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Tech-Talk : Verwirrungen

  • -Aktualisiert am

Wer es sich leisten kann, kauft einen jener modernen Kühlschränke mit Null-Grad-Zone. Für die alten pfeifen wir derweil auf die Energiespar-Empfehlungen und stellen tiefer ein. Das hat einen guten Grund.

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          Auch wenn die Beduinen in der Hitze lieber warmen Tee trinken – der Frankfurter zieht einen sauergespritzten Äppler vor, falls er herrlich kalt ist. Wie schön, dass es Kühlschränke gibt. Die sind, dank moderner Technik, schon lange keine Stromfresser mehr, und auch dank der unermüdlichen Mahnungen der Umweltbehörden, es mit den Temperaturen nicht zu übertreiben. Sieben Grad Celsius seien gerade recht, wird empfohlen, meist zu erreichen auf mittlerer Stufe, jedes Grad weniger erhöht den Stromverbrauch um fünf Prozent.

          Das stimmt. Aber halt, das Hähnchenfilet soll binnen zweier Tage gegessen werden, möchte aber bei vier Grad untergebracht sein. Die stellen sich direkt über dem Gemüsefach ein, sagt der Ratgeber, weil die wärmere Luft nach oben steigt (das Fach selbst ist nicht ganz so kalt, wegen der Glasplatte). Wir haben mal nachgemessen und können jedem nur raten, das auch zu machen, denn das Ergebnis war erschreckend. Zu Hause in der Mitte die empfohlenen sieben bis acht, aber unten sechs Grad, im Büro nicht weniger als neun, der Kühlschrank ist anscheinend defekt. Preisfrage: Bis wann muss das Huhn in der Pfanne sein, wenn es drei Grad zu warm liegt? Und was ist mit dem Hackfleisch, für das gar zwei Grad gefordert werden? Von der Unterbrechung der Kühlkette, bis das Fleisch zu Hause ist, ganz zu schweigen.

          Der beste Rat neben dem Nachmessen ist, die Mindesthaltbarkeit unter praxisfernen Temperaturen als Verbrauchertäuschung anzusehen und das Fleisch gleich zu essen. Wer es sich leisten kann, kauft einen jener modernen Kühlschränke mit Null-Grad-Zone. Für die alten pfeifen wir derweil auf die Energiespar-Empfehlungen und stellen tiefer ein. Denn lieber ein paar Euro mehr im Jahr für den Stromverbrauch als eine Salmonellenvergiftung.

          Lukas Weber
          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

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