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Armbanduhren mit Bronzegehäuse : Späte Bronzezeit

  • -Aktualisiert am

Die brandneue Mühle Terrasport IV und die gebrauchte Oris Big Crown Pointer Date Bild: Häußermann

An manchen Uhren verändert sich nicht nur die Uhrzeit, sondern auch die Farbe. Fans von Bronzeuhren sprechen davon, dass das Material lebt. Man sollte nur nicht häufig ins Schwitzen geraten.

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          Die Bronzezeit begann vor gut 4000 Jahren. Die Geschichte von Armbanduhren mit Bronzegehäuse ist deutlich jünger: Ende der 80er Jahre baute der seinerzeit in München ansässige Uhrenhersteller Chronoswiss eine limitierte Edition der Régulateur, gefolgt von Stahluhren mit Bronzelünette.

          Dann widmete sich die italienische Marke Panerai dem Thema. Weil Bronze im Boots- und Schiffsbau ein beliebtes Material ist – bei Winschen oder Propellern – ließ der damalige Panerai-Chef und passionierte Segler Angelo Bonati eine Sonderserie einer Taucheruhr mit Gehäuse und Drehring in Bronze auflegen. Die 1000 Exemplare der „Bronzo“ waren sofort ausverkauft, ähnlich verhielt es sich mit der zwei Jahre später präsentierten „Submersible 3 Days Power Reserve Bronzo“.

          Danach lancierten in den folgenden Jahren neben Panerai andere namhafte Marken wie IWC, Zenith, Tudor oder Montblanc weitere attraktive Bronzeuhren, alle im Preisbereich zwischen 3500 und 12.000 Euro. Das Segment darunter bedienen mit großem Eifer unter anderem der deutsche Hersteller Nautische Instrumente Mühle Glashütte und Oris aus der Schweiz, die kreativ mit dem Metall spielten, um daraus mal moderne, mal klassisch angehauchte Zeitmesser zu gestalten.

          Beiden Varianten sind auf 250 Exemplare limitiert

          Inzwischen befinden sich die beiden Hersteller in der Spätphase der Bronzezeit. Thilo Mühle, Inhaber der Glashütter Uhrenmarke, läutet den Endspurt ein: „Dieses Modell wird nun vorläufig unsere letzte Bronzeuhr sein“, sagt er zu dem Modell „Terrasport IV Bronze“. Die Vintage-Fliegeruhr ist in den Zifferblattvarianten Mokka und Khaki lieferbar, in beiden Varianten aber auf 250 Exemplare limitiert. Sie ist für 1800 Euro wohlfeil, ebenso wie die im Januar vorgestellte Oris „Big Crown Pointer Date“, bei der auch noch das Zifferblatt aus Bronze (allerdings lackiert) gefertigt ist. Dazu bietet Oris noch eine Variante mit tannengrünem Zifferblatt.

          Die beiden Uhren haben nicht nur den Preis gemeinsam, sondern auch den Retro-Look mit kannelierten Glasrändern und entsprechend gestalteten, großen Kronen. Und auch beim Antrieb gibt es kaum Unterschiede. Beide Hersteller setzen auf das Automatikwerk Sellita SW 200-1, das jeweils im eigenen Haus noch modifiziert und veredelt wurde. So kommt die Oris nun mit einem Zeigerdatum. Dennoch kommt sie mit 40 Millimeter Durchmesser aus, während Mühle der Terrasport zwei Millimeter mehr gönnt. Sichtbar sind die Uhrwerke durch Bullaugen aus Saphirglas, die jeweils in einem Edelstahlboden eingelassen sind.

          Edelstahl ist nicht nur ein im Vergleich zu Bronze harter Werkstoff, er neigt auch nicht zur Oxidation. Da freut sich die Haut. Dagegen reagiert Bronze, eine Kupfer-Zinn-Legierung, auf äußere Einflüsse wie Luft, Feuchtigkeit oder Hitze und entwickelt so eine Patina. Dabei handelt es sich um eine feine graue Schicht, die sich über den ursprünglich warmen Farbton des Ausgangsmaterials legt. Das geschah auch mit der Oris, die wir einem Acht-Wochen-Test unterzogen haben, die nun schon eine sehr individuelle Farbgebung bekommen hat. Dagegen präsentiert sich die Mühle, die wir hier zeigen, im jungfräulichen, brandneuen Zustand. Diese Uhr wird sich auch nicht so stark verändern, weil deren Legierung auch noch etwas Aluminium enthält.

          Wer Bronzeuhren bei schweißtreibenden Aktivitäten trägt, muss damit rechnen, dass sich ein weiteres Oxidationsprodukt bildet, das auch als Grünspan bekannt ist. Bronzefans fassen die Veränderungen in einem Satz zusammen: Das Material lebt. Wie lange es in der Uhrenbranche weiterlebt, ist zumindest fraglich. Davide Cerrato, Leiter der Uhrensparte bei Montblanc, bezeichnete Bronzeuhren aber noch vergangenes Jahr als festen Bestandteil der Kollektion.

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