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Technoseum Mannheim : Schau mal, wie die Zeit rennt

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Schutz vor dem Wind bietet die Motorradbrille (um 1930) Bild: Peter Thomas

Technische Entwicklung hat den Sport in den vergangenen 200 Jahren erheblich geprägt. Die ganze Vielfalt der Beziehung zeigt eine Ausstellung im Mannheimer Technoseum.

          Sport braucht technische Innovation. Denn sie verbessert Leistungen, ermöglicht neue Geräte und Ausrüstung, bereitet dem Sport das Feld für die Eroberung von immer mehr Lebensbereichen. Das zeigt die neue Sonderausstellung „Fertig? Los! Die Geschichte von Sport und Technik“ im Technoseum Mannheim. Die Schau läuft noch bis zum 10. Juni 2019. Sie umfasst auf 800 Quadratmeter Ausstellungsfläche 400 Exponate und 17 Mitmachstationen von der Slackline bis zur Fitness-Analyse. Die Versportlichung des Alltags gehört ebenso zu den Themen wie Medientechnik und E-Sport.

          Sport ist im Kern stets auch die Jagd nach Bestmarken, nach Rekorden. Das Problem: So ganz einfach ist der Vergleich einer individuellen Leistung mit dem Feld der Wettbewerber gar nicht. In der Antike beispielsweise wussten die Teilnehmer Olympischer Spiele zwar, wer einen Wettlauf gewonnen hatte. Aber ob der beste Läufer eines Jahres auch schneller war als der Sieger der letzten Spiele? Das blieb offen. „Wenn ich beweisen will, dass ich der absolut Schnellste bin, brauche ich ein entsprechendes Messsystem“, sagt Hartwig Lüdtke, Leiter des Landesmuseums für Technik und Arbeit. Stoppuhren und mechanische Auslöser für die Zeitnahme, Zeitdrucker und Lichtschranken, Kameras und Sensoren aller Art gehören zu den Exponaten der Ausstellung.

          Die Zeitmesstechnik nimmt schon in der Darstellung der Frühzeit des modernen Sports eine Schlüsselposition ein. Das passt zum historischen Kontext: „Seit dem 19. Jahrhundert hat die Uhr nicht nur die Technisierung und Industrialisierung der Arbeitswelt geprägt, sondern auch den Sport“, erklärt Ausstellungskurator Alexander Sigelen. Da ist es nur konsequent, dass in der Schau eine Fabrik-Stechuhr einer Wettkampf-Stoppuhr gegenübergestellt wird.

          Die Geldtasche eines Buchmachers mit Zeitdokumentation Bilderstrecke

          Als „Tertienzähler“ kamen im 18. Jahrhundert erste Uhren auf, welche die Stunde über Minuten als primärer Teilung und Sekunden als sekundärer Teilung hinaus auch in Fragmente von Sekunden aufteilten. Das war die technische Grundlage für den Einsatz von Handuhren mit Stoppknopf und Chronographen („Zeitschreiber“, die den Zieleinlauf bei einem Wettkampf dokumentierten) im Sport während des 19. Jahrhunderts: Plötzlich rannte die Zeit in nie gekannter Präzision.

          Über die verschiedenen Stationen der Ausstellung hinweg begegnet das Thema Zeitnahme im Sport dem Besucher immer wieder. Im professionellen Bereich führt dieser Erzählstrang zur modernen Zielkamera, die mit bis zu 30000 Bildern in der Sekunde festhält, wer wann genau über eine Ziellinie läuft. Und im Privaten sind es die digitalen Fitnesstracker aller Art, welche heute die Vermessung sportlicher Leistung prägen.

          Und natürlich wird im Sport nicht nur Zeit gemessen. Auch um Entfernung – zum Beispiel Wurfweiten – und Positionen – unter anderem in der Torlinientechnik – geht es, um Kraft und Kondition sowie um Vitalwerte vom Lungenvolumen über den Blutdruck bis zu Blutwerten.

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