https://www.faz.net/-gy9-y5n4

3D-Kino : Der zweite Anlauf in die dritte Dimension

  • -Aktualisiert am

Natürlich verlangte die analoge Welt auch nach zwei Projektoren, die pedantisch synchron laufen mussten. Und es bedurfte einer Vorrichtung, die das linke Auge daran hinderte, die für das rechte bestimmten Bildinformationen zu sehen und umgekehrt. Dazu setzte die Kino-Technik auf polarisiertes Licht – eine Methode, die auch modernen Lösungen noch zugrunde liegt. Im analogen 3D-Kino funktioniert sie so: Vor jeder Projektionslinse sitzt ein sogenanntes lineares Polarisationsfilter, das nur solche Lichtstrahlen durchlässt, deren Wellen auf einer Ebene schwingen – zum Beispiel links vertikal, rechts horizontal. Der Zuschauer bekommt eine Brille verpasst, die mit entsprechenden linearen Polarisationsfiltern ausgerüstet ist. So sieht jedes Auge nur das, was es soll.

Die Zukunft der 3D-Projektion spielt in der digitalen Welt

Die 3D-Wirkung entfaltete sich auf diese Weise auch schon vor einem halben Jahrhundert recht eindrucksvoll. Ungetrübte Genüsse aber bot die Technik damals noch nicht: Bewegte Bilder von Zelluloid-Filmen stehen nie ganz still; die ratternde Projektormechanik lässt sie stets ein wenig hüpfen und zittern. Vibrieren nun die Darstellungen für beide Augen um die Wette, ist das arme Hirn des Betrachters mit der Kompensationsarbeit rasch überfordert: Stress, Schwindelgefühl oder gar Kopfschmerzen sind die unschönen Nebenwirkungen.

Zwar hat die analoge 3D-Technik bis heute überlebt – vor allem in Gestalt der spektakulären, 70 Millimeter breiten Imax-Filme. Aber die Zukunft der 3D-Projektion spielt in der digitalen Welt, schon deshalb, weil digitale Projektoren die Bilder mit unerschütterlicher Stabilität an der Leinwand festnageln. Ein weiterer Vorteil: Die Studios müssen nicht mehr zwei Kopien anliefern.

Der Trend geht klar zu Ein-Projektor-Systemen

Die Filmversionen für beide Augen stecken in einem einzigen Datenstrom, sprich in einer einzigen Wechselfestplatte für den Vorführ-Server. Auch in der Digital-Ära gibt es vereinzelt noch Vorführ-Lösungen, die mit zwei Projektoren arbeiten, etwa, um die Lichtausbeute zu steigern. Doch der Trend geht klar zu Ein-Projektor-Systemen: Die Lichtkanone entlässt die Informationen für das linke und das rechte Auge einfach nacheinander; die Brillen leisten ihre Verdeckungsarbeit entsprechend sequentiell. Das funktioniert nicht mehr mit linearer Polarisation, aber man muss diesem Verfahren nicht nachtrauern. Denn es hat Nachteile: Neigt der Zuschauer den Kopf zur Seite, passen die Filter der Brille nicht mehr genau zu den Schwingungsebenen des Lichts. So entstehen lästige Geisterbilder, der 3D-Effekt geht verloren.

Abhilfe schafft zum Beispiel das Projektionssystem RealD: Hier rotiert ein Filter vor der Projektionslinse, das nur zirkular polarisierte Lichtstrahlen durchlässt. Das bedeutet: Die Wellen schwingen gleichsam in einer sich drehenden Ebene – sie schrauben sich wie eine Helix durch den Raum in Richtung Leinwand und vorn dort zurück zum Zuschauer, der eine Brille mit passenden zirkularen Polarisationsfiltern trägt.

Hier bitte eine doppelzeilige Zwischenzeile

Die jeweilige Abblendwirkung für das rechte und das linke Auge ergibt sich so: Das Polarisationsfilter am Projektor wechselt von Bild zu Bild die Drehrichtung der Lichtwellen. Die Filter der Brille sind entsprechend abgestimmt. Das Ergebnis: Die beiden Augen sehen den Film abwechselnd – stets aus jener Perspektive, die sie für den 3D-Eindruck brauchen. Daran ändert sich auch nichts, wenn der Betrachter seinen Kopf bewegt. Noch ein weiterer Vorteil spricht für RealD: Die Filterbrillen sind so preisgünstig, dass es kein Unglück ist, wenn das eine oder andere Exemplar nach der Vorführung samt Zuschauer durch den Ausgang verschwindet.

Weitere Themen

Mini Cooper SE Video-Seite öffnen

F.A.Z.-Fahrbericht : Mini Cooper SE

Der Mini Cooper SE gilt aktuell als das am besten fahrende Elektroauto auf dem Markt. Was die Engländer auf die Räder gestellt haben und womit das Modell punkten kann, zeigen wir Ihnen in unserem Fahrbericht.

Topmeldungen

Präsident Wladimir Putin nimmt am Freitag von seiner Residenz Nowo-Ogarjowo aus an einer Kabinettssitzung teil.

Proteste in Belarus : Droht eine Intervention Moskaus?

Für den Kreml ist die Lage in Belarus ambivalent – das zeigen auch die Reaktionen aus Moskau. Die große Frage ist, was Putin macht, wenn Lukaschenka ernstlich gefährdet ist.
Ermittlungen: Apotheker und Ärzte werfen dem Angeklagten vor, Verfahren gegen sie aufgebläht zu haben (Symbolbild).

Frankfurter Korruptionsaffäre : Mediziner erheben schwere Vorwürfe

In der Korruptionsaffäre um einen Frankfurter Oberstaatsanwalt sollen Ermittlungen nur geführt worden sein, um Geld zu generieren. Das könnte sich noch zu einem weitaus größeren Skandal auswachsen.

Newsletter

Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.