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Ausmalbücher für Erwachsene : Bildschirm aus und ran an die Buntstifte

  • -Aktualisiert am

Schnell nur einige Skizzen: Amelie Persson hat dazu Buntstifte genommen, Wolfgang Eilmes hat fotografiert. Bild: Wolfgang Eilmes

Gibt es eine bessere Zeit zum Entspannen? Malen mit Buntstiften kann weit mehr sein als Kinderkram. Unsere Autorin entführt in die Welt der Farben.

          6 Min.

          Ausmalbücher für Erwachsene gelten als ultimatives Mittel zur Entschleunigung und damit gegen Stress. In Buchhandlungen, Kaufhäusern und im Zeitschriftenhandel stößt man auf die meist großformatigen Bücher, die Seite für Seite mit detaillierten Motiven gefüllt sind. Ob verwunschene Zaubergärten, Unterwasserszenarien oder mandalaähnliche Ornamente, es gilt die feinen schwarzen Linienzeichnungen mit Farbe zu füllen – und das kann dauern.

          Da die meisten Filzstifte durch das relativ dünne Ausmalbuchpapier durchschlagen und die Verwendung von Wasserfarben zu welligen Seiten führt, sind Buntstifte die erste Wahl für das meditative Kolorieren. Abgesehen vom Anspitzen machen sie keinen Dreck, sind geruchlos und farbintensiv. Führen sie zu Unrecht ein unspektakuläres Dasein in der Schublade, in der sie nach dem Ende der Schulzeit verstaubt sind?

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          1988 wollte ein scheinbarer Buntstift-Phantast seine Leidenschaft für die hölzernen Malstifte bei „Wetten, dass...?“ demonstrieren und behauptete, die Farben am Geschmack erkennen zu können. Er schaffte es mit seinem Scherz bis ins Fernsehen, landete damit einen kleinen Aufreger und sorgte dafür, dass die Kandidaten der Show fortan strenger unter die Lupe genommen wurden. Der Journalist Bernd Fritz, damals Chefredakteur der Satirezeitschrift „Titanic“, hatte einfach an der großen, verdunkelten Skibrille, die man ihm aufgesetzt hatte, vorbei gelinst.

          Den Geschmackstest kann man sich also getrost sparen. Die Mine des Buntstiftes setzt sich größtenteils aus Farbpigmenten, Fetten, Wachsen und Bindemitteln zusammen und unterscheidet sich je nach Hersteller. Als grobe Faustregel gilt: Höherpreisige Stifte enthalten mehr Pigmente, haben damit stärkere Leuchtkraft auf dem Papier und unterscheiden sich beim Farbauftrag oftmals durch eine cremigere Textur.

          Buntstiftangebot ist stark auf Zielgruppen zugeschnitten

          Das Buntstiftangebot der meisten Hersteller ist stark auf spezielle Zielgruppen zugeschnitten. So produziert der Nürnberger Hersteller Lyra für Kinder von drei Jahren an extradicke Stifte in einer abgerundeten Dreikantform (Super Ferby genannt), ebenso wie Staedler (Ergosoft Jumbo). Faber-Castell nennt den Buntstift für die Jüngsten „Jumbo Grip“ und hat ihn für einen besseren Halt beim Zeichnen mit kleinen Noppen ausgestattet. Weitere Unterteilungen gibt es in ein breitgefächertes Angebot an Schul- und Hobbybedarf sowie ein höherpreisiges Segment mit Profibedarf, der qualitativ höchsten Ansprüchen genügen muss.

          Ein näherer Blick auf das Angebot an klassischen Buntstiften für Schul- und Hobbykünstler bietet eine nahezu verwirrende Vielfalt. Um herauszufinden, welches Buntstiftset mit zwölf oder mehr Farben zu einem passt, hilft es zu wissen, was man damit vorhat. Wer keinen Wert auf eine Marke legt, bekommt auch beim Discounter für eine Handvoll Euro ein einfaches Set bunter Holzstifte. Vergleichbare Stiftesets aus der Produktion traditioneller deutscher Hersteller wie beispielsweise Staedler, Lyra oder Faber Castell, Koh-I-Noor Hardtmuth aus Tschechien oder Caran D’Ache aus der Schweiz kosten zwischen zehn und 40 Euro.

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