https://www.faz.net/-gy9-adnja

Akku-Motorsense von Ego : Alles hängt am Faden

Kopfsache: Der kleine grüne Knopf aktiviert das Aufwickeln. Bild: Hersteller

Das Aufwickeln des Fadens gehört zu den lästigen Arbeiten an der Motorsense. Die Ego ST1400 erledigt das von alleine.

          2 Min.

          Heutzutage hat kaum noch jemand Zeit oder Lust, mit handbetriebenem Gerät schwere Arbeiten zu verrichten. Also macht sich auch im Garten motorbetriebenes Werkzeug breit, aber wenn erst einmal etwas länger Gras über alles gewachsen ist, versagt der dafür vorgesehene Mäher. Dann schlägt die Stunde der Motorsense, mit der sich auch viel besser unzugängliche Stellen erreichen und etwas dickere Stängel kappen lassen. Das geschieht normalerweise mit einem schnell rotierenden Nylonfaden. Der Nachteil: Jener nutzt sich ab, vor allem, wenn er bei der Arbeit hartes Material wie Steine oder Zaunpfähle anrempelt. Im Fadenkopf ist deshalb Nachschub aufgerollt, der durch einen Tipp auf festen Untergrund freigegeben wird, während der Kopf rotiert. Eine Schneide in der Schutzabdeckung kürzt den Faden auf die richtige Länge.

          Lukas Weber
          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Schneller als gedacht ist der Vorrat aufgebraucht, dann droht eine mühsame Arbeit, die man im Grünen ungern erledigt: das Aufwickeln des neuen Fadens. Der schlaue Gärtner hat deshalb einen Ersatzkopf dabei. Das müsste doch besser zu lösen sein, meinten die Entwickler des chinesischen Herstellers Ego, deshalb ersannen sie einen automatischen Fadenaufwickler. Er zieht den Ersatzfaden selbständig ein, der Kopf braucht dafür nicht geöffnet zu werden. Das wollten wir ausprobieren, deshalb haben wir uns den neuen akkubetriebenen ST 1400 E-ST besorgt, er wird im Programm von Ego als Rasentrimmer verkauft, eine Bezeichnung für die etwas leichteren Geschwister der Motorsensen.

          Der Faden mit 2,4 Millimeter Durchmesser und einer Länge von 4 Meter wird zum Aufspulen einfach durch die zwei Austrittslöcher gezogen und so ausgerichtet, dass beide Enden gleich lang sind. Ein Druckknopf oben am Kopf setzt den Aufwickelmechanismus in Gang, mit einem klackenden Geräusch wird der Faden motorbetrieben ruckweise eingezogen, Strammhalten der Enden ist nicht notwendig. In wenigen Sekunden ist er aufgewickelt, dabei heißt es aufpassen, dass er nicht ganz eingezogen wird, sonst muss der Kopf geöffnet werden.

          Der Schaft lässt sich teilen

          Das System funktioniert gut, mit den zwei mal zwei Meter Fadenlänge kann man leben. Der ST 1400 mit Rundgriff und 35 Zentimeter Schnittbreite ist unerwartet kräftig und aus unserer Sicht eher eine leichte Motorsense als ein Rasentrimmer, außerdem gibt es im Programm das Modell 1500 mit 38 Zentimeter und automatischem Fadeneinzug, den Ego Power- load nennt. Andere Köpfe und Messer lassen sich nicht montieren, umgekehrt taugt der Powerload-Kopf naturgemäß auch nicht für Geräte, die dafür nicht vorgesehen sind. Für den leichteren Transport lässt sich der Schaft teilen.

          Unser Exemplar arbeitete ohne nennenswerte Vibrationen und so leise, dass das Geräusch aufspritzender Stein­chen den Anwender erschreckte. Als Schalldruck am Ohr des Bedieners werden 69 dB(A) angegeben – weniger Krach und keine Abgase, das ist der wesentliche Vorteil der Akkugeräte. Der Rundgriff lässt sich angenehm fassen, das ohne Akku 3,4 Kilo schwere Werkzeug liegt ausbalanciert in der Hand, die Länge des Schafts kann über eine Verstellklemme angepasst werden. Statt des dafür vorgesehenen Akkus mit 140 Wh, der am hinteren Ende eingesteckt wird, können auch die dickeren Brocken von Ego verwendet werden, dann werden, bei doppelter Kapazität, aus 1,2 Kilo Zusatzgewicht aber 2,2. Das stört die Handlichkeit und ist nicht notwendig, weil auf der oft ausreichenden ersten der zwei Stufen etwa eine Stunde lang mit dem kleinen Akku gearbeitet werden kann. Der ST 1400 E-ST kostet solo knapp 200 Euro, im Paket mit dem kleinen Energiespeicher und Ladegerät sind es rund 320 Euro, ein Ersatzkopf ist für 45 Euro zu haben.

          Ego bezieht die Akkus für ­seine große Modellpalettevon Samsung. Sie haben eine ­einheitliche Nennspannung von 56 Volt, der Hersteller rechnet dabei mit 4 V je Zelle und nicht mit 3,6 V wie sonst üblich. Das Unternehmen ist nach eigener Darstellung der größte Anbieter der Welt von Akku-Outdoor-Werkzeugen. Der chinesische Konzern namens Chervon baut seit fast drei Jahrzehnten Produkte für bekannte Marken, und zur Gruppe gehören beispielsweise Flex und Skil. Unter der hierzulande noch weit­gehend un­bekannten Eigenmarke Ego werden ausschließlich Akkugeräte über den Fachhandel vertrieben.

          Weitere Themen

          Ein guter Draht

          Schlusslicht : Ein guter Draht

          Nordkorea schafft Verbindungen, die wir im ICE gern hätten. Aber die Zukunft nimmt auch so Fahrt auf: Elon Diess surft auf dem VW-See in Wolfsburg in die Ferien.

          Topmeldungen

          Raus mit dem giftigen Schlamm: In diesem Hotel in Altenahr packen Freiwillige vom Helfer-Shuttle und Bundeswehrsoldaten gemeinsam an.

          Als Helfer im Flutgebiet : Wer hier war, findet keine Ruhe mehr

          Keller trocken legen, Müll wegschaffen und immer dieser Schlamm: Anstatt in den Urlaub zu fahren, ist unser Autor ins Ahrtal gereist. Freiwillige Helfer werden dort nach wie vor gebraucht. Aber es gibt auch Spannungen – mit der Polizei.
          Nicht viel los: Ein mobiles Impfzentrum in Sachsen

          Nachlassendes Impftempo : Mehr Impfdruck, bitte!

          Sobald Politiker festlegen, dass Geimpfte in der vierten Corona-Welle mehr Freiheiten genießen werden, bricht der Shitstorm los. Aber es wird so kommen. Und es ist völlig legitim.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.