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Jacke von Helly Hansen : Beim Odin

Nordischer Typ: Odin-Jacke von Helly Hansen Bild: Helly Hansen

Wasserabweisend soll sie sein, und natürlich besonders umweltfreundlich: „Lifa“ verspricht, den Spagat zu meistern. Mit der norwegischen Nobelfaser am Leib kann es in die Berge gehen.

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          Ein großes Versprechen: „Ewig“ bleibe sie wasserdicht, verspricht Helly Hansen, zumindest so lange, wie man sie gut behandele. Die Rede ist von einer neuartigen Ski- und Bergsportjacke. Die heißt Odin Mountain Infinity Shell Jacket, was einmal mehr die These unterstreicht, dass manche Jacken heutzutage genauso lange Namen haben wie der Hochadel aus dem Hause von und zu.

          Walter Wille

          Redaktion „Technik und Motor“

          Dreieinhalb Jahre lang hat das norwegische Unternehmen nach eigenen Angaben in die Entwicklung investiert. Dabei ging es darum, einen Weg zu finden, eine hydrophobe Kunstfaser namens Lifa, die Helly Hansen seit den siebziger Jahren für Funktionunterwäsche benutzt, für die äußere, wasserdichte Outdoor-Bekleidungsschicht verwenden zu können. Lifa besteht aus Polypropylen.

          Helly Hansen preist das Material des Odin-Gewands als außergewöhnlich umweltfreundlich. Es handelt sich um eine dreilagige Stoffkonstruktion: Oberstoff aus Lifa-Fasern in spezieller Garngröße und Webdichte, die kein Wasser aufnehmen, ferner eine mikroporöse Lifa-Membran sowie eine Innenseite aus Polyamid (Nylon). Die äußere Schicht und die Membran kämen ohne chemische Zusätze aus, deshalb setze die Lifa-Infinity-Pro-Technik einen „neuen Industrie-Standard hinsichtlich wasserdichter Hardshells“, heißt es.

          Kommt ohne wasserabweisende Beschichtung aus, die Arbeit verrichten die noblen Lifa-Fasern ganz von selbst.
          Kommt ohne wasserabweisende Beschichtung aus, die Arbeit verrichten die noblen Lifa-Fasern ganz von selbst. : Bild: Helly Hansen

          Eine wasserabweisende Beschichtung des Stoffs sei hier nicht erforderlich. Für den Effekt des Abperlens sorge allein die Lifa-Faser, er lasse nicht nach. Es sei daher auch nicht nötig, das Kleidungsstück nach dem Waschen in einen Trockner zu geben, um eine wasserabweisende Ausrüstung zu reaktivieren. Das spare Energie. Nach Darstellung von Helly Hansen haben viele Besitzer technischer Kleidungsstücke ohnehin Hemmungen, die Teile zu waschen, aus Sorge, sie funktionierten anschließend nicht mehr und der Oberstoff sauge sich voll.

          In der Produktion wird dem Hersteller zufolge die Abwassermenge dadurch reduziert, dass der Stoff nicht nachträglich gefärbt wird, sondern die Farbpigmente im Spinndüsenverfahren schon während der Faserproduktion zugeführt werden. Dafür muss der Kunde eine begrenzte Farbauswahl in Kauf nehmen. Genau genommen gibt es die Odin-Jacke nur in einer Farbe, einem hellen Grau. Während das Thema Recycling in der Bekleidungsindustrie zunehmend an Bedeutung gewinnt, kommt wiederverwertetes Material in diesem Fall noch nicht zum Einsatz, wie der Hersteller auf Anfrage mitteilte: „Wir sind derzeit dabei zu erforschen, inwiefern wir recycelte Materialien nutzen können und ob sich zukünftig das komplette Produkt recyceln lässt.“

          Mit einer Schneeschürze, diversen Innen- und Außentaschen, Zwei-Wege-Lüftungsreißverschlüssen, integriertem Recco-Reflektor sowie fein ausgetüftelten Verstellmöglichkeiten für Kapuze, Bund und Ärmel ist die Ausstattung des Odin Jacket recht göttlich – zu einem hohen Preis jedoch. Der beträgt 600 Euro. Wem das noch zu günstig ist, der wählt für 700 Euro das aus identischem Material bestehende Elevation Infinity Shell Jacket speziell für Freerider, das eine Thermo-Innentasche fürs Smartphone aufweist, damit der Akku sich keine Erkältung holt.

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