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Arbeitshandschuhe : Alles fest im Griff

Moderne Vielfalt: Arbeitshandschuhe gibt es in diversen Farben und Ausführungen Bild: Rüchel, Dieter

Die Hände sollte man bei schweren Arbeiten schützen. Leider nimmt das Feingefühl mit zunehmender Robustheit der Handschuhe ab - und somit ist nicht jedes Modell für jede Tätigkeit geeignet.

          5 Min.

          Manche Leute lieben es, in ihrem Garten mit der Hand in fettem Erdreich zu wühlen. Das hat etwas so Ergreifendes. Anderen gefällt das weniger, weil die empfindliche Haut das nicht lange aushält, ohne zu schrumpeln, und sich der Dreck kaum mehr unter den Fingernägeln hervor pulen lässt. Kleinste Kratzer und Risse können zudem zu üblen Entzündungen führen. Für alle, die es also vorziehen, sich zu schützen, hält der Baumarkt seit jeher billige Handschuhe bereit, die meist aus einem Mix von Leder und Textil bestehen.

          Lukas Weber

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          So etwas haben auch wir viele Jahre lang benutzt, wenngleich mit Unbehagen. Das Leder schützt zwar ganz gut vor Verletzungen. Ihm fehlt aber, vor allem wenn das zu Packende feucht ist, der rechte Griff, und wenn es richtig nass wird, sind sie gar nicht mehr zu gebrauchen. Von Gefühl in den Fingerspitzen kann auch keine Rede sein. Meist sind solche Handschuhe entweder zu breit oder zu kurz, sodass sie um die Finger herum schlabbern. Da muss es doch Besseres geben. Die größte uns bekannte Auswahl an Handschuhen für den Arbeitsschutz hält der Profi-Ausrüster Engelbert Strauss aus Biebergemünd (www.engelbert-Strauss.de) auf 45 Katalogseiten bereit. Andere Anbieter haben Vergleichbares im Programm.

          Mit dem Comfort Skin lässt sich am Computer tippen

          Was den Anforderungen im Betrieb standhält, ist in Garten und Haushalt gerade recht, zumal inzwischen auch der Normalbürger bei Engelbert Strauss kaufen kann. Wir haben ein knappes Dutzend dieser Produkte ausprobiert und finden eine Handvoll davon für unsere Zwecke so empfehlenswert, dass wir gleich eine größere Menge angeschafft haben - von einem Dutzend an gibt es Rabatt, und da sich die nicht übermäßig teuren Arbeitshandschuhe abnutzen, schadet es nicht, einige in Reserve zu halten.

          Für sämtliche Arbeiten, die nicht allzu grob sind, eignet sich ein leichtes Modell aus rotem Nylon, dessen Innenhand und Finger mit Polyurethan (PU) beschichtet sind. Der Anbieter nennt es Micro Comfort Skin. Keinen anderen haben wir häufiger im Einsatz. Diese Handschuhe sind sehr elastisch; sie dehnen sich wie alle ähnlichen Handschuhe mit der Zeit etwas und sollten deshalb nicht zu groß gewählt werden. „S“ entspricht der Größe 7, erhältlich ist er bis XL (10). Der Comfort Skin liegt einschließlich des Bündchens eng an und ermöglicht, weil das Material dünn ist, äußerst feinfühliges Arbeiten.

          In vielen Fällen kann er deshalb die Einweg-Handschuhe aus dünnem Latex ersetzen, die für Allergiker ohnehin nicht gut geeignet sind. Einen Versuch war es wert - es lässt sich damit sogar fehlerfrei am Computer tippen. Der Rücken ist luftdurchlässig, sodass man darin nur wenig schwitzt. Etwas Vorsicht ist hinsichtlich der unbeschichteten Teile der Handschuhe geboten, wenn man mit öligen Flüssigkeiten arbeitet. Haben die sich erst einmal vollgesogen, hinterlassen sie bei jedem Tragen Spuren auf der Haut.

          Der Micro Neoprene ist stabiler

          Wir haben den Micro Comfort für viele Arbeiten im Haus, im Garten und am Kraftfahrzeug eingesetzt. Die Beschichtung erwies sich dabei als rutschfest, und der Handschuh hält im täglichen Gebrauch länger, als wir erwartet hatten. Nach dem europäischen Standard für Arbeitshandschuhe (EN 388) erfüllt das zarte Gebilde die Anforderungen der Leistungsstufen (von 0 bis 5) 3.120 für Abriebsfestigkeit (3), Schnittfestigkeit (1), Weiterreißfestigkeit (2) und Durchstichkraft (0). Ein Paar kostet rund 3 Euro. Der Comfort Skin lässt sich durchaus auch für den Umgang mit rauhen Materialien missbrauchen, verschleißt dann aber bald und schützt so gut wie gar nicht vor Verletzungen. Unser Favorit als Universal-Handschuh ist deshalb der etwas stabilere blaue Micro Neoprene (Größe 8 bis 10).

          Beim ersten Gebrauch fühlt er sich etwas steif an, das legt sich aber nach kurzer Zeit. Dann schmiegt auch er sich fast so eng wie der Comfort Skin um Hände und Finger. Die Beschichtung aus weichem Synthesekautschuk (Neopren) ist beständig gegen viele Chemikalien und bleibt auch bei Kälte flexibel, dämpft aber etwas den Griff, woran man sich erst einen Moment gewöhnen muss. Sie ist mit winzigen Warzen versehen, was dem Handschuh einen hervorragenden Griff auf den meisten trockenen und auch nassen Oberflächen verleiht. Die Hubbel nutzen sich mit der Zeit ab, wenn schwere Gegenstände mit rauhen Oberflächen, etwa Betonplatten, angepackt werden.

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