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Airbag-Weste fürs Motorrad : Luft und Leasing

Im Rückenprojektor der Airbag-Weste steckt das Steuergerät. Bild: Hersteller

Diese Airbag-Weste von Held wird nicht separat getragen. Sie lässt sich per „Clip-in“ mit verschiedenen Textiljacken der Marke kombinieren.

          Airbag-Kleidung für Motorradfahrer ist seit einigen Jahren auf dem Markt und im professionellen Rennsport längst eine Selbstverständlichkeit. Jenseits der Rundkurse verbreitet sich der Luftpolsterschutz nicht ganz so rasant, die hohen Preise für die Produkte spielen dabei gewiss eine Rolle. Bekannt sind die Systeme von Dainese und Alpinestars, zwei Herstellern aus Italien, die sich über Jahre wegen des Vorwurfs der Patentrechtsverletzungen juristisch beharkt haben, am Ende mit einer Entscheidung zugunsten Daineses. Als dritter Anbieter ist das Unternehmen In & Motion aus Annecy in Frankreich aktiv. Mit In & Motion hat jetzt der Bekleidungshersteller Held aus Burgberg im Allgäu eine Kooperation geschlossen.

          Walter Wille

          Redaktion „Technik und Motor“

          Held nimmt eine Airbag-Weste in sein umfangreiches Programm auf, die nicht separat getragen wird, sondern sich per „Clip-in“ mit verschiedenen Textiljacken der Marke kombinieren lässt. Die Weste wird in die Jacke eingehängt und mit Schlaufen befestigt, so dass beides gemeinsam angezogen wird. Den Komfort schränkt das nicht wesentlich ein, wie wir während einer Trageprobe festgestellt haben, wenngleich die Weste rund 1500 Gramm Gewicht mitbringt.

          Zum Auslösen des Airbags benötigt das System, ähnlich wie jene von Dainese und Alpinestars, keine mit dem Motorrad verbundene Reißleine. Im Unterschied zur simpleren Reißleinen-Technik erfolgt die Unfallerkennung mittels im Steuergerät verbauter Sensoren und eines Algorithmus, der laut In&Motion kontinuierlich weiterentwickelt wird. 1000 Mal in der Sekunde analysiert den Angaben zufolge die Elektronik sämtliche Bewegungen. Die Unfallerkennungs- und Aufblaszeit betrage insgesamt lediglich 0,06 Sekunden. Brustkorb, Schlüsselbeine, Halswirbelsäule und Rücken sollen im Falle eines Sturzes oder Zusammenstoßes durch das Luftpolster geschützt werden.

          Außer für Held liefert In&Motion Airbag-Technik unter anderem für die französische Motorrad-Bekleidungsmarke Ixon und ist zudem im Ski- und Reitsport aktiv. Das Unternehmen setzt auf eine Vernetzung mit seinen Kunden in Form einer „Community“: Die Mitglieder aktivieren einen Account, liefern zur stetigen Verbesserung der Software auf freiwilliger Basis die Daten ihres Airbag-Systems und bekommen dafür Aktualisierungen per W-Lan. Über eine App wird das Smartphone eingebunden, auf dessen Bildschirm sich diverse Informationen des Airbag-Steuergeräts abfragen und Einstellungen vornehmen lassen. Diese Elektronikschachtel wird in den starren Rückenprotektor der Weste eingeklinkt und lässt sich einfach entnehmen.

          Die Airbag-Weste allein will Held im August oder September für 350 Euro in den Handel bringen. Eine dazu passende Jacke muss separat angeschafft werden, und auch das elektronische Steuergerät, In&Box genannt, ist noch nicht inbegriffen. Das kann den Plänen zufolge der Kunde entweder für weitere 399 Euro kaufen oder aber leasen, was mit zwölf Euro für einen Monat oder 120 Euro für ein Jahr zu Buche schlägt.

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