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Aeropress im Test : So gelingt der Filterkaffee perfekt

Filterkaffee : Mahlen, brühen, trinken

Die Verehrer der French Press, also der Stempelkanne, dürften zu Recht bemerken, dass ihr Lieblingsverfahren dem der Aeropress sehr ähnlich ist. In eine Glaskanne wird dabei ebenfalls gemahlener Kaffee mit heißem Wasser gefüllt und verrührt. Nach der selbst gewählten Ziehzeit drückt man einen Stempel von oben nach unten. Das Sieb lässt den Kaffee durch, das feuchte Mehl wird nach unten gedrückt, wo es gepresst übrig bleibt. Die French-Press-Freunde müssen aber auch zugeben, dass selbst nach sofortigem Ausschank des Kaffees in den Pott stets ein nicht zu tolerierender Anteil an Kaffee mit in die Tasse gelangt, der feinste Partikel des feuchten Kaffeemehls enthält.

Wer die reine Lehre bevorzugt und seinen Kaffee stilgerecht mit einem Porzellan- und darin liegenden Papierfilter von Hario zubereitet, kennt dieses Problem nicht. Dafür hat dieses Verfahren eine andere - wenn auch kleine - Schwäche: Die Zeit, in der das Kaffeemehl zusammen mit dem heißen Wasser zieht, kann nicht exakt bestimmt werden. Man kann sich einem Wert nähern, indem der Mahlgrad, die Menge des Mehls und des Wassers variiert werden. Es ist aber nicht möglich, 15 Gramm gemahlenen Kaffee in 250 Milliliter heißem Wasser exakt für 30 Sekunden ziehen zu lassen, weil ein Teil des Kaffees schon in der Tasse ist, bevor der andere noch im Filter steht. Zudem sollte der Mahlgrad nicht beliebig variiert werden, um die Ziehzeit genau zu bestimmen. Zu grobes Mehl, das eine hohe Fließgeschwindigkeit des Wassers erlaubt, wird den Kaffee flach schmecken lassen. Ist das Mehl zu fein, sodass das Wasser lange im Filter steht, schmeckt der Kaffee bitter.

Mit der Aeropress lassen sich alle Parameter exakter bestimmen - und vor allem: auch unabhängig voneinander. Der Mahlgrad des Mehls bestimmt nicht die Dauer der Ziehzeit. Egal ob grobes oder feines Mehl, der Kolben drückt den Kaffee in wenigen Sekunden heraus. Die Menge des Pulvers lässt sich ohne Rücksicht auf die Menge des Wassers bestimmen. Das Rezept für den Morgen kann zum Beispiel so aussehen: 16 Gramm Kaffee mit mittlerem Mahlgrad werden in den Zylinder gefüllt. Das Aufgießen mit dem 81 Grad heißen Wasser dauert etwa 15 Sekunden, das Umrühren endet nach zehn Sekunden. Danach ruht die Mischung aus Kaffeemehl und Wasser für 30 Sekunden, bevor sie langsam herausgepresst wird, was noch einmal etwa 20 Sekunden dauert.

Jahrelang war unser morgendlicher Pott mit Kaffee gefüllt, der nach allen Regeln der Filter-Kunst zubereitet wurde. Nun ist seit einigen Monaten Aeropress das bevorzugte Verfahren. Der Kaffee schmeckt noch besser. Besonders aus modern gerösteten hellbraunen Bohnen lassen sich gut die Aromen herauslösen. Auch bei Aeropress gibt es aber eine Einschränkung: Mehr als 200 Milliliter Kaffee lassen sich damit nicht auf einmal zubereiten. Der Pott wird nicht ganz voll - so richtig wach wird man also nicht unbedingt.

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