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Lego-Ausstellung : Stein-Reich in Rüsselsheim

  • -Aktualisiert am

Minimenschen-Menge: Lego-Figuren im Maßstab 1:43 auf Noppenplatten Bild: Thomas

Mehr als 3,5 Millionen Legosteine stecken in der Ausstellung „Rhein-Main-Stein“. Architekturmodelle und weitere Miniaturen werden im Rüsselsheimer Opel-Forum gezeigt.

          1:43 – dieser Maßstab der bunten Traumwelten steht für viele Lego-Architekten fest. Denn so groß sind die typischen Minifiguren des dänischen Spielzeugherstellers. Sonst aber gibt es kaum Einschränkungen beim Konstruieren und Bauen mit den Plastiksteinen. Das zeigt die Ausstellung „Rhein-Main-Stein“ im Rüsselsheimer Opel-Forum am Bahnhof der Hessentagsstadt noch bis zum nächsten Sonntag, dem 18. Juni. Für die Gruppe der „Brick-Fans Rhein-Main“ ist die 1400 Quadratmeter große Schau – davon allein 200 Quadratmeter Tischfläche – die größte Ausstellung bisher.

          Hier bevölkern die Lego-Däumlinge zu Tausenden die Dioramen – beispielsweise die Stadt von Erek Weidner. Für den Park hat sich der Lego-Bauer von seiner Heimatstadt Rüsselsheim inspirieren lassen. Die verglaste Tankstelle nebenan hingegen ist eine Reminiszenz an die Central Garage in Bad Homburg.

          Technisches Verständnis, Phantasie und Zeit

          Über das Diorama verläuft auch eine Einschienenbahn, welche die Möglichkeiten des Konstruierens mit Lego auslotet: Die computergesteuerte Weiche nutzt die Toleranzen in den Klemmverbindungen der Steine („wackeln“ würde der Laie sagen) aus: So lässt sich ein aus vielen kleinen Steinen gebauter Träger in beliebige Kurven verwinden.

          Monorail zum Landfest: Die Lego-Figuren reisen mit der futuristischen Einschienenbahn zum Hessentag an. Reale Besucher nehmen dagegen die gewöhnliche S-Bahn Bilderstrecke

          Die Ausstellung gibt einen guten Einblick in die Welt der erwachsenen Lego-Fans (adult fans of Lego, kurz Afol), eine weltweite Gemeinschaft der Sammler, Konstrukteure und Architekten. Wer in diesem Kreis auf hohem Niveau baut, der braucht einen ganz anderen Fundus an Bauklötzen, als er im üblichen Kinderzimmer zu finden ist. Auf 3,5 Millionen Elemente schätzen die 40 Modellbauer den Gesamtbestand der in Rüsselsheim gezeigten Miniaturen.

          Doch für ein beeindruckendes Großmodell genügt es nicht, steinreich zu sein. Technisches Verständnis, Phantasie und Zeit sind mindestens ebenso wichtig für das ambitionierte Konstruieren in Lego. Dominik Gerlach beispielsweise hat an seinem Modell des Kapitols in Washington von der ersten Idee bis zur Fertigstellung sieben Jahre gearbeitet.

          Minifigur mit gelber Föhnfrisur

          Nebenan steht eine Miniatur der 2001 durch den Terrorangriff zerstörten Zwillingstürme des World Trade Center. Robert Gubbe und Thomas Kratz setzen kurz vor der Ausstellungseröffnung die letzten Module der Wolkenkratzer zusammen. In Rüsselsheim hat das vier Meter hohe Ensemble Premiere, das die Modellbauer künftig um weitere Teile der Skyline von Manhattan ergänzen wollen. Davor müssen jedoch noch die vielen Fenster der beiden grauen Türme mit Glassteinen versehen werden – um den schillernden Effekt zu erreichen, für den das Original berühmt war.

          Von Bauwerken in verschiedenen Maßstäben über den glühenden Vulkan bis zum Piratenschiff: Die Vielfalt der Themen ist riesig. Einige Szenen werden den heute 30 bis 50 Jahre alten Besuchern dabei sehr bekannt vorkommen. Denn viele Sammler und Lego-Architekten integrieren historische Sets in ihre Dioramen. Frank Fürböck beispielsweise hat eine ganze Raumfahrt-Welt mitgebracht. Darin sind klassische Sets und Fahrzeuge der Jahre 1978 bis 1987 mit frei konstruierten, aber stilistisch passenden Raumstationen kombiniert.

          Ob sich wohl Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier beim Besuch des Hessentages Zeit nimmt, die Lego-Schau zu besuchen? Kollege Trump ist jedenfalls schon da: als Minifigur mit gelber Föhnfrisur, amerikanischer Flagge in der Hand und der präsidialen Limousine, die am Fuß der Freitreppe des Kapitols wartet.

          „Rhein-Main-Stein“ im Opel-Forum neben dem historischen Opel-Hauptportal am Bahnhof Rüsselsheim ist bis zum Sonntag, 18. Juni, täglich von 10 bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet einen Euro, Kinder bis elf Jahre haben freien Eintritt. Nächste wichtige Ausstellung für Lego-Fans: die „Fana’briques“ am Wochenende 30. Juni bis 2. Juli in Rosheim (Elsass).

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