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Retro-Motorradstiefel : Am Fuße des Matterhorns

Handarbeit für die Füße: Erhältlich in Schwarz und Braun Bild: Daytona

Kurzer Schaft, langes Leben: Das Unternehmen Daytona aus Niederbayern fertigt einen besonderen Motorradstiefel. Mit Sinn für Nachhaltigkeit aus Handwerkerehre. Und im Geist von Luis Trenker.

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          Der Name klingt nach großer, weiter Welt. Alles andere ist, nach allem, was man so hört aus Eggenfelden in Niederbayern, bodenständig. Das Familienunternehmen Daytona, dessen Chefs in den Dingen der Öffentlichkeitsarbeit als außerordentlich zurückhaltend gelten, macht kein großes Gewese um sich und auch nicht um seine Produkte. Man vertraut darauf: Sie sprechen für sich.

          Walter Wille
          Redaktion „Technik und Motor“

          Der Ruf der Marke Daytona gilt zumindest in Deutschland als unerschütterlich. Wenn beispielsweise die Zeitschrift „Motorrad“ ihre Leser alljährlich nach dem Renommee von Herstellern fragt, gewinnt in der Kategorie Motorradstiefel immer Daytona. Dieses Jahr zum 17. Mal in Folge.

          Wir tun uns immer schwer damit, etwas über Produkte aus dem Hause Berta Frey & Söhne oHG daytona Schuhfabrik zu schreiben, weil die Gefahr besteht, in Lobhudelei zu verfallen. Einen Weg, das zu vermeiden, haben wir noch nicht gefunden. Wie es in der Fabrikation aussieht, haben wir noch nicht selbst gesehen. Alles „made in Germany“, heißt es, jeder einzelne Arbeitsgang werde von den Mitarbeitern in Eggenfelden von Hand ausgeführt: Lederteile stanzen, nähen, schleifen, dichten, tapen, polieren, prüfen. Rund 120 Teile ergeben einen Stiefel. Wasserdichte Modelle bekommen als Fütterung ein drei- oder vierlagiges Laminat mit Gore-Tex-Membran. Diese wird zwischen Futter und Leder platziert. Einem Pressetext von 2020 zufolge bauen 140 Mitarbeiter jährlich etwa 70.000 Paar Stiefel zusammen.

          Daytonas sind teuer

          Dafür können sie ewig halten. Wir haben das selbst schon festgestellt, haben ein Paar wasserdichter Tourenstiefel seit 2007 im Einsatz und ein Paar Sportstiefel ebenfalls seit 15 Jahren. Eine derart lange Gebrauchsdauer relativiert die hohen Preise, und für die Fälle, dass etwas nicht mehr tipptopp oder wasserdicht ist, gibt es einen werkseigenen Reparaturdienst in Niederbayern. Das ist Nachhaltigkeit nicht als Masche, sondern aus Handwerkerehre. Ausgedehnte Produktzyklen und sparsame Modellwechselpolitik passen ins Bild.

          Noch recht neu im Programm ist der Kurzschaftstiefel AC Classics GTX für 310 Euro. Daytona meint, Luis Trenker – für die Jüngeren: Leinwandlegende von ganz, ganz früher, „Der Berg ruft“, Erstbesteigung des Matterhorns – hätte Freude an diesem Stiefel gehabt. In der Tat wirkt er wie ein nostalgischer Bergstiefel mit Profilgummisohle, ist aber hauptsächlich Fußbekleidung im Retrostil nach dem Geschmack von Cruiser- und Klassikerfreunden. Holt man die Nubukledertreter aus der typischen silberfarbenen Daytona-Schachtel mit roter Schrift, dann riecht es wie früher im Schusterladen.

          Bequem, trotz umfangreicher Schutzausstattung

          Annähernd zwei Kilo bringt ein Paar in Größe 45 auf die Waage. Der GTX, in Braun oder Schwarz zu haben, wirkt zunächst etwas massig – man kann auch sagen: auf Sicherheit ausgerichtet –, ist dann allerdings vom ersten Schritt an recht bequem, trotz umfangreicher Schutzausstattung. An den Knöcheln sitzen keine Pseudo-Schützerchen, sondern echte Protektoren, die kunststoffverstärkte Innensohle verfügt über eine feuerverzinkte Stahleinlage. Die gesamte Konstruktion wirkt verwindungssteif, dennoch rollen die Stiefel angenehm ab. Dem Tragekomfort zuträglich ist zudem der elastische Schaftrand.

          Die Schnürung dient der Zierde; zum An- und Ausziehen werden an den Innenseiten liegende, per Klettlasche abgedeckte Reißverschlüsse genutzt, Schlaufen an den Rückseiten sind dabei hilfreich. Die eingearbeitete „More Seasons“-Membran von Gore soll Wasserdichtigkeit gewährleisten. Dass ein Kurzschaftstiefel dem Unterschenkel nicht den Schutz bietet wie ein Langschaftstiefel, liegt in der Natur der Sache.

          Erster Eindruck: mal wieder enorm solide. In 15 Jahren wissen wir mehr und werden berichten. Wenn der Autor so lange durchhält.

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