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Swatch Sistem51 : Vollautomatisch vom Band

  • -Aktualisiert am

Günstige Mechanik swiss made: Die neue Swatch Sistem51 Red. Bild: Hersteller

Einfache Dinge sind oft die schwersten. Daher hat es etwas länger gedauert, bis die Sistem 51 von Swatch auf dem Ladentisch liegt. Sie soll mit einem Minimum von Teilen auskommen.

          Seit dem vergangenen Wochenende ist die mechanische Swatch mit hermetisch abgeschlossenem Innenleben ausschließlich im Münchner Popup-Store am Marienplatz zu haben. Sie sei so einzigartig, dass sie einen eigenen Laden bekommen habe, heißt es. Die 51 steht für die Zahl der Teile – üblicherweise sind es bei mechanischen Uhren fast doppelt so viele –, und die entspricht genau der Menge, die vor 30 Jahren die Swatch, die erste Kunststoffuhr der Welt, enthielt. Mit ihr hat Nicolas Hayek die Uhrenwelt verändert.

          Seine Nachfolger versuchen das jetzt mit dem Angebot, für 130 Euro eine mechanische Uhr mit automatischem Aufzug made in Switzerland zu bekommen. Der Weg dahin führt über eine vollautomatische Fertigung. Die Sistem51 wurde komplett neu und für diese Art der Produktion entwickelt, wobei 17 Patente „abfielen“, ihr Werk setzt sich zusammen aus fünf Modulen, die zu einem einzigen Element verschweißt werden und als Mittelpunkt eine Schraube haben.

          Den Markt wird die bunte Uhr nicht verändern

          Das Automatikkaliber besteht aus einer Speziallegierung mit antimagnetischen Eigenschaften, die Hemmung hat keinen Regulator, denn die Ganggeschwindigkeit wird mit einem Laser festgelegt statt von Hand eingestellt. Nur so ist es möglich, das Gehäuse hermetisch zu versiegeln, was Staub oder sonstige Einflüsse fernhält, die Ganggenauigkeit wird mit von +/- 10 Sekunden am Tag angegeben. Das Werk hat eine Gangreserve von 90 Stunden, für die Energiegewinnung sorgt ein oszillierender Rotor in Form einer durchsichtigen Scheibe, die sich um die zentrale Schraube bewegt und Einblicke in die Module gewährt.

          Auf dem Zifferblatt des 42 Millimeter großen Kunststoffgehäuses drehen sich drei Zeiger, bei der „3“ gibt es ein winziges Datumsfenster. Für den Anfang sind vier Versionen zu haben, in Schwarz, Weiß, Blau und Rot. Je nach Modell sind die Zifferblätter und die Moduloberflächen unterschiedlich gestaltet, so entsteht etwa mit Punkten und Linien eine Sternenkarte mit der Sonne im Zentrum. Am buntesten geht es auf der Rückseite der weißen Version zu.

          Luminovabeschichtung auf Stundenmarkierungen und Zeigern hilft beim Ablesen. Die Sistem51 ganz in Schwarz hat ein Band aus Leder, alle anderen eins aus Silikon. Die Uhrenwelt wird die Neue nicht verändern, aber vielleicht den Markt für preisgünstige mechanische Uhren aufmischen.

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