ, unbarmherzig nachfragt: „Ist dein Sattel da kaputt?“ Und aufgepasst, Freunde des nostalgischen Sitzens: Der Sattel, der für 110 Euro bei Brooks in der Liste steht, wird weithin für etwas mehr als die Hälfte gehandelt.

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