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Jahrhundertprojekt am Brenner : Die Dauerbaustelle in den Alpen

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In die Röhre geschaut: Hier soll einmal der Güterverkehr Europas rollen. Der Brennerbasistunnel liegt im Zentrum eines Korridors, der von Skandinavien bis ans Mittelmeer reicht. Bild: STRABAG/BBT-SE/Jan Hetfleisch

Er soll einmal der längste Bahntunnel der Welt sein und den Brennerpass – das Nadelöhr des Güterverkehrs – entlasten. Doch bis das technisch anspruchsvolle Projekt soweit ist, wird es noch lange dauern. Allein der deutsche Zubringer hängt zehn Jahre zurück.

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          Autofahrer haben ihren ganz eigenen Blick auf die Dinge. Für sie ist die Brennerautobahn mit der südlich von Innsbruck spektakulär aufragenden Europabrücke die wichtigste Schnellstrecke über die Alpen. Kaum war sie 1974 fertiggestellt worden, drängte der Warentransport massiv von der Bahn auf die Straße. Bis heute ist es dabei geblieben. Mit jährlichen Zuwachsraten von fünf Prozent ist der Kollaps aber programmiert. 2019 querten rund 2,5 Millionen Lastwagen mit fast 40 Millionen Tonnen Fracht den 1371 Meter hohen Brennerpass. 60 Kilometer lange Staus auf der Inntalautobahn bis hinauf zum Irschenberg sind keine Seltenheit.

          Damit soll künftig Schluss sein. Doch wann genau, weiß momentan keiner. Klar ist nur: Es wird noch dauern, bis der Brennerbasistunnel als Herzstück des sogenannten Skandinavien-Mittelmeer-Korridors die ihm zugedachte Rolle wird übernehmen können. Grund dafür sind Verzögerungen, die zu einem milliardenschweren Infrastrukturprojekt wohl oder übel dazugehören. Erst recht, wenn es darum geht, den längsten Bahntunnel der Welt zu graben. Daran nicht unschuldig ist zudem die Tatsache, dass eine belastbare Zuführung im Norden absehbar fehlt. Rund um Rosenheim ist die Planung der Trassenführung noch im Gange. Gerade haben die Planer zu den vier möglichen „Grobtrassen“, die bisher zur Diskussion standen, noch eine fünfte Variante ins Spiel gebracht.

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