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Baubetrieb am Burj Dubai : Der Beton ist eine halbe Stunde unterwegs

  • -Aktualisiert am

Betonieren extrem: Mit 190 bar auf den höchsten Turm der Welt Bild: Putzmeister/Kronenberg

Seit kurzem ist der Burj Dubai der höchste Wolkenkratzer der Welt. Fertig ist er aber noch lange nicht. Beim Bauprojekt der Superlative ist auch deutsche Technik am Werk. Schwäbische Betonpumpen bringen die rund 300.000 Kubikmeter Beton an ihren Platz.

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          Jede Nacht wird am Burj (Turm) Dubai betoniert. Doch wann der erste Beton in mittlerweile mehr als 500 Meter Höhe aus dem Verteilerrohr quillt, hängt ganz davon ab, ob die Eisenbieger die Armierung fristgerecht zusammengeknüpft haben und die Schalungen ordnungsgemäß verspannt sind. Erst wenn diese Arbeiten akribisch kontrolliert und abgesegnet sind, ertönt der Startschuss fürs Betonieren. Jeder Handgriff muss sitzen. Die Zeit drängt. Denn der Weltrekordturm soll Ende des kommenden Jahres eröffnet werden. Um dieses Ziel zu erreichen, muss Einschalen, Armieren, Betonieren, Ausschalen und danach das Versetzen der Schalung im perfekt harmonisierten Rhythmus ablaufen. Alle vier Tage wird auf den Hochbau ein weiteres Stockwerk gesetzt.

          Das Betonieren am Burj Dubai ist ein Kampf gegen die Zeit. Nicht nur, dass in einer Nacht bis zu 120 Kubikmeter Beton in die engen Zwischenräume des Armierungsgeflechts gerüttelt werden müssen, das aus dicht an dicht stehenden, mehr als besenstieldicken Stahlstangen zusammengesetzt wird. Die Zeit drängt auch deshalb, weil auf der Höhenbaustelle in Dubai ein Spezialbeton verarbeitet wird, der nicht nur eine bis zu viermal höhere Druckfestigkeit aufweist als der für das Gießen einer Garagenwand benötigte „Normalbeton“, sondern auch deutlich schneller abbindet. Bereits zwei Stunden nach dem Mischen beginnt er auszuhärten. In dieser Zeit muss er vom Mischwerk zur Baustelle und vom Fuß des Turms zu dessen Spitze transportiert und eingebaut werden.

          Schwäbische Technik

          Den Beton mit Kübeln zu fördern, die von Kranen nach oben gezogen werden, scheidet aus. Damit würde man diese Mengen in der zur Verfügung stehenden Zeit nicht bewegen können. Am Burj Dubai wird der Beton daher gepumpt. Das geschieht mit drei Hochleistungspumpen, die eigens für derartige Projekte von der im schwäbischen Aichtal ansässigen Putzmeister AG entwickelt worden sind. Mit einer dieser Maschinen lassen sich in einer Stunde bis zu 33 Kubikmeter Beton auf mehr als 500 Meter Höhe drücken. Bisher haben die Maschinen einwandfrei funktioniert, so dass man glaubt, auch den Beton für die noch fehlenden Etagen in einem Rutsch nach oben fördern zu können. Sollte das wider Erwarten nicht klappen, hat man vorgesorgt, damit die Arbeiten nicht eingestellt werden müssen. Auf der 112. Etage würde dann eine Art Umladestation eingerichtet. Eine in dieser luftigen Höhe installierte Zusatzpumpe könnte den von unten kommenden Beton dann weiterbefördern.

          Bild: F.A.Z.

          Beton in solche Höhen zu schaffen ist ein Kraftakt, denn man kann ihn nicht pumpen wie Wasser. Fast lautlos vor sich hinschnurrende Kreiselpumpen eignen sich für das Fördern von Beton nicht. Man setzt vielmehr auf Kolbenpumpen, mit dem Nachteil, dass sie keine kontinuierliche Betonströmung erzeugen. Ganz im Gegenteil: Im Schaltrhythmus der Pumpe, er schwankt zwischen fünf und sieben Sekunden, werden rund 20 Zentimeter lange „Betonsäulen“ im genau definierten Wechsel aus den (beiden) Pumpenzylindern in das stählerne Steigrohr „geschossen“.

          Die Pumpen könnten noch, die Rohre nicht mehr

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