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„Atomic Connected“ im Test : Es geht bergapp

Im geschnittenen Bogen zügig auf die Kante ... Bild: Hersteller

Platz nehmen zur Bergfahrt im Sessellift oder in der Kabinenbahn und dann – erst mal das Handy rausholen. So sieht man das heute schon häufig. Künftig gibt es einen Grund mehr, das zu tun. Atomic liefert ihn.

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          An beiden Stiefeln Sensoren, in der Jackentasche das Smartphone, dazu eine Gratis-App – so geht Skifahren, wenn nicht bloß Schneeflocken als Grundlage dienen, sondern auch ausgeklügelte Algorithmen. „Atomic Connected“ soll vom nächsten Winter an das Fahrerlebnis um eine Fülle von Daten anreichern.

          Walter Wille

          Redaktion „Technik und Motor“

          Bewegungs- und Beschleunigungssensoren, die an den Rückseiten der Stiefelschäfte angebracht werden, bilden den Kern des Systems, das zudem zur Ortung das GPS des Smartphones nutzt. Es dokumentiert auf Wunsch den gesamten Skitag, erfasst die Hangneigung, Geschwindigkeiten, zählt die Abfahrten, die Schwünge, Entfernungen, Höhenmeter, es weiß, wie gut man wo auf der Kante steht, und stellt all die Statistiken und Informationen numerisch und grafisch in der App dar. Ein Jux vor allem, nicht zuletzt deshalb, weil man sich in der „Community“ mit anderen austauschen und vergleichen kann, angereichert um Fotos, Videos, Kommentare. Aber zudem, wie Atomic hervorhebt, ein Analysewerkzeug zur Kontrolle und Verbesserung der Fahrtechnik. Entwickelt hat es das österreichische Unternehmen gemeinsam mit Sportwissenschaftlern und Informatikern der Universität Salzburg.

          In der Tat ist der Umfang des Gebotenen erstaunlich, wie wir beim Ausprobieren feststellen konnten. Atomic Connected, auch CTD genannt, misst G-Kräfte, den Aufkantwinkel der Skier im gesamten Kurvenverlauf, stellt fest, ob Schwünge gecarvt oder gedriftet, ob die Skier parallel geführt wurden, ob es Abweichungen zwischen linkem und rechtem Fuß gab und so weiter. Als Referenz lassen sich im Programm hinterlegte Daten der ehemaligen Rennfahrer Benni Raich und Darren Rahlwes heranziehen.

          ... das gibt in der Atomic-App eine hohe Carving-Wertung. Bilderstrecke

          Aus einer Reihe von Kriterien wie Geschwindigkeit, Kurvendynamik, Symmetrie, Tempo des Umkantens und etlichem mehr ermittelt das Programm einen „Carving Score“ von 0 bis 10. Hier werden offensichtlich strenge Maßstäbe angelegt. Der Rekord steht bei 8,6, gehalten von Raich selbst. Während der Produktpräsentation zog die Ex-Rennfahrerin Michaela Kirchgasser gleich, was zeigte: Eine hohe Punktzahl erreichen nur Könner, die sehr rasant zu Werke gehen und eine freie Piste vor sich haben. Kommt Verkehr in die Quere, ist der Schnitt vermasselt.

          Sollte wegen der App dem einen oder anderen die Selbstbeherrschung abhandenkommen, wäre das ungut. Alles in allem allerdings ist CTD ein großer Spaß. Kein ganz billiger allerdings. 369 Euro kostet ein mit Sensoren und Akkus bestückter Satz der Connected-Haltebänder, die mit Hilfe einer Klammer und eines Klettverschlusses leicht an Skischuhen auch anderer Fabrikate befestigt werden können. Eine Version zum Verschrauben der Straps – die ursprünglichen werden in diesem Fall entfernt –, kostet zehn Euro weniger, eignet sich jedoch nur für bestimmte Stiefel mit passenden Montagepunkten. Schließlich bietet Atomic zwei von vornherein mit dem System ausgestattete Skistiefel-Modelle an, den Hawx Ultra CTD 130 für 880 Euro und den Redster Club Sport CTD 130 für 800 Euro. Das sind jeweils 300 Euro mehr als für den regulären Skischuh ohne CTD.

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