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Michael Spehr (misp.)

Sonys Vita : Eine Totgeburt

  • -Aktualisiert am

Am 22. Februar bringt Sony die neue Playstation Vita in den Handel. Sie kommt viel zu spät, die Konsole im Handy-Format hat ihr Zielpublikum verloren.

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          Der zehnjährige Knabe träumt davon, aber sein drei Jahre älterer Bruder will sie nicht einmal in die Hand nehmen. Die Rede ist von der neuen Playstation Vita, die Sony am 22. Februar von 250 Euro an in den Handel bringt. Die mobile Spielekonsole mit großem Oled-Bildschirm (12 Zentimeter in der Diagonale) ist zwar mit feinster Technik ausgestattet, und erste Spiele wie „Uncharted Golden Abyss“ zeigen, wie viel Rechenpower in dem kleinen Apparat steckt. Nintendo sieht demgegenüber ziemlich alt aus.

          Aber der Dreizehnjährige hat auf Anhieb die Nachteile der Vita entdeckt: Sie bietet zwar die Hardware eines aktuellen Smartphones, aber man profitiert davon kaum. Es gibt keinen „App Store“ für Anwendungen jenseits der Spiele, die Bildschirmauflösung von 960×544 Pixel liegt gerade mal auf Smartphone-Niveau. Die Kamera ist ein schlechter Witz, und die von Sony vorgeschriebenen Speicherkarten sind proprietär, also teuer und zu nichts kompatibel. Bereits gekaufte Spiele der Playstation Portable lassen sich bislang nur in Japan auf der Vita revitalisieren, dafür verlangt Sony pro Spiel zehn bis 15 Euro. Neue Abenteuer sollen zwischen 30 und 50 Euro kosten, und spätestens mit diesem Hinweis ist die anfängliche Begeisterung vollends dahin. „Dann doch lieber ein Smartphone“, sagt der Ältere, „da kann ich mir für 50 Euro mindestens 40 Spiele holen“ - und denkt an die typischen 79-Cent-Apps bei Apple.

          Dass die Playstation Vita als Spielemaschine in einer ganz anderen Klasse spielt: mag sein. Dass sie viel zu spät kommt und die Konsole im Handy-Format ihr Zielpublikum verloren hat, lässt sie jedoch nach unserer Einschätzung scheitern.

          Michael Spehr
          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

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