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Taschenrekorder : Zoom entdeckt das bewegte Bild

  • -Aktualisiert am

Gut im Ton, brauchbar im Bild: Taschenrekorder Q2HD von Zoom Bild: Hersteller

Der jüngste Rekorder von Zoom, Q2HD genannt, nimmt neben dem Ton auch Videos auf: in HD-Auflösung mit 1080 Zeilen und 30 Einzelbildern je Sekunde. Und das für einen Kampfpreis von 199 Euro.

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          Wer als Hobbymusiker in die Tasten oder in die Saiten greift, begegnet irgendwann einmal den Gerätschaften von Zoom: Der japanische Spezialist für elektronische Musikalien hat sich vor allem mit kompakten Aufnahmegeräten einen Namen gemacht, die zu überschaubaren Preisen bemerkenswerte technische Qualität bieten. Jetzt hat Zoom auch noch das bewegte Bild entdeckt: Der jüngste Rekorder des Hauses, Q2HD genannt, nimmt neben dem Ton auch Videos auf, und zwar, so versprechen es die Datenblätter, in Auflösungen bis hin zum vollen HD-Raster mit 1080 Zeilen und 30 Einzelbildern je Sekunde. Dies alles ist zum Kampfpreis von 199 Euro zu haben, steckt allerdings auch in einem eher schlichten Kunststoffgehäuse. Lohnt sich die Investition? Und was unterscheidet das Zoom-Gerät von all den Kamkordern aus dem Portfolio der gängigen Unterhaltungselektronikanbieter?

          Die wichtigste Unterschied ist die Gewichtung von Audio- und Videotechnik - allein schon erkennbar am prominent auf dem Gehäuse sitzenden kugelförmigen Mikrofonkäfig. Darin sitzen zwei Kapseln in einer Mitte-Seiten-Anordnung: Ein Mikrofon mit omnidirektionaler Charakteristik nimmt vor allem den Schall auf, der von vorn kommt, ein zweites, bidirektionales fängt von links und rechts die Umgebungsgeräusche ein. Daraus ergibt sich ein Stereopanorama, das sich elektronisch in seiner Breite justieren lässt; bis zu 150 Grad bietet der Rekorder als Voreinstellung an. Den aufgenommenen Ton kodiert das Gerät entweder im unkomprimierten PCM-Format mit Auflösungen vom CD-Standard bis zu den Studio-Eckdaten 96 Kilohertz / 24 Bit - oder in komprimiertem AAC mit Datenraten bis zu 320 Kilobit je Sekunde. Für Außenaufnahmen empfiehlt sich der zuschaltbare Tiefenfilter: Er hilft, Windgeräusche und andere Lästigkeiten zu dämpfen. Zur manuellen Aussteuerung gibt es einen Pegelregler und eine Balkenanzeige auf dem Fünf-Zentimeter.Farbbildschirm; wer mag, kann den Pegel einer Automatik anvertrauen.

          2 Gigabyte große SDXC-Karte

          Videos nimmt der kleine Apparat durch eine Linse mit weitwinkliger Festbrennweite auf. Neben der automatischen Anpassung an die Lichtverhältnisse bietet der Q2HD auch Voreinstellungen für Konzertarenen oder für Nachtaufnahmen an. Die bewegten Bilder verarbeitet der Rekorder nach dem Kompressionsstandard H.264 und speichert sie, ebenso wie den Ton, auf der mitgelieferten, 2 Gigabyte großen SDXC-Karte, die für etwa 40 Minuten lange Aufnahmen in voller HD-Auflösung reicht. Das Video-Rohmaterial kann man ohne PC-Hilfe an einem Fernseher anschauen; eine HDMI-Schnittstelle erledigt den Datenverkehr. Auch einfache Schnitte sind ohne PC-Unterstützung möglich. Soll sich dagegen ein Rechenknecht um die Weiterverarbeitung kümmern, so sorgt ein USB-Anschluss für die nötige Datenübertragung. Die Video-Daten stecken in .Mov-Containern, die sich mit Quicktime-Playern abspielen und mit jeder gängige Schnittsoftware bearbeiten lassen.

          Und noch zwei Besonderheiten zeichnen den Zoom-Rekorder aus: Über die USB-Verbindung funktioniert er auch als Webcam, kann also mit passender Software-Unterstützung Videos live ins Internet streamen - mit einer funktionsgerechten Auflösung von 640 × 480 Bildpunkten. Und er arbeitet, wenn er soll, auch als reines Audiogerät: Die Kamera lässt sich abschalten. Ein Schwachpunkt des Zoom-Maschinchens ist seine Stromversorgung: Es arbeitet mit zwei Mignon-Batterien, die zum Beispiel schon nach einer einzigen musikalischen Übungssession den Geist aufgeben - sofern die Kamera, der Bildschirm und womöglich noch zum Mithören ein Kopfhörer mitlaufen. Als Alternative zum stattlichen Vorrat an Alkali-Zellen empfiehlt es sich, stets ein Sixpack frisch geladener Nickel-Metallhydrid-Akkus zur Aufnahme mitzunehmen. Auch die Stromversorgung über die USB-Buchse ist möglich. Ein passendes Netzteil gehört zu einem Paket an passendem Extrazubehör, das auch einen Windschutz, Kabelverbindungen, ein kleines Stativ und eine robuste Schatulle enthält. Alles zusammen kann man für knapp 30 Euro kaufen.

          Die Aufnahmeergebnisse des Rekorders sind beachtlich: Der Ton klingt außerordentlich klar und realistisch, die Justagemöglichkeit der Stereo-Basisbreite hilft, auch die räumlichen Dimensionen überzeugend einzufangen, Rauschen hält sich in sehr engen Grenzen. Selbst die Videos gefallen - wenn man davon absieht, dass von Kamkordern her gewohnte Funktionen wie ein Bildstabilisator oder ein optischer Zoom fehlen. Ohne Stativ also geht es nicht, aber dann entstehen durchaus scharfe, ansehnliche Bilder. Gerade für Musiker mit überschaubarem Budget ist der kleine Zoom-Rekorder folglich ein empfehlenswertes Utensil: Seine Tonabteilung arbeitet ausgezeichnet, und selbst die Video-Sektion taugt für mehr als nur für Späße auf Youtube.

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